Vorschau, 19.Spieltag

Wer ist eigentlich das Topteam?

Von David Schmitt
Dienstag, 03.02.2015 | 11:18 Uhr
Markus Weinzierl und Jürgen Klopp gehen mit verdrehten Vorzeichen in die Partie
© getty
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Borussia Dortmund empfängt die Überraschungsmannschaft aus Augsburg (Mi. 20 Uhr im LIVE-TICKER). Bremen will sich gegen Hoffenheim weiter Luft im Abstiegskampf verschaffen. Darum geht es auch beim Duell zwischen Paderborn und Hamburg. Stuttgart muss in Köln ran und Jos Luhukay steht vor dem Heimspiel gegen Leverkusen unter Druck.

Borussia Dortmund - FC Augsburg (Mi., 20 Uhr im LIVE-TICKER)

Das sagen die Beteiligten:

Jürgen Klopp (Trainer Dortmund): "17 Wochen Ernährung und Schlafgewohnheiten auf den Abstiegskampf einstellen, ab in den Tunnel und anschließend gucken, was es dafür gegeben hat. Genauso müssen wir agieren."

Markus Weinzierl (Trainer Augsburg): "Es ist schon ein Ding, dass man jetzt nach Dortmund fährt und auf den Tabellenletzten trifft. Es muss nicht immer Sieg oder Niederlage sein. Das erste Unentschieden der Saison, damit wäre ich auch zufrieden."

Personal:

Bei Dortmund fehlen: S. Bender (Aufbautraining), Kehl (Aufbautraining), Piszczek (Oberschenkelprobleme)

Bei Augsburg fehlen: Hitz (Kniereizung), Baba (Afrika-Cup), Hong (Mittelfußprobleme), Reinhardt (Leisten-OP), Rieder (Muskelfaserriss), Moravek (Kreuzbandriss), Matavz (Aufbautraining), Mölders (Knöchel-OP)

Darum geht's:

Die Ausgangslage für beide Mannschaften könnte nicht unterschiedlicher sein. Während der FC Augsburg mit dem Heimsieg gegen Hoffenheim optimal in die Rückrunde gestartet ist, tritt Dortmund mit dem Remis in Leverkusen weiter auf der Stelle. Und das am Tabellenende. Das Team von Jürgen Klopp wartet aus der Hinrunde übergreifend bereits seit 4 Spielen in der Bundesliga auf einen Sieg (2 Unentschieden, 2 Niederlagen).

Der BVB muss gegen die Fuggerer zwingend punkten, um nicht schon den Anschluss an die gesicherten Tabellenregionen zu verlieren. Der FCA hat sich hingegen mit seinen insgesamt zehn Saisonsiegen an den internationalen Plätzen festgebissen. Die Truppe von Markus Weinzierl ist als einzige Mannschaft in der Bundesliga noch ohne Unentschieden. In welche Richtung es beim Gastspiel in Dortmund geht, bleibt also abzuwarten.

Die OPTA-Facts zum Spiel:

  • Dortmund ist in 7 Bundesliga-Duellen mit Augsburg ungeschlagen (5 Siege, 2 Remis). Gegen keinen anderen Bundesligist hat der BVB einen so hohen Punkteschnitt wie gegen den FCA (2.4 Punkte pro Spiel).
  • Für Augsburg gab es in der Bundesliga gegen keinen anderen Verein so viele Gegentreffer wie gegen die Schwarz-Gelben (20, im Schnitt also 2.9 pro Partie).
  • Pierre-Emerick Aubameyang absolvierte am 1. Spieltag 2013/14 gegen den FC Augsburg sein 1. Spiel im deutschen Oberhaus. Dabei gelang ihm als 6. Spieler in der BL-Geschichte ein Dreierpack beim Debüt
  • Augsburgs Manager Stefan Reuter spielte zwischen 1992 und 2004 beim BVB und beendete dort auch seine aktive Karriere. In dieser Zeit feierte er mit der Borussia den Gewinn der Champions League (1997) und 3 Meistertitel (1995, 1996, 2002).
  • Markus Feulner spielte zwischen 2009 und 2011 für den BVB. Dabei kam er nur auf 15 Bundesliga-Einsätze, wurde dafür aber immerhin Deutscher Meister. Von 2006 bis 2008 spielte er zudem schon unter dem Trainer Jürgen Klopp in Mainz.

Hoffenheim - Werder Bremen (Mi., 20 Uhr im LIVE-TICKER)

Das sagen die Beteiligten:

Markus Gisdol (Trainer Hoffenheim): "Wir wissen noch nicht, wie sie auswärts spielen. Aber wir sind zu Hause eine Macht. Daran müssen wir anknüpfen."

Viktor Skripnik (Trainer Bremen): "Ich werde mit Jannik Vestergaard über Hoffenheim sprechen. Aber wir müssen uns auf unsere Stärke konzentrieren. Ich hoffe auf eine breite Brust, aber keine zu hohe Nase."

Jannik Vestergaard (Spieler Bremen): "Ich habe mich in Hoffenheim unglaublich wohl gefühlt, hatte dort eine tolle Zeit. Wir können Hoffenheim schlagen - wenn wir wieder einen guten Tag erwischen."

Personal:

Bei Hoffenheim fehlt: Süle (Kreuzbandriss)

Bei Bremen fehlen: Prödl (Aufbautraining), Junuzovic (5. Gelbe Karte), Makiadi (Afrika-Cup), Öz. Yildirim (Aufbautraining), Lorenzen (Meniskus-OP)

Darum geht's:

In der Winterpause hat sich Werder in der Verteidigung verstärkt. Mit Jannik Vestergaard, der von der TSG Hoffenheim gekommen ist, und in seinem ersten Spiel im Bremen-Trikot ein starkes Spiel gegen die Hertha bot. Gegen seinen Ex-Verein gilt es nun nachzulegen. Mit dem Sieg gegen Dortmund vor der Winterpause und dem Erfolg gegen den Hauptstadtklub am Sonntag steht Werder bereits auf Rang 12 der Tabelle.

Für Hoffenheim geht es darum, den Anschluss an die internationalen Plätze nicht aus den Augen zu verlieren. Im Schneegestöber von Augsburg verlor man am Ende verdient und liegt nun drei Zähler hinter Platz sechs.

Die OPTA-Facts zum Spiel:

  • Hoffenheim verlor saisonübergreifend nur 2 seiner letzten 13 BL-Heimspiele und gewann davon 8 (3 Remis). Die einzigen Pleiten in diesem Zeitraum gab es gegen Köln (3-4) und Leverkusen (0-1) am 11. bzw. 16. Spieltag der laufenden Saison.
  • Bremen gewann saisonübergreifend nur 1 der letzten 12 Auswärtspartien in der Bundesliga. Beim Debüt von Trainer Viktor Skripnik feierte der SVW einen 2-1-Erfolg in Mainz. Von den restlichen 11 Partien wurden gleich 9 verloren (2 Remis).
  • Hoffenheim gewann nur 1 der 14 Pflichtspielduelle mit Bremen (5 Remis, 8 Niederlagen). Den einzigen Sieg für 1899 gab es am 1. Spieltag der Saison 2010/11 im Kraichgau mit 4-1.
  • In den 13 BL-Partien zwischen den beiden Teams im Oberhaus fielen insgesamt 48 Treffer, also 3.7 Tore pro Spiel. In den letzten 9 Aufeinandertreffen trafen stets beide Teams mindestens 1-mal ins Tor des Gegners.
  • Bremen feiert Geburtstag: Die Spielansetzung fällt auf den Gründungstag des SV Werder Bremen vor 116 Jahren (4. Februar 1899).

Paderborn - Hamburger SV (Mi., 20 Uhr im LIVE-TICKER)

Das sagen die Beteiligten:

Andre Breitenreiter (Trainer Paderborn): "Am Mittwoch dürfen wir nicht so naiv auftreten."

Uwe Hünemeier (Kapitän Paderborn): "Nach diesem Totalausfall werden wir am Mittwoch ein anderes Gesicht zeigen."

Peter Knäbel (Sportdirektor HSV): "Paderborn ist aus meiner Sicht ein Schlüsselspiel, wir werden uns optimal aus die Partie vorbereiten, um die Niederlage mit einem Sieg wieder gut zu machen."

Personal:

Bei Paderborn fehlen: Lück (Aufbautraining), Bertels (Fersenoperation), Ducksch (Aufbautraining)

Bei Hamburg fehlen: Cleber (Muskelfaserriss), Diekmeier (Kniereizung), Behrami (Aufbautraining nach Knie-OP), Holtby (Schlüsselbeinbruch)

Darum geht's:

Nach dem überragenden Saisonstart nähert sich Paderborn langsam den Tabellenregionen, die viele Experten vor der Spielzeit erwartet hatten. Seit nun acht Spielen wartet die Mannschaft von Coach Andre Breitenreiter auf einen Sieg (vier Remis, vier Niederlagen) und liegt mit 19 Punkten nur noch zwei Zähler vor den Abstiegsrängen.

Auf Relegationsplatz 16 steht derzeit der HSV, der mit einem Erfolg in Paderborn einen direkten Konkurrenten hinter sich lassen könnte. Aber auch die Hamburger warten bereits seit vier Partien auf einen Dreier und noch schlimmer: Auf ein erzieltes Tor.

Die OPTA-Facts zum Spiel:

  • Das Hinspiel gewann der SC Paderborn mit 3-0. Es war der 1. Bundesliga-Sieg der Ostwestfalen.
  • 2-mal trafen beide Vereine vor dieser Saison in Pflichtspielen aufeinander, beide Male in der 1. Runde des DFB-Pokals. 1996/97 gewann der HSV mit 3-1, das 2. Duell entschied der SCP in der Saison 2004/05 mit 4-2 für sich.
  • Der Paderborner 4-2-Sieg im Pokal 2004/05 ging als Skandalspiel in die Historie des deutschen Fußballs ein. Schiedsrichter Robert Hoyzer pfiff für Paderborn 2 fragwürdige Elfmeter und schickte Emile Mpenza mit Rot vom Platz.
  • Für Paderborns Trainer Andre Breitenreiter ist die Partie gegen den Hamburger SV eine Begegnung mit der eigenen Vergangenheit. Von 1994 bis Ende 1997 spielte er für den HSV und erzielte in 71 Bundesligaspielen 12 Tore.
  • Zoltan Stieber traf in seiner Karriere in 4 Zweitliga-Partien auf den SC Paderborn. Seine Bilanz gegen den SCP ist dabei beeindruckend: 3-mal ging Stieber als Sieger vom Platz (1 Remis), dabei schoss er 4 Tore.

FC Köln - VfB Stuttgart (Mi., 20 Uhr im LIVE-TICKER)

Das sagen die Beteiligten:

Peter Stöger (Trainer Köln): ""Wir wollen schwerer ausrechenbar sein. Mal schauen, ob wir jetzt auch unsere Heimgeschichte reparieren können."

Huub Stevens (Trainer Stuttgart): "Die Mannschaft muss an sich selbst glauben und das umsetzen, was wir trainiert haben. Und ein Tor mehr schießen. Ich bin locker, glaubt mir. Grad in der Kabine war ich unheimlich locker."

Personal:

Bei Köln fehlt: Helmes (Knorpelschaden in Hüfte)

Bei Stuttgart fehlen: Rüdiger (Aufbautraining nach Meniskusoperation), Didavi (Kniereizung), Gruezo (Muskelfaserriss im Oberschenkel), Abdellaoue (Rückstand nach Knorpelschaden)

Darum geht's:

In der engen Tabelle sind die beiden Mannschaften nur durch fünf Zähler getrennt. Stuttgart rangiert nach der Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach auf Rang 17 und könnte mit einem Sieg wieder an die Kölner heranrücken. In der Auswärtstabelle liegen die Schwaben mit insgesamt 12 Punkten auf Platz drei, während man zu Hause nur fünf mickrige Zähler holen konnte.

Nur knapp davor liegt in der Heimtabelle der 1. FC Köln mit sechs Punkten. Aus dieser Sicht spricht natürlich einiges für einen Erfolg der Stuttgarter, doch der Start in die Rückrunde lässt andere Dinge vermuten. Mit dem Auswärtserfolg in Hamburg verschaffte sich das Team um Trainer Peter Stöger Luft im Abstiegskampf. Eine Heimpleite gegen den VfB würde allerdings den Sieg verpuffen lassen.

Die OPTA-Facts zum Spiel:

  • Der 1. FC Köln hat nur 1 seiner 8 Heimspiele in dieser Saison gewonnen (3 Remis, 4 Niederlagen).
  • Mit 34 Siegen haben die Kölner gegenüber 26 Stuttgarter Erfolgen die Nase vorn (23 Remis). Damit ist der VfB auch das Team, gegen das die Kölner in ihrer Bundesliga-Historie die meisten Siege einfahren konnten.
  • Seit dem Kölner 3-2 im Oktober 2000 gab es in den Bundesliga-Duellen zwischen beiden Teams keinen Heimsieg mehr! In den letzten 16 Spielen gab es 7 Unentschieden, 9-mal fuhr der jeweilige Gast als Sieger nach Hause.
  • Huub Stevens war in der Saison 2004/05 Trainer des 1. FC Köln und feierte die Rückkehr ins Oberhaus als Zweitligameister. Nach dem Aufstieg verließ er Köln.
  • 1996/97 trafen Stuttgart und Freiburg (mit Torwart Jörg Schmadtke) im Viertelfinale des DFB-Pokals aufeinander. Im Elfmeterschießen verschoss Schmadtke den 1. Elfmeter für Freiburg, der VfB siegte 5-3 n.E.

Hertha BSC - Bayer Leverkusen (Mi., 20 Uhr im LIVE-TICKER)

Das sagen die Beteiligten:

Jos Luhukay (Trainer Hertha): "Wir brauchen mehr Mut und den Glaube an uns. Wir erinnern uns gern an das Hinspiel - mit einer vergleichbaren Leistung haben wir eine gute Chance. Das Bremen-Spiel hat Konsequenzen, es gibt Umstellungen."

Roger Schmidt (Trainer Leverkusen): "Das wird ein ganz intensives und enges Spiel, in dem wir extrem gut organisiert sein müssen und unsere Torchancen nutzen müssen."

Bernd Leno (Torwart Leverkusen): "Ziel können nur drei Punkte sein. Die Konkurrenz hat am Wochenende ihre Hausaufgaben gemacht. Wir dürfen uns keine Ausrutscher mehr leisten."

Personal:

Bei Hertha fehlen: Gersbeck (Aufbautraining), Heitinga (eingeklemmter Nerv in der Wade), Baumjohann (Kreuzbandriss), Ben-Hatira (Verletzung am Zeh), Cigerci (Lauftraining), Skjelbred (Scharlach), Kalou (Afrika-Cup)

Bei Leverkusen fehlen: Jedvaj (Aufbautraining), R. Kruse (Knöchel), Son (Urlaub nach Asien-Cup)

Darum geht's:

Die Pleite im direkten Duell gegen Bremen verschärft die Situation der Hertha. Und auch die von Coach Jos Luhukay, der langsam unter Druck gerät. Dass in der Englischen Woche auch noch ein Spitzenteam wie Leverkusen im Olympiastadion gastieren wird, macht die Sache natürlich nicht einfacher.

Für Bayer gilt es nach dem Remis gegen den BVB, die Champions League-Plätze nicht aus dem Blick zu verlieren. Mit acht Punkteteilungen in der bisherigen Spielzeit liegt man nur hinter Mainz und Freiburg, die noch einmal mehr Remis spielten.

Die OPTA-Facts zum Spiel:

  • Die beiden Klubs treffen sich zum 38. BL-Duell - knapp die Hälfte der 37 Partien gewann Leverkusen (18, dazu 11 Remis und 8 Niederlagen).
  • Nach zuvor 4 Unentschieden in Serie gewann die Werkself die letzten 3 Duelle. Den letzten Hertha-Sieg gab es im März 2009 beim 1-0-Heimerfolg.
  • Bayer 04 stellt gemeinsam mit dem VfB Stuttgart die beste Defensive der letzten 4 BL-Spieltage (jeweils 2 Gegentreffer).
  • Aber: Leverkusen kassierte 11 seiner 20 Gegentore in der laufenden Bundesliga-Saison nach ruhenden Bällen, darunter die letzten 8 (je 3 nach Freistößen und Elfmetern sowie 2 nach Eckbällen).
  • Die Schmidt-Elf zwang Dortmund beim 0-0 am 18. Spieltag zu ungewohnt vielen Fehlpässen: Der BVB brachte nur 43.6% seiner Pässe zum Mitspieler, das ist BL-Tiefstwert seit detaillierter Datenerfassung.

Die Bundesliga im Überblick

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