BVB-Stürmer-Explosion "nicht nötig"

Von Adrian Franke
Donnerstag, 29.01.2015 | 13:52 Uhr
Stephane Chapuisat spielte selbst jahrelang für Borussia Dortmund
© getty
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BVB-Legende Stephane Chapuisat hat sich in einem Interview mit seinem Ex-Klub beschäftigt. Der Schweizer warnte vor der aktuellen Situation und hofft, dass die Borussia die Negativspirale verlassen und sich schnell von den Abstiegsplätzen distanzieren kann. Die Anpassungsprobleme der beiden Neuzugänge Ciro Immobile und Adrian Ramos sieht der ehemalige Torjäger nicht als Hauptgrund für die Krise.

Immerhin sei es allen Beteiligten klar gewesen, dass die Nachfolge von Robert Lewandowski eine schwierige Aufgabe werden würde, "noch mehr, wenn der Glaube an sich selbst in der Krise fehlt. Auf ihn war die ganze Taktik zugeschnitten. Wichtig ist, sich wieder das Selbstverständnis zu erarbeiten. Dann werden Immobile und Ramos entscheidend eingreifen", erklärte Chapuisat gegenüber "Goal".

Dabei sei es aber überhaupt "nicht nötig", dass die beiden, trotz zusammengenommen nur fünf Hinrunden-Toren, explodieren: "Die Mannschaft muss geschlossen auftreten, arbeiten und die Siege gemeinsam holen. Tun das alle, profitieren die Stürmer davon und kommen zu Möglichkeiten. Ich bin überzeugt: Immobile und Ramos haben Qualität."

Chapuisat: "Die Lage ist ernst"

Insgesamt zeigte sich der Schweizer, der in 275 Pflichtspielen für den BVB 120 Tore erzielte, aber überrascht von der Dortmunder Krise: "Damit hat keiner gerechnet. Fußball ist ein sehr gefährliches, schnelllebiges Geschäft und wenn man zu lange überlegt, ist man weg. Die Lage ist ernst. Zum Start der Rückrunde muss man gut punkten, um sich aus der Abstiegszone rauszuschießen. Gelingt das, kann man nach vorne blicken. Vorerst nicht."

Zwar habe Dortmund großes Verletzungspech gehabt, gleichzeitig aber auch Spiele verloren, "die sie hätten gewinnen müssen. So etwas hinterlässt einen Knacks. Es ist alles schief gelaufen und das Schlimmste eingetreten. Um die Negativspirale zu verlassen, musst du vergessen, was passiert ist und daraus Kraft schöpfen. Helfen können nur Erfolgserlebnisse und der Zusammenhalt im Team."

"Reichte nicht" für Shaqiri in München

Darüber hinaus äußerte sich Chapuisat auch zur Schweizer Nationalmannschaft - sowie zu deren Hoffnungsträger Xherdan Shaqiri: "Wir haben derzeit eine gute Mischung aus jung und alt, unter anderem mit Shaqiri. Für ihn ist Inter Mailand die richtige Wahl. Sie stecken gerade im Umbruch und er kann dazu beitragen, dass sie nach vorne kommen."

Den Weggang vom FC Bayern begrüßt er zudem: "Er war nah dran, aber es reichte nicht. Alle dachten nach dem Champions-League-Finale 2012, Arjen Robben wäre fertig. Seither wirkt er wie aufgezogen. So traf Shaqiri auf die wohl beste Flügelzange der Welt. In drei Jahren hat er wenige Minuten bekommen, da wird man unruhig und es macht keinen Spaß. Obwohl Bayern auf einem anderen Level ist - das hat es noch nie gegeben.

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