Schaaf trifft auf die alte Liebe

Von Adrian Franke
Samstag, 06.12.2014 | 22:06 Uhr
Thomas Schaaf stand 14 Jahre in Bremen an der Seitenlinie
© getty
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Der Hamburger SV hofft auf den dritten Heimsieg in Folge, während Thomas Schaaf mit Eintracht Frankfurt zum ersten Mal gegen seinen Ex-Klub ran muss. Der 53-Jährige will die Erfolgsserie seiner Mannschaft gegen Werder Bremen fortsetzen.

Hamburger SV - 1. FSV Mainz 05 (So., 15.30 Uhr)

Das sagen die Beteiligten:

Nicolai Müller (HSV, über das Spiel gegen den Ex-Klub): "Ich freue mich darauf. Wir müssen aber unbedingt gewinnen."

Kasper Hjulmand (Mainz, auf der HSV-Website): "Wir haben am Samstag auf Schalke verloren und dabei Fehler gemacht, die wir abstellen müssen. Darauf konzentrieren wir uns. Es entspricht aber nicht unserer Idee von Fußball, dass wir uns vor einem Spiel mit der Aussicht auf einen Punkt begnügen."

Personal:

Bei Hamburg fehlen: Jansen (Adduktorenprobleme), Westermann (Innenbandanriss), Adler (Rückenentzündung), Beister (Aufbautraining), Jung, Nafiu, P. Müller (alle nicht berücksichtigt)

Bei Mainz fehlen: Baumgartliner (Sehnenreizung im Knie), Moritz (Rückenprobleme), Nedelev (Mittelfußbruch), Zentner, Hofmann, Schilk (alle Reha), Roßbach (Mainz 05 II)

Darum geht's: 13 ihrer 18 Gegentore haben die Mainzer in der laufenden Saison auswärts kassiert - kann die komplett harmlose HSV-Offensive (sieben Tore bislang) daraus Potential schlagen? Andernfalls laufen die zuhause immerhin seit nunmehr drei Spielen ungeschlagenen Hanseaten Gefahr, den Anschluss ans rettende Ufer zu verlieren.

Mainz derweil hat mit nur einem Sieg aus den letzten neun Spielen bereits den direkten Kontakt zu den internationalen Plätzen verloren. Eine weitere Pleite und die Rheinhessen sind wohl auch punktemäßig zurück im Abstiegskampf.

Die Opta-Facts zum Spiel:

  • Mit ihren 7 Treffern stellen die Hamburger die klar schwächste Offensive der Liga - kein anderes Team hat weniger als 13 Tore (Hannover und Köln) auf dem Konto. 33 Prozent Schussgenauigkeit und sechs Prozent Chancenverwertung sind jeweils Ligatiefstwert.
  • Mainz wartet ligaweit am längsten auf einen Sieg (fünf Spiele).
  • Der Hamburger SV wird voraussichtlich ohne seinen Abwehrchef Heiko Westermann auskommen müssen (Knöchelverletzung). Seit er zur Saison 2010/11 zum HSV kam, verpasste er nur sechs Spiele in der Bundesliga, alle sechs verlor der HSV.
  • Mainz kassierte acht seiner Gegentore per Kopf, kein anderes Team mehr als fünf.
  • In den letzten beiden BL-Begegnungen mit dem HSV gelangen Okazaki drei Tore. Nur Frankfurts Alex Meier traf in dieser Saison ein Mal mehr als er: Sieben Mal (wie drei Spieler).

Eintracht Frankfurt - SV Werder Bremen (So., 17.30 Uhr)

Das sagen die Beteiligten:

Thomas Schaaf (Frankfurt, bei "HR-Sport" über das Duell gegen seinen Ex-Klub): "Natürlich sind auch Emotionen dabei. Da kommen Menschen, mit denen man sehr lange zusammengearbeitet und auch ein Verhältnis bekommen hat, was in Freundschaft geht. Ich bin fokussiert auf die Eintracht, um mit dieser Mannschaft möglichst viel zu erreichen und erfolgreich zu sein."

Viktor Skripnik (Werder, in der "Kreiszeitung" über die Jugendspieler): "Wir spielen nicht zu Hause, wo uns 40.000 Fans anfeuern und man von der Euphorie getragen wird. Sondern auswärts, da sind fast 60.000 Zuschauer gegen dich. Die Frage ist: Wer von den Jungen kann schon mit diesem Druck umgehen? Ich kenne die Jungs, aber haben eben in der Regionalliga nicht auf diesem Niveau und auch nicht vor solchen Kulissen gespielt."

Personal:

Bei Frankfurt fehlen: Rosenthal, Trapp, Gerezgiher (alle Aufbautraining), Waldschmidt (Leisten-OP), Valdez, Djakpa (beide Kreuzbandriss), Zambrano (Außenband-OP im Knie)

Bei Bremen fehlen: Galvez (5. Gelbe Karte), Obraniak (Oberschenkelverhärtung), di Santo (Außenbandverletzung im Knie), Busch (Muskelfaserriss), von Haacke, Öz. Yildirim (beide Aufbautraining), Husic (nicht berücksichtigt)

Darum geht's: Zum zweiten Mal in dieser Saison hat die Eintracht zwei Spiele hintereinander gewonnen - die erste Serie endete abrupt mit einem 1:3 in Paderborn. Gegen das Ex-Team von Trainer Thomas Schaaf soll jetzt zum ersten Mal für diese Spielzeit der dritte Sieg in Folge her - immerhin geht es für die viertbeste Offensive der Liga (22 Tore) gegen die zweitschwächste Defensive (26 Bremer Gegentreffer).

Allerdings zeigt Werders Formkurve nach drei Siegen aus den letzten vier Spielen ebenfalls steil nach oben und gegen Schaaf dürfte es an Motivation nicht mangeln. Mit drei Punkten würden die Bremer bis auf zwei Zähler an die Eintracht ran rücken.

Die Opta-Facts zum Spiel:

  • Die Eintracht verlor keine der vergangenen acht Bundesliga-Partien gegen Werder Bremen (vier Siege, vier Remis) - eine so lange Erfolgsserie haben die Hessen gegen keinen anderen Bundesligisten.
  • Nach zuvor vier Niederlagen in Folge gewann die Eintracht die letzten beiden Partien. Drei Siege in Serie gab es zuletzt zu Saisonbeginn 2012/13 (damals sogar vier).
  • Werder gewann vier der fünf Pflichtspiele unter Viktor Skripnik und holte neun von 13 Punkten in dieser Saison unter dem Ukrainer. In der "Skripnik-Tabelle" liegen die Hanseaten auf dem dritten Rang hinter Wolfsburg und Bayern.
  • Werder erzielte neun seiner 18 BL-Saisontore in der Viertelstunde nach Wiederanpfiff. Das ist absolut wie anteilig (50 Prozent) der alleinige Ligahöchstwert.
  • Thomas Schaaf trifft erstmals als Spieler oder Trainer auf Werder Bremen. 1972 schloss er sich der Bremer Jugend an und war 41 Jahre in Diensten von Werder - dabei wurde er u.a. drei Mal Deutscher Meister und fünf Mal Pokalsieger.

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