Ribery: "Stand kurz vor dem Abschied"

Von Adrian Franke
Mittwoch, 26.11.2014 | 12:01 Uhr
Stand vor dem Abflug: König Franck bestätigte das Interesse der Königlichen
© getty
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Bayern Münchens Franck Ribery hat sich in einem Interview offen zu den heißen Wechselspekulationen vor einigen Jahren geäußert. Ohne Ex-Präsident Uli Hoeneß sowie Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge wäre er wohl nicht mehr in München, doch die Gespräche mit den Verantwortlichen beeindrucken den Offensivmann bis heute. Mit der Weltfußballer-Wahl hat er indes abgeschlossen.

"2009, als Louis van Gaal kam, war es eine sehr schwere Situation für mich. Nicht nur, weil ich mit van Gaal nicht sonderlich gut auskam. Auch, weil mich auf einmal alle Klubs wollten: Juventus, Inter Mailand, Chelsea, Manchester City, Real Madrid, der FC Barcelona. Ich war noch jünger. Für mich war das ein Schock. Auf einmal all diese Angebote. Ich war hin- und hergerissen, das hat mich verrückt gemacht im Kopf", berichtete Ribery in der "Sport Bild".

Weiter gab der Franzose zu: "Ich stand kurz vor dem Abschied. Ich hatte dann zwei, drei Gespräche mit Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge. Und diese waren richtig geil. Das werde ich nie vergessen. Diese beiden Herren sind richtige Männer, Männer von Klasse. Die wissen, wie das Geschäft geht. Wie sie mit einem sprechen müssen."

Demnach sagten sie ihm in mehreren Gesprächen an der Säbener Straße sowie in Hoeneß' Haus am Tegernsee: "Du bist unser bester Mann, du musst bleiben. Barcelona hat Messi, wir haben dich, Franck. Diese Worte haben mich beeindruckt. Heute bedanke ich mich dafür, dass sie mich zu dieser Entscheidung gebracht haben."

Real-Wechsel? "Alles vorbereitet"

Davor aber war ein Wechsel zunehmend wahrscheinlich geworden: "Real und Chelsea haben 60,65,70, ja sogar 80 Millionen Euro Ablöse geboten. So etwas muss man sich mal vorstellen. Damit musste ich erst einmal fertig werden", so der Offensivmann. Doch Bayerns Absage imponierte ihm: "Sie brauchen das Geld nicht, sie sind einfach hart geblieben, weil sie mich brauchen. Das war schon beeindruckend."

Mit Real waren die Verhandlungen zuvor fortgeschritten: "Mein Berater und Reals Verantwortliche haben schon viel gesprochen. Meine Frau Wahiba hat mir damals gesagt: "Wenn es dich glücklich macht, dann gehen wir nach Madrid." Es war alles vorbereitet. Heute ginge das nicht mehr. Wenn ich heute zu Wahiba sagen würde, dass ich weg will, würde sie sagen: "Bist du verrückt? Keine Chance." Sie ist besser organisiert als ich in München."

Spanien sei damals trotz des Interesse vom FC Chelsea seine erste Option gewesen, heute sieht es aber ganz anders aus: "Ich bin seit acht Jahren hier und will meine Karriere in München beenden. Ich habe hier alles durchgemacht: Erfolge und harte Zeiten. Der FC Bayern und ich sind wie ein Ehepaar. Hier bin ich zu einem Mann geworden. Und der Verein ist heute auf einer Ebene mit Real und Barca."

Kritik an Weltfußballer-Wahl

Ribery selbst brachte es so im Vorjahr auch kurz vor eine große individuelle Ehrung, bei der Wahl zum Weltfußballer wurde er aber hinter Cristiano Ronaldo nur Zweiter. "Ich habe sofort nach der Ankunft bei der Veranstaltung zu meiner Frau gesagt: "Wahiba, du wirst sehen, ich verliere diese Wahl." Ich habe gesehen, wie Sepp Blatter Cristiano Ronaldo euphorisch begrüßt hat", berichtete der 31-Jährige.

Dazu gab es "viele Fotos, die ganze Familie von Ronaldo war mit dabei, 20, 30 Leute. Ich bin doch nicht blöd: Da war klar, dass er gewinnen muss. Sonst bringt er doch nicht die ganze Familie mit." Auch in diesem Jahr haben mit Manuel Neuer und Arjen Robben wieder zwei Bayern-Spieler eine Chance auf die Auszeichnung, doch Ribery gibt den beiden nur eine Außenseiterchance.

"Manuel Neuer oder Arjen Robben müssen es für mich werden, es gibt keine zwei Meinungen. Manu hat alles gewonnen, er ist ein guter Mensch, nicht arrogant. Arjen hat eine unglaubliche letzte Bundesligasaison gespielt, danach eine überragende WM", lobte er, fügte allerdings hinzu: "Aber ich fürchte, dass da noch viel Politik dazu kommt. Der Goldene Ball für den besten Spieler? Ich glaube das nicht mehr."

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