Bayer Leverkusen in der Datenanalyse

Achtung, Hasardeure am Werk!

Von Daniel Reimann
Montag, 03.11.2014 | 18:43 Uhr
Roger Schmidt hat Bayer Leverkusen ein neues Spielsystem eingeimpft
© spox
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Roger Schmidt überraschte die Bundesliga nach seiner Übernahme bei Bayer Leverkusen mit wahnwitzigem Pressing und überfallartigem Umschaltspiel. Doch sein System hat zahlreiche Schwächen - und diese sind kaum abzustellen, sondern zwangsläufige Konsequenz. Eine Daten-Analyse mit Hilfe der OPTA-Zahlen

Das Spiel gegen den Ball: Sprintmaschinen und Chaostheorie


"Ein wenig vogelwild" beschrieb Stefan Kießling die Art Gegenpressing, die Roger Schmidt lehrt. Tatsächlich wirkt es manchmal unübersichtlich, wenn das Leverkusener Kollektiv nach Ballverlust sofort nachschiebt, um den ballführenden Gegner zu Fehlern zu nötigen. Doch was mitunter nach Chaostheorie aussieht, ist in den meisten Fällen eingeimpfte, kalkulierte Spielphilosophie.

Vom vordersten Angreifer weg schiebt Bayer vehement gegen den Ballführenden und erzeugt so Druck und Zugriff. Die Gegenspieler werden noch früh in ihrer eigenen Hälfte in Zweikämpfe gezwungen und attackiert.

Nach zehn Spieltagen hat Bayer laut OPTA mit 2469 Zweikämpfen die meisten aller Bundesligisten auf dem Konto. Dass davon viele verloren gehen, ist zwangsläufig Teil der Spielidee, weshalb Bayer mit einer Quote von 49,7 erfolgreichen Duellen in dieser Hinsicht auch nur Mittelmaß ist.

Pressing-Effekt: Herthas Ballverluste gegen Bayer durch gegnerische Tackles

Das auffälligste Stilmittel der Leverkusener Balljagd sind dabei zahllose kurze Sprints, insbesondere durch das Offensivquartett. In der Sprinttabelle der Bundesliga belegt Bayer den zweiten Platz. Am ersten Spieltag gegen Dortmund legte die Werkself dabei gleich mal die bisher unübertroffene Bestmarke fest: Sage und schreibe 316 Mal setzte ein Leverkusener zum Sprint an. Zum Vergleich: Eintracht Frankfurt gönnte sich beim 2:2 gegen Schalke derer gerade einmal 141.

Die allgemeine Laufleistung hingegen ist bei Bayer erstaunlich niedrig. Die Sprints beschränken sich meist auf kurze Distanzen und finden ohnehin auf möglichst kleinem Raum statt, um den Gegner in die Enge zu treiben. Darüber hinaus darf Bayer als eine der lauffaulsten Mannschaften der Liga gelten, im Ranking reicht es gerade einmal für Platz 17. Mit 105,02 Kilometern hält Bayer sogar den Rekord für den niedrigsten Wert dieser Saison - er datiert vom sechsten Spieltag (0:0 in Freiburg).

In erster Linie sind die offensiven Vier von Schmidts Sprintpassion betroffen. Sie agieren an vorderster Front und sollen noch so tief wie möglich in der gegnerischen Hälfte den Ball zurückerobern (siehe OPTA-Grafik). Stefan Kießling, Heung-Min Son, Hakan Calhanoglu und Karim Bellarabi sprinten sich regelmäßig auf kleinstem Raum die Seele aus dem Leib.

Vor allem Bellarabi sticht dabei hervor. Der Shootingstar der Saison ist unter den 13 besten Sprint-Werten von Bayer aus einzelnen Partien gleich sieben Mal vertreten und führt diese Tabelle mit Sprints aus dem Dortmund-Spiel sogar an. Mittels gut abgestimmten kollektiven Pressings leitet Bayer die meisten seiner Torchancen ein und hat damit eine der gefährlichsten Waffen im Spiel gegen den Ball.

Das Spiel gegen den Ball: Sprintmaschinen und Chaostheorie

Der Weg zum Tor: Überfall-Umschaltspiel und Fehlpass-Orgien

Rückwärtsbewegung: Fouls als Stilmittel und kalkuliertes Risiko

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