Dienstag, 07.10.2014

Krise an der Weser

Bremen zu Risiko und Schulden bereit

Werder Bremen plant angesichts der sportlichen Misere eine riskantere Finanzpolitik. Dies erklärte Werder-Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer dem "kicker" und der Kreiszeitung "Syke". Weil das Eigenkapital am Ende dieser Spielzeit aufgebraucht sei, müsse der Club nun doch bereit sein, Schulden zu machen. "Wir müssen abwägen, was für den Klub teurer ist: ein Abstieg oder ein überschaubares Risiko", so Fischer.

Werder Bremen ist bereit ein finanzielles Risiko einzugehen
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Werder Bremen ist bereit ein finanzielles Risiko einzugehen

Zeitnah sollen Gespräche mit dem Aufsichtsrat stattfinden. Dieses Gremium hatte sich vor dem Saisonstart noch geweigert, Mittel für Investitionen zu bewilligen, um mögliche Verstärkungen zu verpflichten. Willi Lemke, der Chef des Aufsichtsrats, hatte gefordert, dass nach Jahren mit kräftigen Verlusten endlich die schwarze Null geschrieben wird. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde ein Minus von mindestens acht Millionen Euro gemacht.

Zur Beschaffung neuer Gelder ist Werder offenbar bereit, sich für Investoren zu öffnen. Man wolle sich "in erster Linie um strategische Partner" bemühen, wie Klaus Filbry, der Vorsitzende der Geschäftsführung, erklärte.

Ruiz weiter ein Kandidat

Mit dem frischem Geld würde sich Werder im Winter verstärken wollen. Heißester Kandidat ist Bryan Ruiz vom FC Fulham. Der WM-Teilnehmer aus Costa Rica war sich schon im Sommer mit Werder einig, der Aufsichtsrat der Norddeutschen untersagte den Transfer aber aufgrund der finanziell angespannten Situation.

Angeblich hat sich nun bereits ein Kreis von Kaufleuten gebildet, der seine finanzielle Unterstützung in Aussicht stellt. Die möglichen Geldgeber wollen sich aber wohl nur engagieren, wenn ein Wechsel im Aufsichtsrat erfolgt und Willi Lemke zurücktritt. "Wir haben von solchen Aussagen gehört", bestätigte Fischer dem kicker.

Fischer appelliert jedoch an die Investoren in spe. "Das hilft Werder nicht weiter, wenn man die Unterstützung für den SV Werder an solche Bedingungen knüpft", sagte Fischer und formulierte "einen Appell an die Unternehmer, die solche Erklärungen abgegeben haben: Unterstützt Werder ohne persönliche Ressentiments."

Auch Lemke zeigte sich diesbezüglich gesprächsbereit und kündigte seine Bereitschaft zu Verhandlungen an: "Darüber werden wir mit der Geschäftsführung im Aufsichtsrat intensiv reden", sagte Lemke dem "SID".

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