Schon besser als Tasmania

SID
Montag, 20.10.2014 | 14:08 Uhr
Andre Breitenreiter und die Paderborner siegten gegen Frankfurt
© getty
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Mit dem zweiten Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt hat sich Aufsteiger SC Paderborn in der oberen Tabellenhälfte festgespielt. Großen Anteil daran hatte wieder einmal Trainer Breitenreiter.

Den Worst Case muss der SC Paderborn nicht mehr befürchten. Zwölf Punkte hat der Überraschungs-Aufsteiger nach acht Spieltagen auf dem Konto - das sind jetzt schon zwei Zähler mehr als Tasmania Berlin in seiner kompletten Horrorsaison 1965/1966 erreicht hatte.

Die Rote Laterne als 53. der ewigen Bundesliga-Tabelle ist der SCP bereits los und nach dem starken Saisonstart sind die Chancen gestiegen, dass die Ostwestfalen auch in der laufenden Saison nicht mehr Richtung Tabellenende abrutschen. "Wir sind wahnsinnig stolz darauf, was die Jungs Woche für Woche leisten", sagte Trainer Andre Breitenreiter nach dem 3:1 (0:0) gegen Eintracht Frankfurt.

Schaaf zollt Respekt

Den vielen vernichtenden Prognosen zum Trotz, die das Team als sicheren Absteiger sahen, hat sich der Außenseiter bereits jetzt in der Liga etabliert. Gegen Frankfurt drehten die eingewechselten Marvin Ducksch (66.) und Stefan Kutschke (85.) zusammen mit Kapitän Uwe Hünemeier (79.) den Rückstand durch Alexander Meier (57.).

"Wir haben nicht diese Entschlossenheit gezeigt wie Paderborn, die waren in den Aktionen energischer", bilanzierte Thomas Schaaf und zeigte den Unterschied zwischen den beiden Mannschaften auf: Die Gastgeber legten in der entscheidenden Phase zu, die Eintracht tat es nicht - obwohl sie mit einem Sieg auf Rang drei der Tabelle gesprungen wäre.

Dazu zeigte Paderborn eine neue Qualität: Mit seinen Glücksgriffen Ducksch und Kutschke sorgte Breitenreiter für die ersten beiden Joker-Treffer der Bundesliga-Geschichte. "Wir hatten ein goldenes Händchen mit den Einwechslungen", sagte der Trainer und dass er vom "Wir" und nicht vom "Ich" sprach, sagt viel über die Mentalität im Team aus, die er vorlebt.

Kritik an Rasen

Für seine Mannschaft legt sich Breitenreiter auch schon mal mit dem Verein an. "Hier laufen Kinder auf den Platz, hier fahren Fahrräder und Hunde pinkeln in die Ecke", hatte der 41-Jährige zuletzt über den "katastrophalen" Rasen des Trainingsplatzs gemeckert, die Verletzungsgefahr sei groß.

Die Spieler zahlen ihm den Protektionismus mit größtmöglichem Einsatz und Kampfgeist zurück. Nach den Umstellungen haben wir Vollgas gegeben", sagte Regisseur Mario Vrancic, der den Führungstreffer vorbereitete. Verbunden mit defensiver Disziplin und individuellen Highlights wie dem strammen Volleyschuss von Duksch zum 1:1 ergibt das gutes Bundesliga-Mittelmaß und mehr Punkte, als so arrivierte Mannschaften wie Borussia Dortmund, Werder Bremen oder Schalke 04 sammelten.

Und wenn der SCP die Liga weiter so aufmischt, rollt er auch in der ewigen Tabelle das Feld von hinten auf - der VfB Leipzig auf Rang 51 ist nur noch acht Punkte entfernt.

Der SC Paderborn im Überblick

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