Montag, 06.10.2014

Mats Hummels spricht über Überbelastung der Profis

"Ende der Fahnenstange erreicht"

Mats Hummels warnt vor der Überbelastung der Profis angesichts der stetig steigenden Spiele und fordert, die Winterpause in jedem Fall beizubehalten. Auch zum Videobeweis hat der Innenverteidiger von Borussia Dortmund eine klare Meinung, während der Fehlstart des BVB in der Bundesliga nach dem 0:1 gegen den Hamburger SV endgültig perfekt sei.

Mats Hummels (r.) spielte am vergangen Spieltag gegen den HSV wieder von Beginn an
© getty
Mats Hummels (r.) spielte am vergangen Spieltag gegen den HSV wieder von Beginn an

"Ich glaube auch, dass da das Ende der Fahnenstange längst erreicht ist. Darum ist es natürlich hilfreich, dass bei uns mittlerweile auch rotiert wird", betonte Hummels im "Kicker", angesprochen auf die hohe Belastung der Profis: "Das Spiel wird immer intensiver, früher waren es weniger Spiele, und das Tempo war nicht so hoch, also ist nachvollziehbar, dass sich nun häufiger Verletzungen einstellen."

Daher seien die Sommerpause "und auch diese zehn Tage im Winter sehr wichtig, das sollte unbedingt beibehalten werden, anders als in England. Die kurzen Unterbrechungen muss man nutzen, um abzuschalten und sich zu pflegen, dann kann man auch auf diesem mental hohen Niveau bleiben. "

Angesichts der starken Beanspruchung zeigte der 25-Jährige allerdings auch Verständnis für Philipp Lahm, der seine Karriere in der Nationalmannschaft nach dem WM-Sieg im Sommer im Alter von nur 30 Jahren beendete: "Wenn ich an Philipps Stelle gewesen wäre, da bin ich mir sehr, sehr sicher, dann hätte ich genau so gehandelt."

Hummels: "Bin klar für Videobeweis"

Neben der Kritik an der hohen Belastung hat Hummels auch einen klaren Standpunkt bezüglich des Videobeweises. "Eine richtige Entscheidung beim Handspiel zu treffen, ist eine ganz schwierige Sache, selbst wenn man die Zeitlupe ansieht. Das ist in dieser Saison ja ganz extrem und führt immer wieder zu Diskussionen", monierte der Nationalspieler.

Da man ein Handspiel nur schwer einschätzen könne, sei es zudem klar, dass auch Schiedsrichter oft unsicher agieren: "Was ist noch erlaubt, was ist zu viel? Ich bin klar für einen Videobeweis. Jeder Trainer könnte beispielsweise ein- oder zweimal pro Spielhälfte die Möglichkeit erhalten, durch den Videobeweis zu intervenieren. Das würde viele Fehlentscheidungen verhindern, und der Fußball würde gerechter."

"Fehlstart komplett besiegelt"

Zudem äußerte sich der Innenverteidiger auch zum national schwachen Dortmunder Saisonstart. "Wir hatten zuletzt allein im Mittelfeld sieben Ausfälle, irgendwann kann man das nicht mehr auffangen. Ich bin fest davon überzeugt: Wenn wir es schaffen, mit weniger Verletzungen durch die Saison zu kommen, dann wird man das auch auf dem Platz sehen können", erklärte Hummels noch vor der jüngsten Pleite gegen den HSV.

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Es gebe schlicht "immer mal solche Phasen, da darf man sich dann nicht verrückt machen lassen. Dass man eine Saison komplett durchmarschiert, das ist nun mal äußerst selten", stellte er weiter klar und kündigte an: "Nach der Länderspielpause sollten wir wieder einigermaßen komplett sein. Dann kann es losgehen."

Allerdings gab er im Anschluss an das HSV-Spiel, nach dem der BVB bei sieben Punkten aus sieben Spielen steht, zu: "Mit dem Ding gegen Hamburg ist unser Fehlstart komplett besiegelt. Wir tun uns schwer gegen die gut verteidigenden Mannschaften und machen vor quasi jedem Tor einen großen individuellen Fehler. International hatten wir eine super Partie gegen Arsenal und gegen Anderlecht Glück, dass diese Fehler nicht bestraft wurden."

Mats Hummels im Steckbrief

Adrian Franke

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