Fussball

Abstiegskampf: Alles oder nichts

Von Adrian Bohrdt
Der Hamburger SV hat die Chance auf den Klassenerhalt in der eigenen Hand
© getty

Der letzte Spieltag der Bundesliga-Saison 2013/14 steht an. Während zahlreiche Teams nur um die goldene Ananas spielen, geht es im Tabellenkeller um alles. Der HSV hat sein Schicksal selbst in der Hand, muss aber zu den heimstarken Mainzern. Schalke will Platz drei verteidigen, Wolfsburg, Leverkusen und Gladbach kämpfen um Rang vier. Pep Guardiola kündigt indes harte Strafen für eine Bierdusche an.

Mainz 05 - Hamburger SV (15.30 Uhr im LIVE-TICKER)

Das sagen die Beteiligten:

Thomas Tuchel (Mainz): "Für mich ist das eher wie ein Europapokal-Rückspiel. Wir haben 4:5 verloren und müssen ein Tor mehr schießen als der Gegner."

Mirko Slomka (Hamburg): "Unser Ziel ist der Klassenerhalt. Unser Ziel ist nicht, die Relegationsspiele zu erreichen. Aber dies ist nun unsere einzige Chance. Dieses Zwischenziel müssen wir erreichen. Der Dino darf nicht absteigen. Wir haben die Nase vorn und wollen uns das nicht mehr nehmen lassen."

Personal:

Bei Mainz fehlen: Park (Reha), H. Müller (nicht berücksichtigt)

Bei Hamburg fehlen: Lam (Schambeinentzündung), L. Sobiech (Sprunggelenkprobleme), Beister, Zoua (beide Oberschenkelverletzung), Rajkovic (Kreuzbandriss), Neuhaus, Stritzel, Nafiu, Steinmann (alle nicht berücksichtigt)

Darum geht's:

Hamburg verpasste es in den letzten vier Wochen, einen der Matchbälle zu nutzen und zumindest den Relegationsplatz perfekt zu machen, und so müssen die Rothosen bis zuletzt zittern. Da keines der letzten drei Teams in der Tabelle in den letzten vier Spielen auch nur einen Zähler holte, geht der HSV mit einem Ein-Punkte-Vorsprung auf den direkten Abstiegsplatz ins Saisonfinale.

Gewinnt der HSV, der noch um Marcell Jansen (Sprunggelenk) bangt, bekommt er in der Relegation die zweite Chance auf den Klassenerhalt. Bei einer Niederlage könnten Nürnberg und Braunschweig vorbei ziehen. Aber auch für Mainz steht viel auf dem Spiel: Die Rheinhessen wären mit einem Sieg sicher in der EL-Quali, bei eigener Pleite könnte Augsburg den FSV noch aus dem internationalen Geschäft kegeln.

Die OPTA Facts zum Spiel:

  • Hamburg hat nur eines von sieben Bundesliga-Spielen in Mainz verloren und ist hier seit sechs Partien ungeschlagen (drei Siege, drei Remis).
  • Der HSV hat die letzten acht Auswärtsspiele allesamt verloren, Mirko Slomka steht mittlerweile bei 14 Bundesliga-Auswärtspleiten hintereinander.
  • Mit 72 Gegentoren ist Hamburg die Schießbude der Liga. Nie zuvor kassierte der HSV bislang mehr als 68 Gegentreffer in einer Saison.
  • Mainz hat die letzten drei Heimspiele allesamt zu Null gewonnen.
  • Rene Adler steht vor seinem 200 Bundesliga-Spiel, blickt aber auf eine schwache Saison zurück: Kein Spieler verschuldete so viele Gegentore durch krasse individuelle Fehler wie der Hamburger Torwart (7).

Schalke 04 - 1. FC Nürnberg (15.30 Uhr im LIVE-TICKER)

Das sagen die Beteiligten:

Benedikt Höwedes (Schalke): "Ich möchte dem Team unbedingt helfen, das große Ziel zu erreichen. Ich bin voll belastbar, fühle mich richtig gut und traue mir durchaus zu, von Anfang an zu spielen. Es geht um den Verein, nicht um mich. Wir benötigen nur noch einen Punkt, aber werden trotzdem offensiv und voll auf Sieg spielen."

Roger Prinzen (Nürnberg): "Sie können mich für verrückt erklären, aber dennoch glaube ich an die Jungs. Wir haben positive Ansätze im Training gesehen, die erfrischend waren. Schalke verfügt über enorme Qualität im Offensivbereich. Wir müssen uns in der Defensive gegenseitig unterstützen."

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Personal:

Bei Schalke fehlen: Felipe Santana (Gelb-Rot-Sperre), K. Papadopoulos (Schulter ausgekugelt), Huntelaar (5. Gelbe Karte), Uchida (Sehnenverletzung), Clemens (Trainingsrückstand), Aogo (Kreuzbandriss), Avdijaj (Leisten-OP), Fuchs (Meniskus-OP), Klingenburg (nicht berücksichtigt)

Bei Nürnberg fehlen: R. Schäfer (Schulterverletzung), Chandler, Pinola, Plattenhardt (alle 5. Gelbe Karte), Gebhart (Adduktorenprobleme), Hasebe (Trainingsrückstand), Ginczek (Reha)

Darum geht's:

Nürnberg droht der achte Bundesliga-Abstieg und damit der unrühmliche, alleinige Negativrekord. Auch schon der letzte Club-Abstieg 2008 wurde mit einer Niederlage gegen Schalke am letzten Spieltag besiegelt, bei einer Pleite wären die vor allem defensiv personell gebeutelten Nürnberger auch dieses Jahr definitiv weg.

Da der HSV auf dem Relegationsplatz einen Punkt Vorsprung und das klar bessere Torverhältnis hat, muss der Club gewinnen und gleichzeitig auf einen Hamburger Punktverlust in Mainz hoffen, um auf den Relegationsplatz zu klettern. Schalke dagegen reicht ein Remis, um sich den dritten Platz und die direkte CL-Quali zu sichern. Sollte Königsblau verlieren, würde Leverkusen mit einem Sieg noch vorbei ziehen.

Die OPTA Facts zum Spiel:

  • Schalke hat nur eines der letzten vier Bundesliga-Duelle mit Nürnberg gewonnen (ein Remis, zwei Niederlagen) und blieb zuletzt sogar zwei Mal ohne eigenen Treffer.
  • Allerdings hat Nürnberg keines der letzten elf Gastspiele in Gelsenkirchen gewonnen (drei Remis, acht Niederlagen). Den letzten Bundesliga-Sieg feierte der Club hier vor über 20 Jahren (2:1 im September 1993).
  • Nürnberg verlor zehn der letzten elf Partien und kassierte dabei erstmals seit 30 Jahren wieder sechs Bundesliga-Pleiten hintereinander.
  • Schalkes Torhüter Ralf Fährmann parierte 79,5 Prozent der Schüsse auf seinen Kasten, die beste Quote aller Bundesliga-Stammkeeper. In der Rückrunde spielte er bereits acht Mal zu Null, ebenfalls BL-Höchstwert.

Hoffenheim - Braunschweig (15.30 Uhr im LIVE-TICKER)

Das sagen die Beteiligten:

Markus Gisdol (Hoffenheim): "Die kämpfen wie verrückt. Sie haben in dieser Saison nie aufgegeben. Es ist beeindruckend, wie sie auftreten. Die Mannschaft hat eine sehr gute Saison gespielt. Wenn wir es schaffen, das Spiel zu gewinnen, ist es eine sehr, sehr gute Saison."

Torsten Lieberknecht (Braunschweig): "Die Mannschaft will den Sieg und das Wunder schaffen. Endspielstimmung ist definitiv da. Das Team wird großes Herz zeigen, um das Optimum herauszuholen. Mit den Fans im Rücken wollen wir ein Auswärtsspiel zum Heimspiel machen."

Personal:

Bei Hoffenheim fehlen: Modeste (Rotsperre), Schipplock (Oberschenkelprobleme), Casteels (Schienbeinbruch), Vukcevic (Reha), Braafheid (U23), Wiese (freigestellt), Schorr, Romario, Paterok (alle nicht berücksichtigt)

Bei Braunschweig fehlen: Elabdellaoui (Bauchmuskelprobleme), Washausen, G. Korte (beide Kreuzbandriss), Perthel (nicht berücksichtigt)

Darum geht's:

Gewinnt Braunschweig nicht, ist der BTSV in jedem Fall abgestiegen. Selbst bei eigenem Sieg muss gleichzeitig der HSV verlieren und Nürnberg darf nicht gewinnen, damit das Schlusslicht noch eine Chance hat.

Hoffenheim, das nach Bayern (47) und Dortmund (41) die meisten Heim-Tore auf dem Konto hat (40) will sich dagegen anständig von den eigenen Fans verabschieden und im Abstiegskampf, wie Trainer Gisdol ebenfalls betonte, keinem Team einen Vorteil gewähren.

Die OPTA Facts zum Spiel:

  • Gelingt Braunschweig noch der Sprung auf den Relegationsplatz, wäre das ein Novum: Noch nie gelang es einem Bundesliga-Klub, am 34. Spieltag von Rang 18 auf Platz 16 zu klettern.
  • Braunschweig hat die letzten vier Spiele verloren und blieb dabei torlos. Ein weiteres Spiel ohne eigenen Treffer würde einen neuen Bundesliga-Negativrekord bedeuten.
  • Nur Bayern (93) und Dortmund (76) erzielten mehr Tore als Hoffenheim (69). Allerdings kassierte auch nur der HSV mehr Gegentreffer (72) als die TSG (69).
  • Braunschweig gewann in der kompletten Saison nur ein Auswärtsspiel (vier Remis, elf Niederlagen) und ist seit zwölf Gastspielen sieglos.
  • Nur Stuttgart verspielte in dieser Saison nach Führung mehr Punkte (30) als Hoffenheim (27). In der gesamten Vorsaison hatte die TSG lediglich sieben Punkte nach Führung noch abgegeben.

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