Müller: BVB nicht ganz auf Augenhöhe

Von Marco Nehmer
Donnerstag, 20.03.2014 | 10:48 Uhr
Thomas Müller ist einer der Erfolgsgaranten bei Bayern München
© getty
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Thomas Müller sieht den Tabellenzweiten Borussia Dortmund nicht ganz auf einer Stufe mit Spitzenreiter Bayern München. Die Kadertiefe sei der große Unterschied zwischen den beiden Kontrahenten. Dennoch lobt Müller den BVB. Zudem stellt auch er sich hinter den Menschen Uli Hoeneß - und will ausdrücklich Weltmeister werden.

Im "Audi Star Talk" äußerte sich Müller zum in der Bundesliga auf 23 Punkte distanzierten Verfolger aus Dortmund. Konfrontiert mit der Frage, ob der BVB auf Augenhöhe sei, antwortete der 24-Jährige: "Auf derselben nicht." Dortmund sei "eine exzellente Mannschaft. Aber wie man es jetzt sieht: Sobald dann Verletzungen kommen, haben sie nicht den breiten Kader wie wir ihn jetzt in der Tiefe haben."

"Das ist gar kein Vorwurf, das ist einfach so. Deshalb sehe ich sie ein bisschen darunter", führte Müller aus. Trotzdem zollte er der Spielweise des Meisters von 2011 und 2012 Respekt: "Borussia Dortmund ist immer eine Mannschaft, egal wer jetzt auf dem Platz steht, die sehr unangenehm ist. Darauf muss man sich einstellen."

Dieser Tage geht es beim FC Bayern aber nicht nur um die sportliche Komponente. Der Fall des zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilten Ex-Präsidenten Uli Hoeneß lässt auch die Spieler nicht kalt. "Der Verein, für den er sehr viel investiert und extrem viel Gutes getan hat, steht absolut hinter ihm", zeigte sich Müller solidarisch mit dem 62-Jährigen.

"Verein wird auch weiterhin zu ihm stehen"

"Natürlich ist die Strafsache irgendwo ausgeklammert. Da können wir uns auch nicht davon frei machen. Das will ich auch gar nicht groß beurteilen, was jetzt richtig oder falsch war. Ich denke, da weiß er selbst genug darüber", so Müller. "Der Verein wird auch weiterhin zu ihm stehen", erklärte der Nationalspieler und stellte fest: "Die Unterstützung für Uli Hoeneß als Mensch ist einmalig."

Müller pries den außergewöhnlichen Charakter des Bayern-Machers und erinnerte sich an eine Begebenheit: "Als ich noch Jugendspieler war, hat er mir einmal einen Ratschlag gegeben. Da hatte ich Fußballschuhe an, die scheinbar ein bisschen zu groß ausgesehen haben. Da hat Uli Hoeneß zu mir gesagt: Komm, gehe zum Zeugwart, hole dir gleich neue Fußballschuhe. Aber bitte eine ganze Nummer kleiner, weil ein Fußballschuh immer eng sitzen muss."

"Uli Hoeneß lebt den Fußball und vor allem den FC Bayern München. Ich denke nicht, dass sein Lebenswerk ganz kaputt geht", so der gebürtige Oberbayer, der zu einer Rückkehr in den Verein nach abgesessener Haftstrafe sagte: "Ich hoffe natürlich, dass dies möglich ist. Das kann ich jetzt schwer einschätzen. So wie ich den Uli kennengelernt habe, wird er da schon dranbleiben und nicht einfach so den Verein aus den Augen verlieren. Und der Verein wird ihn genauso wenig aus den Augen verlieren."

Müller will Weltmeister werden

Vorher steht für Müller ohnehin zunächst ein weiteres sportliches Highlight an. Im Sommer bestreitet der Nationalspieler seine zweite WM. Müller ist angriffslustig: "Mit Sicherheit waren die Chancen vor einem Turnier schon einmal deutlich schlechter. Ich fahre nach Brasilien nur mit dem Ziel, Weltmeister zu werden. Ganz klar. Und so geht es dem ganzen Team."

Der WM-Torschützenkönig von Südafrika mahnte aber zu mannschaftlicher Geschlossenheit, um das große Ziel zu verwirklichen: "Wir haben - und da lüge ich nicht - viel bessere Einzelspieler als bei der WM 2010. Aber wir müssen es erstmal schaffen, wieder so eine Mannschaft zu werden, wie wir sie 2010 waren. Da ist wirklich jeder für den anderen gelaufen. Vor allem in den wichtigen Spielen."

Thomas Müller im Steckbrief

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