Dienstag, 25.03.2014

Keine Spur von Ratlosigkeit beim Bayer-Coach

Teamchef Hyypiä unter Druck

Nach sechs Bundesligaspielen ohne Sieg wächst der Druck auf Teamchef Sami Hyypiä bei Bayer Leverkusen. Vor kurzem noch unumstritten, helfen dem Finnen zurzeit nur Punkte weiter.

Sami Hyypiä steht derzeit unter Druck
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Sami Hyypiä steht derzeit unter Druck
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Als Aktiver und Weltklasse-Innenverteidiger behielt Sami Hyypiä auch in kritischen Situationen stets die Übersicht. Als Teamchef von Bayer Leverkusen muss der 40-Jährige nach zuletzt sechs Bundesligaspielen in Folge ohne Sieg, dem Aus im DFB-Pokal und der Champions League mit einer für ihn neuen Situation zurechtkommen: als Coach an der Seitenlinie kann er nicht selbst aktiv ins Geschehen eingreifen, er ist auf seine Spieler angewiesen.

Und die machten zuletzt nicht den Eindruck, als ob sie Hyypiä eine große Unterstützung sind. "Ich brauche die Hilfe meiner Mitarbeiter, alleine kriege ich nicht die Kurve", betonte der finnische Ex-Nationalspieler vor dem schweren Auswärtsspiel beim FC Augsburg am Mittwoch.

Erst am vergangenen Sonntag (2:3 gegen 1899 Hoffenheim) wurde mit einem Last-Minute-Gegentor ein Punkt verspielt, nachdem Bayer aufgrund drückender Überlegenheit in der zweiten Hälfte sogar den Sieg verdient gehabt hätte.

100 Prozent bis zum Schluss

Ein Zähler beim Bundesliga-Überraschungsteam aus Schwaben würde Bayer und auch Hyypiä sehr gut tun. Es folgt am Samstag das Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig - gibt es dort keinen Sieg, gerät der Stuhl des einstigen Abwehr-Asses des FC Liverpool endgültig ins Wanken. "Ich habe keine Sorgen, mache meine Arbeit zu 100 Prozent, bis der Verein sagt: 'Du kannst zu Hause bleiben!' Aber der Zeitpunkt ist nicht da", sagte der Coach am Dienstag auf der Pressekonferenz aber trotzig.

Seine Hauptaufgabe wird sein, an Einsatz und Einstellung seiner Spieler zu arbeiten. Hyypiä: "Natürlich bin ich müde, immer über die gleichen Sachen zu sprechen. Ich sehe aber, das ist sehr wichtig für Mannschaft, damit Einstellung und Einsatz da sind." Der Gegner Augsburg werde auf jeden Fall das nötige Engagement zeigen.

Fehler habe er, Hyypiä, natürlich auch gemacht. Welche? "Kleinigkeiten! Ich weiß, welche Fehler ich habe gemacht. Die Fehler passieren nicht mehr", betonte der Blondschopf.

Keine Ratlosigkeit

Und ratlos, äußerte der Finne, sei er auf keinen Fall. "Wenn man vor dem gegnerischen Tor nicht effektiv ist und hinten dann individuelle Fehler macht - ich weiß nicht, ob man dann ratlos ist", sagte Hyypiä, der in Augsburg bis auf den weiterhin fehlenden Nationalspieler Stefan Reinartz (muskuläre Beschwerden und Fersenprobleme) personell aus dem Vollen schöpfen kann.

"Es ist gut, dass gleich am Mittwoch die nächste Gelegenheit ist. Wir wollten in dieser Woche den Bock umstoßen. Zwei Chancen haben wir noch", sagte Sportchef Rudi Völler dem Express. Schließlich ist Bayer drauf und dran, die Saisonziele zu verspielen.

Der Klub, der lange als "schärfster" Bayern-München-Verfolger Position zwei und die direkte Champions-League-Teilnahme in der Tasche zu haben schien, ist inzwischen auf Platz vier abgerutscht. Und Mönchengladbach, Wolfsburg und Mainz sind bedrohlich nahe gerückt. Eine Pleite beim FCA würde zudem bedeuten, dass auch die Augsburger nur noch zwei Punkte hinter Leverkusen zurückliegen würden.

In der derzeitigen Verfassung von Bayer ist sogar ein Abrutschen außerhalb der Europa-League-Ränge nicht auszuschließen. Im Vergleich zur Hinrunde ist die Hyypiä-Truppe nicht wiederzuerkennen. "Trainer und Mannschaft sind gefordert", äußerte Kapitän Simon Rolfes. Schlusswort von Hyypiä: "Viele Spiele in der Hinrunde haben wir viel schlechter gespielt als jetzt. Aber wir haben weniger Fehler gemacht und waren vorne effektiv."

Sami Hyypiä im Steckbrief

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