Sonntag, 02.03.2014
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Der Patient Bayer Leverkusen

Ein Fall für die Psychiater-Couch

Bayer Leverkusen hat durch das 0:1 (0:1) gegen den FSV Mainz 05 die fünfte Pflichtspielpleite in Folge hinnehmen müssen. Der ganze Klub rätselt über einen Weg aus der Krise.

Bayer Leverkusen verliert nach der fünften Pflichtspielniederlage seine Ziele langsam aus den Augen
© getty
Bayer Leverkusen verliert nach der fünften Pflichtspielniederlage seine Ziele langsam aus den Augen

Bayer Leverkusen ist mehr denn je ein Fall für die Psychiater-Couch: Fünftes Pflichtspiel, fünfte Niederlage - selten sah man bei der Werkself so viele ratlose Gesichter wie nach dem 0:1 (0:1) gegen den FSV Mainz 05. "Ich bin bestürzt. Die Sorge ist natürlich sehr groß, dass wir unsere angepeilten Ziele verspielen. Wir müssen alles dafür tun und wieder aufstehen, auch wenn ich das selbst zuletzt schon gesagt habe", sagte ein konsterniert wirkender Sportchef Rudi Völler.

Zwar war Bayer das Bemühen nicht abzusprechen, aber es fehlte der entscheidende Punch, um den Gegner in die Knie zu zwingen. "Ich schaue nicht auf die Tabelle, die Saison ist noch lang. Die jetzige Phase ist schon extrem. Wir müssen sehr hart arbeiten, um aus der Talsohle zu kommen", sagte Kapitän Simon Rolfes.

Auch er rätselt, wie der Schritt aus der Krise nach drei Bundesliga-Pleiten, dem Aus im DFB-Pokal gegen den Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern und der 0:4-Schmach in der Champions League gegen Paris St. Germain gelingen kann.

Verunsicherung bei den Routiniers

Erstaunlich ist allerdings, dass sich vor allem die erfahrenen Spieler bei Bayer in dieser angespannten Lage so schwer tun, den Kopf oben zu behalten.

Nicht umsonst wechselte Teamchef Sami Hyypiä mit seiner Alles-oder-Nichts-Taktik in der zweiten Hälfte gegen Mainz in Julian Brandt und Uwe-Seeler-Enkel Levin Öztunali zwei 17-Jährige ein, sie spielten neben dem 20-jährigen Emre Can und den 21-jährigen Heung-Min Son und Bernd Leno. "Wenn die jungen Leute besser sind als die älteren, dann müssen die Jungen spielen", sagte Hyypiä lakonisch.

Völler hat "eine sehr große Verunsicherung, auch bei den älteren Spielern", festgestellt. Doch mehr als Durchhalteparolen ("Es tut weh, aber wir müssen zusammenstehen") hatte er nach der neuerlichen Pleite gegen Mainz auch nicht zu bieten.

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Keine Trainerdiskussion

Von wirklichen Lösungsansätzen sind die Werkskicker meilenweit entfernt, nachdem unter der Woche auch die Arbeit im psychologischen Bereich nicht wie erhofft Früchte trug. Hyypiä: "Jetzt müssen wir etwas anderes probieren."

Was genau, das ließ er offen. Infrage gestellt wird der 40 Jahre alte finnische Ex-Nationalspieler unterm Bayer-Kreuz aber zu keiner Zeit. Er genießt das vollste Vertrauen von Völler und Bayer-Geschäftsführer Michael Schade.

Mainz redet nicht vom Europacup

Während für die Rheinländer Karneval quasi ins Wasser fällt, wollten die Mainzer am Samstagabend als Mannschaft Fastnacht feiern gehen.

Nach dem dritten Spiel in Folge ohne Niederlage und zuletzt sieben Punkten schnuppern die Mainzer sogar an den Europacup-Rängen. "Das ist zwar nicht unser oberstes Ziel, aber wenn wir am Ende noch nah dran sind, wollen wir die Chancen natürlich beim Schopf packen", sagte Eric-Maxim Choupo-Moting.

Sein herrliches Hackentor (37.) besiegelte den Dreier. "Wir können den Sieg schon richtig einordnen. Wir sollten schön bescheiden bleiben", sagte Trainer Thomas Tuchel. Das Wort Europacup vermied er wie der Teufel das Weihwasser. Er wird wissen warum...

Der Bayer Kader in der Übersicht

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