Samstag, 01.03.2014

FCA-Profi Hahn dachte an Telefonstreich

"Am ganzen Körper gezittert"

Als sich vor wenigen Tagen Hansi Flick bei Andre Hahn meldete, glaubte dieser erst einmal an einen Telefonstreich. "Ich dachte wirklich, ich werde verarscht", sagte der 23-Jährige nach dem 1:1 (0:1) gegen Hannover 96, das angesichts der Einladung schnell in den Hintergrund rückte.

Andre Hahn schaffte mit dem FC Augsburg ein 1:1 gegen Hannover 96
© getty
Andre Hahn schaffte mit dem FC Augsburg ein 1:1 gegen Hannover 96
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Es dauerte eine Weile, bis Hahn realisiert hatte, dass am anderen Ende der Leitung keineswegs ein lustiger Vogel sprach, sondern der künftige Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). "Ich habe am ganzen Körper gezittert", gestand der Flügelspieler, der vor 14 Monaten noch beim damaligen Drittligisten Kickers Offenbach spielte: "Bei meinem Werdegang ist so was nicht alltäglich." Flick habe ihm aber gesagt, dass er sich die Nominierung für die Begegnung gegen Chile, den letzten Test vor der Bekanntgabe des deutschen WM-Aufgebots, redlich verdient habe.

Mit den Stars von Bayern München wird Hahn per ICE nach Stuttgart reisen, und dann "alles aufsaugen und mich reinhängen. Es gibt nichts Größeres", sagte er. Ob er am Mittwoch auch zum Einsatz kommt, ist Hahn fast schon egal. "Ich", betonte er bescheiden, "stelle keine Ansprüche. Ich bin froh, mit solchen Weltklassespielern zu trainieren und Erfahrung zu sammeln."

Kollegen freuen sich mit

In Augsburg haben sie die Sternstunde des André Hahn, der der erste nominierte FCA-Profi seit der Legende Helmut Haller ist, mit großer Freude aufgenommen. Geschäftsführer Stefan Reuter habe sich auch zuerst wie beim verrückten Telefon gefühlt, und dass, obwohl ihm der DFB ein paar Tage zuvor schon etwas angedeutet habe. Trainer Markus Weinzierl sprach von einer "Riesenauszeichnung" für Hahn, der sich "super entwickelt" habe.

Mitspieler Kevin Vogt meinte, es sei schön, dass auf diese Art auch ein Verein wie Augsburg honoriert werde. "Wir freuen uns riesig für ihn", und wohl auch auf einen zünftigen Mannschaftsabend. Hahn muss nämlich tief in die Tasche greifen. "Sie haben durchblicken lassen, dass es recht teuer wird", sagte der DFB-Neuling schmunzelnd.

Alkoholfreies Bier

Der Samstagabend fiel dafür aber aus, da wollte sich Hahn mit Freunden, die aus Cuxhaven angereist waren, lediglich "ein alkoholfreies Bier" gönnen. An der Leistung gegen Hannover lag das nicht. Hahn war wie seine Kollegen engagiert und kampfstark, scheiterte selbst aber auch an einem glänzend aufgelegten 96-Torwart Ron-Robert Zieler. "Der spielt scheinbar gern in Augsburg", mutmaßte FCA-Coach Weinzierl, dessen Elf im Rennen um einen Europapokalplatz bleibt.

Auch Zielers Paraden sorgten für ein Ende der jüngsten 96er Negativserie und einen wichtigen Zähler im Abstiegskampf. "Es wird auswärts so langsam besser", sagte Sportdirektor Dirk Dufner. Vor dem Punktgewinn in Augsburg hatten die Niedersachsen nur einmal auswärts gewonnen und alle anderen Gastspiele als Verlierer beendet.

Andre Hahn im Steckbrief

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