Strafverfahren gegen Bayern-Präsident Uli Hoeneß

Haft, Bewährung oder Freispruch?

SID
Sonntag, 09.03.2014 | 21:06 Uhr
Uli Hoeneß ist seit November 2009 Präsident des FC Bayern München
© getty
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Am Montag beginnt der Prozess gegen Uli Hoeneß wegen Steuerhinterziehung. Dem Präsidenten des FC Bayern München droht eine Haftstrafe. Die wichtigsten Fakten zum Prozess und eine Chronologie der Vorfälle.

Gefängnis, Bewährungsstrafe - oder vielleicht doch ein Freispruch? Innerhalb von vier Tagen wird sich ab Montag die nähere Zukunft von Uli Hoeneß entscheiden.

Den Gedanken an eine Inhaftierung könne er schon mit Blick auf seine Familie "nicht zulassen", hat der Präsident des FC Bayern München gesagt. Er ist überzeugt, dass er alles richtig gemacht hat, nachdem so viel falsch gelaufen war. Doch die Entscheidung darüber liegt nicht mehr in seiner Hand.

Die Entscheidung, ob das irgendwie Undenkbare eintritt, wird die 5. Wirtschaftsstrafkammer am Landgericht München II treffen - zwei Schöffen und der Vorsitzende Richter Rupert Heindl (47).

Im "Strafverfahren gegen Ulrich H. wegen Steuerhinterziehung", Aktenzeichen W5 KLs 68 Js 3284/13, wird zu klären sein: Hat Hoeneß am 17. Januar 2013 seine Steuerhinterziehung rechtzeitig sowie korrekt angezeigt, sprich: Ist seine Selbstanzeige wirksam?

Diese Selbstanzeige ist es, um die sich ab Montag, 9.30 Uhr, im Sitzungssaal 134 im Justizpalast nahe des Stachus in München wohl zunächst alles drehen wird.

Die wichtigsten Fragen zum Prozess:

Worum geht es?

Uli Hoeneß unterhielt ab 2001 bei der Schweizer Bank Vontobel ein Konto. Mit dem Geld spekulierte er an der Börse. Er hat dem deutschen Staat dabei Steuern aus den Erträgen vorenthalten.

Warum steht Hoeneß vor Gericht?

Hoeneß hat Steuern hinterzogen. Das hat er durch die Einreichung einer Selbstanzeige am 17. Januar zugegeben. Eine korrekt eingereichte Selbstanzeige wirkt strafbefreiend, aber: Die Staatsanwaltschaft hält die Selbstanzeige von Hoeneß für unwirksam. Das bedeutet: Es bestünde keine Straffreiheit.

Wie viel Steuern hat Hoeneß hinterzogen?

Laut "Süddeutscher Zeitung" sollen es 3,5 Millionen Euro sein. Andere Medien wie der "Spiegel" berichteten zwischenzeitlich von lediglich 900.000 Euro.

Warum ist die Höhe der Steuerschuld relevant?

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat 2008 festgelegt, dass ab einem Steuerschaden von einer Million Euro in der Regel eine Haftstrafe ohne Bewährung folgen muss. In der Realität hat sich das noch nicht durchgesetzt.

Muss Hoeneß persönlich erscheinen?

Ja. Er hat eine Erscheinungspflicht an allen Verhandlungstagen.

Wo wird verhandelt?

Im Saal 134 des Justizpalastes in der Prielmayr Straße 7 in München, das Gebäude befindet sich am Karlsplatz (Stachus). Es verhandelt die 5. Strafkammer des Landgerichts München II.

Wer ist der Richter?

Der Vorsitzende Richter heißt Rupert Heindl (47). Er wird in den Medien wahlweise als "harter Hund" oder "Richter Gnadenlos" bezeichnet. Heindl hat zwei Schöffen neben sich sitzen.

Wer ist der Staatsanwalt?

Achim von Engel (39), ehemaliger Amtsrichter, Spezialist auf dem Gebiet der Steuerkriminalität. Brachte im Oktober 2011 den ehemaligen VW-Chef Bernd Pischetsrieder vor Gericht.

Muss Hoeneß ins Gefängnis?

Schwer zu sagen: Falls das Gericht die Selbstanzeige als nicht wirksam erachtet, wird es um die Höhe der hinterzogenen Steuern gehen. Davon ausgehend würde ein Strafmaß festgelegt.

Seite 1: Die wichtigsten Fragen zum Prozess

Seite 2: Die Chronologie der Ereignisse

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