Der SC Freiburg im Abstiegskampf

Immer irgendwie anders

Freitag, 21.03.2014 | 12:53 Uhr
Christian Streich ist der Architekt der Freiburger Mannschaft
© getty
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Der SC Freiburg hat mit dem Sieg in Frankfurt eine verloren geglaubte Stärke wiedergefunden. Die wird es in den entscheidenden Wochen auch brauchen. Der Klassenerhalt wäre für die Entwicklung des gesamten Vereins enorm wichtig.

Der Spielplan der Bundesliga hat für den 26. Spieltag ein paar nette Abstiegskracher vorgesehen. Auf drei Tage verteilt treffen sechs der letzten sieben Teams in direkten Duellen aufeinander. Nur Eintracht Braunschweig tritt bei Schalke 04 nicht bei einem direkten Konkurrenten an.

Los geht's am Freitagabend mit dem Duell zwischen dem SC Freiburg und Werder Bremen (20.15 Uhr im LIVE-TICKER). Die Partie ist natürlich auch das Aufeinandertreffen von Christian Streich und seinem Vor-Vorgänger Robin Dutt.

Streich hat den Sportclub in den letzten Jahren auf den Säulen der eigenen Jugendakademie gebaut. Oliver Baumann und Matthias Ginter sind die Aushängeschilder dieser Entwicklung.

Europa League zu hohe Belastung

Nach der erfolgreichen Saison 2012/13 mit der Qualifikation für die Europa League stecken die Freiburger in dieser Spielzeit seit Beginn im Abstiegskampf.

In der Hinrunde war die Zusatzbelastung deutlich zu viel für die Freiburger, die zwar nicht schlecht gespielt haben, aber am Ende oft nicht genug Power hatten, um die Spiele zu gewinnen.

Denn Streich hat seiner Mannschaft einen Fußball beigebracht, der auf enormer Intensität und hoher taktischer Disziplin aufgebaut ist.

Lob vom Bundestrainer

Doch auch in der Rückrunde, als die Europa League längst Geschichte war, ließen die Ergebnisse lange auf sich warten. Wieder spielten die Freiburger nicht schlecht, erhielten von den gegnerischen Trainern und sonstigen Experten auch viel Lob, nur Punkte gab es wieder nicht.

"Rein fußballerisch sehe ich vom Sport-Club in der Regel eindrucksvolle Spiele. Auch gegen Dortmund waren sie mindestens gleichwertig - eher besser", sagte Bundestrainer Joachim Löw nach der unglücklichen 0:1-Niederlage gegen Borussia Dortmund.

Abstiegsduelle stehen an

Vergangenen Sonntag in Frankfurt war dann plötzlich alles anders. Freiburg war die unterlegene Mannschaft, aber gewann deutlich. Sieben Torschüsse reichten für vier Treffer. Die verloren geglaubte Effizienz war zurück und der entscheidende Faktor im Abstiegsduell mit der Eintracht.

Selbst Trainer Streich rätselte über die plötzlich zurückgekehrte Qualität, nahm sie aber natürlich dankend an. Wohlwissend, dass die Konsequenz im Abschluss in den kommenden Wochen über das Schicksal des Sportclubs entscheiden wird.

Nach Bremen sieht das Programm für Freiburg an den nächsten Spieltagen Duelle mit den direkten Konkurrenten Hamburg, Nürnberg, Stuttgart und Braunschweig vor.

Laut "Opta"-Datenbank gibt keine Mannschaft weniger Torschüsse ab als der SC Freiburg, nur 79 Mal haben die Breisgauer in 25 Spielen abgezogen. Torhüter Oliver Baumann musste dagegen ligaweit die meisten Schüsse parieren (118) und schon 46 Mal hinter sich greifen.

Streich fordert Stressresistenz

Der Torhüter sieht "harte, lange Wochen" im Abstiegskampf auf seine Mannschaft zukommen, in denen vor allem die mentale Stärke gefragt sei. "Wenn wir uns auf diesen Sieg etwas einbilden oder uns ausruhen, verlieren wir gegen Bremen 0:3", sagte Baumann mit Blick auf den Erfolg in Frankfurt.

Streich mahnte seine Mannschaft schon nach dem vielen Lob für Niederlagen wie gegen Bayern oder Dortmund. "Wir dürfen damit nicht zufrieden sein. Wir müssen diese Mentalität mitnehmen und die gleiche Stressresistenz auch gegen Teams auf Augenhöhe zeigen."

Das gelang nur selten. Gegen Mainz, Hoffenheim und Augsburg setzte es Niederlagen, gegen Hertha gab es ein Unentschieden.

Bundesliga für ein neues Stadion

Freiburg ist trotz langjähriger Bundesligazugehörigkeit noch immer der etwas andere Standort. Die normalen Mechanismen wie Trainerdebatten oder gar Entlassungen greifen in Freiburg eigentlich nicht. Der Klassenerhalt ist zwar das oberste Ziel, aber die Freiburger sind laut Präsident Fritz Keller schon damit zufrieden, zu den "22, 23 besten Profiklubs" in Deutschland zu gehören.

In den kommenden Jahren hätte die Zugehörigkeit zur Bundesliga aber eine weitere wichtige Dimension für den Klub. Erste Liga verspricht einfach viel mehr Geld in allen Einnahmebereichen.

Und da die Freiburger gerade dabei sind, in die Infrastruktur zu investieren und ein neues Stadion planen, wäre jeder Zuschuss herzlich willkommen. "Unser Stadionprojekt ist auf einem guten Weg", sagt Keller. Er glaubt, dass die Arena unweit des Flugplatzes und des Uni-Geländes bereits 2017 fertig sein kann.

Eine sehr optimistische Ansicht, stößt das Neubauprojekt ja nicht überall in der Bevölkerung und im Gemeinderat auf positive Resonanz. Bessere Argumente hätte der Sportclub auf jeden Fall als Bundesligist.

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