Dienstag, 25.03.2014

Mandzukic' Situation nach dem Lewandowski-Transfer

Kämpfer in der neuen Welt

Stürmer haben es beim FC Bayern traditionell nicht leicht. Trotz guter Leistungen befindet man sich schnell auf dem Abstellgleis. Mario Mandzukic, der vor dem womöglich die Meisterschaft bringenden Spiel bei Hertha BSC (20 Uhr im LIVE-TICKER) die Torjägerliste der Bundesliga mit 17 Treffern anführt, scheint dieses Schicksal nicht zu teilen. Er wird dem Rekordmeister wohl erhalten bleiben - seine Situation wird sich allerdings radikal ändern.

Mandzukic (r.) führt die Torjägerliste der Bundesliga mit 17 Treffern knapp vor Lewandowski an
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Mandzukic (r.) führt die Torjägerliste der Bundesliga mit 17 Treffern knapp vor Lewandowski an

Mario Götze ist ein super, super Spieler und Arjen Robben ist ein super, super Profi. Thiago ist natürlich auch ein super, super Spieler, Philipp Lahm der intelligenteste Spieler, den er je trainiert hat, ja sogar Ersatzmann Diego Contento ist ein super Spieler.

Wenn Pep Guardiola in den Lobeshymnen über seine Schützlinge fast mantrahaft das immer selbe Vokabular benutzt, liegt das zum einen daran, dass der Spanier der deutschen Sprache noch nicht vollends Herr ist. Zum anderen, dass er es in der bayerischen Landeshauptstadt mit der Elite des Fußballs zu tun hat.

Auch Mario Mandzukic durfte schon die eine oder andere Lobhudelei über sich ergehen lassen. "Ich liebe diesen Spieler", sagte Guardiola. Noch nie habe er so einen Fußballer gesehen. Im Sechzehner sei er sowieso der beste Spieler der Welt, vor allem mit dem Kopf.

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Mia san die Besten

Spätestens seit der vergangenen Triple-Saison hat sich das Selbstverständnis und -bewusstsein beim FC Bayern nochmals verändert. Man sitzt auf dem Thron Fußball-Europas. Mia san die Besten - und der beste Verein braucht die besten Spieler. Auch deshalb wird sich Mandzukic' Situation kommende Saison radikal ändern.

Zur Weltklasse gehört nämlich auch Robert Lewandowski, momentan in Diensten von Borussia Dortmund und ab dem 1. Juli beim Rekordmeister unter Vertrag. Ablösefrei schnappten sich die Bayern den Polen, der von unzähligen Topklubs gejagt worden war.

Das bayerische Stürmer-Karussell

Bereits letztes Jahr, als Gerüchte um eine Verpflichtung des Dortmunders immer häufiger die Runde machten, beschwerte sich Mario Gomez öffentlich über die fehlende Rückendeckung des Vereins für seine aktuellen Stürmer.

Mandzukic dagegen gab und gibt nicht viel von sich selbst und seiner Gefühlswelt preis. Schon gar nicht zum Thema Lewandowski.

Auch die Startschwierigkeiten unter Guardiola wollte er nicht kommentieren. Lediglich ein "wir haben uns einfach nicht richtig verstanden" ließ er sich über die anfänglichen Probleme mit dem neuen Coach entlocken.

Viele prophezeiten so schon früh einen Bruch mit Guardiola und verwiesen auf die geringe Halbwertzeit der Bayern-Stürmer. Giovane Elber, Luca Toni, Ivica Olic oder Gomez: Sie alle waren Publikumslieblinge, Toptorjäger im besten Alter - und wurden dennoch ausgetauscht. "Stürmer bei Bayern zu sein, nein danke, diese Karriere hätte ich nicht machen wollen", scherzte Oliver Kahn einst.

Fall Mandzukic läuft anders

Droht dieses Schicksal jetzt auch Mandzukic? Beim Audi Cup traf er als Einwechselspieler und jubelte wütend Richtung Trainerbank.

Zum Rückrundenauftakt gegen Borussia Mönchengladbach, kurz nachdem der Lewandowski-Transfer offiziell wurde, strich Guardiola ihn wegen schwacher Trainingsleistungen aus dem Kader. Real Madrid, Juventus, Chelsea, Barcelona - jede Woche wird ein neuer Interessent aus dem Hut gezaubert.

Doch im Fall Mario Mandzukic deutet vieles darauf hin, dass er den Rekordmeister nicht verlassen wird. Schnell schoben die Oberen des Rekordmeisters einem Abschied des Kroaten den Riegel vor.

"Unklug" wäre es laut Ex-Präsident Hoeneß, auf ihn zu verzichten. Karl-Heinz Rummenigge ist zwar "bekannt, dass viele Klubs Interesse an ihm haben. Aber ich glaube, dass er über das Saisonende hinaus bleibt", so der Vorstandsvorsitzende der Bayern.

"Mario fühlt sich in München sehr wohl. Guardiola schätzt ihn sehr", sagte Berater Ivan Cjetkovic. Und: "Mario ist bereit zu kämpfen. Er hat keine Angst." Sein Nationalcoach Niko Kovac schlägt in die selbe Kerbe: "Er wird kämpfen. Auch ein Lewandowski muss erstmal zeigen, dass er besser ist als Mario."

"Brauche Schläge, sonst schlafe ich ein"

Mandzukic hat schon in seiner ersten Saison bewiesen, dass er sich gegen Konkurrenz behaupten kann. Bei seiner Ankunft wurde er noch von vielen belächelt, als er ankündigte, er werde sich durchsetzen - auch beim FC Bayern, auch gegen Gomez.

Am Schluss war es Mandzukic, der in den unwichtigen Bundesliga-Spielen geschont wurde, um in den entscheidenden Partien in DFB-Pokal und Königsklasse fit zu sein.

Mandzukic hat sich als Arbeitstier und Teamplayer einen exzellenten Ruf erarbeitet. "Nur mit solchen Spielern kannst du Großes gewinnen", lobte schon Jupp Heynckes. Als Dieter Hoeneß ihn 2010 zu Wolfsburg holte, schwärmte er: "Er flößt Respekt ein - und er tut weh."

Tippspiel

Im letztjährigen Champions-League-Viertelfinale gegen Juventus zum Beispiel lieferte er sich im Hinspiel einen 90-minütigen, privaten Kampf mit Giorgio Chiellini. "Ich habe wieder viele Schläge bekommen", sagte er danach. "Ich kann das alles aushalten, für die Mannschaft mache ich das gerne. Besser so, als wenn mich jemand in Ruhe lässt. Sonst schlafe ich ein."

Vom Techniker zur Brechstange

Doch mittlerweile ist vieles anders. "Seit Guardiola gekommen ist, hat sich für ihn die Welt komplett geändert", weiß Mehmet Scholl. Unter Heynckes' Bayern galt er als spielerische Variante im Sturm. Jetzt, da es im Kader vor Ballvirtuosen nur so wimmelt, kommt einem Mandzukic wie die rustikale Variante vor, die Brechstangen-Lösung.

Es mache ihm "Spaß, sich immer wieder zu beweisen" meinte Mandzukic einmal. Im System Guardiola hat er es geschafft, ab Sommer hat er es mit einer neuen Konkurrenz-Situation zu tun. Mittlerweile steht er nämlich auf der anderen Seite. Er ist nicht mehr der Herausforderer, der Underdog. Der Kroate ist jetzt der Platzhirsch, den es zu verdrängen gilt.

22 Tore und vier Assists steuerte Mandzukic in der vergangenen Spielzeit bei, aktuell hat er beide Marken bereits in weniger Spielen übertroffen (23 Tore, neun Vorlagen). Er hat seine Spielweise dem neuen System angepasst und konstant gute Leistungen gezeigt.

Ob gegen Schalke, Dortmund, Leverkusen, Arsenal, ManCity oder Chelsea - lediglich zwei Mal stand Mandzukic in den Topspielen nicht in der Startelf.

Statussymbol, Kampfansage - Problem?

Für den FC Bayern wäre es Statussymbol und Kampfansage zugleich, sollte man mit zwei Stürmern des Kalibers Mandzukic und Lewandowski in die Saison gehen. Zumal mit Götze und Thomas Müller als potentiellen falschen Neunern zwei weitere Optionen für eine vakante Stelle verfügbar wären. Die Zukunft von Claudio Pizarro ist zudem noch offen.

Die Top-Torjäger der Bundesliga 2013/14
Rang 1: Robert Lewandowski von Borussia Dortmund (20 Tore)
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Rang 1: Robert Lewandowski von Borussia Dortmund (20 Tore)
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Rang 2: Mario Mandzukic von Bayern München (18 Tore)
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Rang 2: Mario Mandzukic von Bayern München (18 Tore)
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Rang 3: Josip Drmic vom 1. FC Nürnberg (17 Tore)
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Rang 3: Josip Drmic vom 1. FC Nürnberg (17 Tore)
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Rang 4: Adrian Ramos von Hertha BSC (16 Tore)
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Rang 4: Adrian Ramos von Hertha BSC (16 Tore)
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Rang 4: Marco Reus von Borussia Dortmund (16 Tore)
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Rang 4: Marco Reus von Borussia Dortmund (16 Tore)
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Rang 4: Roberto Firmino von 1899 Hoffenheim (16 Tore)
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Rang 4: Roberto Firmino von 1899 Hoffenheim (16 Tore)
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Rang 7: Raffael von Borussia Mönchengladbach (15 Tore)
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Rang 7: Raffael von Borussia Mönchengladbach (15 Tore)
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Rang 7: Stefan Kießling von Bayer Leverkusen (15 Tore)
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Rang 7: Stefan Kießling von Bayer Leverkusen (15 Tore)
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Rang 7: Shinji Okazaki vom FSV Mainz (15 Tore)
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Rang 7: Shinji Okazaki vom FSV Mainz (15 Tore)
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Rang 10: Ivica Olic vom VfL Wolfsburg (14 Tore)
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Rang 10: Ivica Olic vom VfL Wolfsburg (14 Tore)
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Rang 11: Pierre-Emerick Aubameyang von Borussia Dortmund (13 Tore)
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Rang 11: Pierre-Emerick Aubameyang von Borussia Dortmund (13 Tore)
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Rang 11: Thomas Müller vom FC Bayern München (13 Tore)
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Rang 11: Thomas Müller vom FC Bayern München (13 Tore)
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Rang 11: Pierre-Michel Lasogga vom Hamburger SV (13 Tore)
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Rang 11: Pierre-Michel Lasogga vom Hamburger SV (13 Tore)
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Rang 14: Anthony Modeste von 1899 Hoffenheim (12 Tore)
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Rang 14: Anthony Modeste von 1899 Hoffenheim (12 Tore)
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Rang 14: Admir Mehmedi vom SC Freiburg (12 Tore)
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Rang 14: Admir Mehmedi vom SC Freiburg (12 Tore)
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Rang 14: Klaas-Jan Huntelaar von Schalke 04 (12 Tore)
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Rang 14: Klaas-Jan Huntelaar von Schalke 04 (12 Tore)
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Rang 14: Max Kruse von Borussia Mönchengladbach (12 Tore)
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Rang 14: Max Kruse von Borussia Mönchengladbach (12 Tore)
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Rang 14: Andre Hahn vom FC Augsburg (12 Tore)
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Rang 14: Andre Hahn vom FC Augsburg (12 Tore)
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Guardiola könnte das auf den ersten Blick in die Bredouille bringen. Der Spanier ist ein Fan davon, in seinem favorisierten 4-1-4-1 selbst auf der einzigen Stürmer-Position einen Mittelfeldspieler auflaufen zu lassen - zugunsten der kompletten Ballsicherheit und -kontrolle.

Zwar hat auch Pep mittlerweile die Vorzüge des Mittelstürmers Mandzukic erkannt - die Aggressivität im Pressing, die Kopfballstärke, das ungeheure Laufpensum -, permanent mit einem echten Neuner zu spielen oder eine radikale Umstellung auf ein System mit zwei Spitzen, das wird es dennoch nicht geben.

"Super-Super-Stempel" für Lewandowski

Wie er seine Stürmer bei noch weniger Spielzeit bei Laune halten will, wird eine der Aufgaben für Guardiola in der kommenden Saison. Behalten will er sie dennoch alle. "Er war sehr wichtig bis jetzt in meiner Zeit hier", sagte der Spanier über Mandzukic. "Er hat uns geholfen, die Spiele zu gewinnen. Er hat Vertrag und bleibt hier.

Über den Neuzugang aus Dortmund redet Guardiola indes noch nicht. Das sei seinen Spielern, Lewandowski selbst, dem BVB und Jürgen Klopp gegenüber nicht fair.

"In der nächsten Saison spreche ich über ihn." Spätestens Anfang Juli, wenn der Pole bei den Münchnern vorgestellt wird, wird Pep ihm dann den obligatorischen "Super-Super-Stempel" verpassen.

Mario Madzukic im Steckbrief

David Kreisl

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David Kreisl(Redaktion)

David Kreisl, Jahrgang 1989, ist seit 2012 für SPOX.com tätig. Aufgewachsen nördlich von München absolvierte er nach dem Abitur Ausbildungen zum Print-/Online-Redakteur sowie zum Synchronsprecher an einer privaten Medienakademie. Hauptsächlich im Fußball-Ressort unterwegs.

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