Underdog auf Europa-Kurs

Augsburger Frühling

Von Stefan Rommel
Freitag, 14.03.2014 | 11:48 Uhr
Markus Weinzierl (2.v.r) ist mit seinen Augsburgern auf Kurs Europa
© getty
Advertisement
Allsvenskan
Live
Malmö -
AIK
Primera División
Live
Real Sociedad -
Espanyol
Primera División
Live
La Coruna -
Girona
Copa del Rey
Saragossa -
Valencia
Serie A
Inter Mailand -
Sampdoria
League Cup
Arsenal -
Norwich
League Cup
Leicester -
Leeds
League Cup
Swansea -
Man United
League Cup
Man City -
Wolverhampton
Copa del Rey
Murcia -
Barcelona
Copa Libertadores
River Plate -
Lanus
Serie A
Atalanta -
Hellas Verona
First Division A
Genk -
Brügge
Serie A
Bologna -
Lazio
Serie A
Cagliari -
Benevento
Serie A
Chievo Verona -
AC Mailand
Serie A
Florenz -
FC Turin
Serie A
Genua -
Neapel
Serie A
Juventus -
SPAL
Serie A
AS Rom -
Crotone
Serie A
Sassuolo -
Udinese
Premiership
Aberdeen -
Celtic
League Cup
Chelsea -
Everton
League Cup
Tottenham -
West Ham
Coupe de la Ligue
Straßburg -
Saint-Etienne
Copa del Rey
Elche -
Atletico Madrid
Copa Libertadores
Barcelona SC -
Gremio
Copa Sudamericana
Fluminense -
Flamengo
Copa del Rey
Fuenlabrada -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Nizza
Championship
Leeds -
Sheffield Utd
A-League
Adelaide Udt – Melbourne City
Primera División
Alaves -
Valencia
Premier League
Man United -
Tottenham
Premiership
Hearts -
Rangers
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Rijeka
Premier League
Liverpool -
Huddersfield
Championship
Cardiff -
Millwall
Primera División
Sevilla -
Leganes
Ligue 1
Bordeaux -
Monaco
Serie A
Milan -
Juventus
Premier League
Bournemouth -
Chelsea
Primera División
Atletico Madrid -
Villarreal
Championship
Hull -
Nottingham
Ligue 1
Caen -
Troyes
Ligue 1
Dijon -
Nantes
Ligue 1
Guingamp -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Rennes
Ligue 1
Strasbourg -
Angers
Premier League
West Bromwich – Man City (DELAYED)
Primera División
Bilbao -
Barcelona
Serie A
AS Rom -
Bologna
Primeira Liga
Boavista -
Porto
Premier League
Arsenal -
Swansea (DELAYED)
Premier League
Watford -
Stoke (Delayed)
Premier League
Crystal Palace -
West Ham (Delayed)
CSL
Hebei -
Guangzhou Evergrande
J1 League
Kofu -
Kobe
Primera División
Getafe -
Real Sociedad
Eredivisie
Vitesse -
PSV
Serie A
Benevento -
Lazio
Championship
Birmingham -
Aston Villa
Premier League
Zenit -
Lok Moskau
First Division A
Brügge -
Sint-Truiden
Premier League
Brighton -
Southampton
Ligue 1
Lyon -
Metz
Serie A
Crotone- Florenz
Serie A
Neapel -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
Chievo Verona
Serie A
SPAL -
Genua
Serie A
Udinese -
Atalanta
Primera División
Girona -
Real Madrid
Super Liga
Cacak -
Partizan
Ligue 1
Toulouse -
St. Etienne
Premier League
Leicester -
Everton
Primera División
Eibar -
Levante
Serie A
Ponte Preta -
Corinthians
Primera División
Malaga -
Celta Vigo
Serie A
FC Turin -
Cagliari
Ligue 1
Lille -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Belgrano
Serie A
Hellas Verona – Inter Mailand
Premier League
Burnley -
Newcastle
Primera División
Espanyol -
Real Betis
Primera División
Las Palmas -
La Coruna
Copa Libertadores
Lanus -
River Plate
Championship
Preston -
Aston Villa
Copa Libertadores
Grêmio -
Barcelona
Copa Sudamericana
Flamengo -
Fluminense
A-League
Melbourne City -
Sydney
Ligue 1
Rennes -
Bordeaux Begles
Primera División
Real Betis -
Getafe
Primera División
Valencia -
Leganes
Championship
Bristol -
Cardiff
Premiership
St Johnstone -
Celtic
Championship
Aston Villa -
Sheffield Wednesday
Primera División
Deportivo -
Atletico Madrid
Ligue 1
Angers -
PSG
Serie A
Bologna -
Crotone
Primera División
Alaves -
Espanyol
Championship
Brentford -
Leeds
Ligue 1
Metz -
Lille
Ligue 1
Monaco -
Guingamp
Ligue 1
Montpellier -
Amiens
Ligue 1
Nantes -Toulouse
Ligue 1
Troyes -
Straßburg
Primera División
Barcelona -
Sevilla
Serie A
Genoa -
Sampdoria
Primeira Liga
Porto -
Belenenses
Primera División
Levante -
Girona
Serie A
Inter Mailand -
FC Turin
Championship
Middlesbrough -
Sunderland
Ligue 1
Nizza -
Dijon
Serie A
Cagliari -
Hellas Verona
Serie A
Chievo Verona -
Neapel
Serie A
Florenz -
AS Rom
Serie A
Juventus -
Benevento
Serie A
Lazio -
Udinese
Primera División
Celta Vigo -
Bilbao
Eredivisie
PSV -
Twente
Ligue 1
Marseille -
Caen
Serie A
Atalanta -
SPAL
Primera División
Real Sociedad -
Eibar
Primera División
Villarreal -
Malaga
Primera División
Real Madrid -
Las Palmas
Serie A
Sassuolo -
AC Mailand
Ligue 1
Saint-Étienne -
Lyon

Der Klassenerhalt ist geschafft, jetzt nimmt der FCA ein neues Ziel ins Visier: Mit einer Mischung aus neuen und alten Stilmitteln soll es nach Europa gehen. Dafür müssen nun aber auch große Teams geschlagen werden.

Neulich stand ein Wohnwagen vor der Geschäftsstelle des FC Augsburg an der Donauwörtherstraße und sein Halter wollte unbedingt der Erste sein. Es gab ein paar Tickets für ein Fußballspiel zu erwerben, zufällig handelte es sich um die Partie des FC Augsburg gegen Bayern München. Und ein schlauer Fan ist, wer sich erst gar nicht in die Schlange stellt.

Es verspricht ein Spiel von großem Unterhaltungswert zu werden für die Zuschauer. Das war es schon immer, wenn der große FC Bayern mal im Hinterland vorbeigeschaut hat. Fast alle im Stadion wollten dann die Bayern sehen, die zu erwartende Niederlage bereits einkalkuliert.

Mit den Bayern schauen Anfang April die Herrscher der Bundesliga vorbei. Die Mannschaft, die in der Rückrunde 21 Punkte aus sieben Spielen geholt hat, bei einem Torverhältnis von 28:2 und deren letzte Ergebnisse in der Liga ein 4:0, 4:0, 5:1 und 6:1 waren.

Bereit für Europa?

Deutlich größere Klubs sind in den letzten Wochen vor den Bayern eingeknickt, einige schenkten ihre Partie sogar bewusst im Vorfeld schon ab. Der FC Augsburg dürfte sich mit einem 90-minütigen Schaulaufen aber nicht (mehr) begnügen. Im Frühjahr 2014 gibt es nur zwei Mannschaften, die einen besseren Lauf haben als der FCA: Die Bayern und der FC Schalke 04.

Nach dem 2:1 bei Borussia Mönchengladbach steht die Mannschaft von Markus Weinzierl auf Platz sechs. Der erklärte Ziel Klassenerhalt ist bereits zehn Spieltage vor Ende der Saison praktisch erreicht - eine regelrechte Unverfrorenheit gegenüber jedem Experten, der den FCA im dritten Jahr seiner Ligazugehörigkeit zum dritten Mal als sicheren Absteiger ausgerufen hat.

Die Partie gegen Schalke am Freitag wird der Auftakt in eine neue Episode. Abstiegskampf war gestern, gegen die entsprechenden Gegner hat sich der FCA fast ausnahmslos durchgesetzt. Ab sofort stehen die Partien an, die den Klub auf seine Tauglichkeit für den europäischen Wettbewerb prüfen werden.

Schalke (H), Wolfsburg (A), Leverkusen (H), Mainz (A) und dann eben die Bayern (H) sind die nächsten Aufgaben. Vier von fünf Mannschaften, die in der Tabelle noch vor den Fuggerstädtern liegen und der FSV Mainz, der nur auf Grund des schlechteren Torverhältnisses noch knapp hinter Augsburg in Lauerstellung liegt.

Noch kein Sieg gegen die Big Four

Seit dem Aufstieg vor fast drei Jahren hat Augsburg noch kein einziges Spiel gegen einen der großen Vier Bayern, Dortmund, Leverkusen und Schalke gewinnen können. Andre Hahn kann man diese Statistik kaum ankreiden, der Shooting Star kam erst vor etwas mehr als einem Jahr nach Augsburg. Er steht stellvertretend für den Augsburger Frühling, weil er noch unbekannter daherkommt und ziemlich sicher noch mehr unterschätzt wurde, als der Rest der Mannschaft.

Der FC Augsburg besteht zum großen Teil aus ehemaligen Zweitligakickern und solchen, die bei ihren vorherigen Stationen in der Bundesliga durchgefallen waren. Aufgefüllt wird der Kader durch ein paar Eigengewächse und Paradiesvögel. Der Kader ist in seiner individuellen Klasse eher dem unteren Tabellendrittel zuzuordnen. Aber als Gesamtkomposition vermeintlich besser besetzten Teams wie Stuttgart, Hamburg, Bremen, Frankfurt oder Hannover teilweise deutlich voraus.

Bisher stießen die gruppen- und mannschaftstaktischen Fertigkeiten gegen individuell hochklassig besetzte Mannschaften immer an ihre Grenzen. Gegen Mittelklasse-Mannschaften spielt Augsburg auf Augenhöhe und derzeit hat die Mannschaft neben ihrer Klasse auch den Willen, die engen Spiele für sich zu entscheiden.

Pressen, umschalten, flanken

Eine entscheidende Frage wird für den Rest der Saison jetzt sein, wie weit Weinzierls System die Mannschaft auch gegen die Top-Klubs tragen kann. Nur darin besteht die reelle Chance, endlich auch mal gegen einen der Großen zu gewinnen. Der FC Augsburg ist eine bestens geölte Maschine, die kaum Verletzungssorgen zu beklagen hatte und nunmehr seit mehr als einem Jahr die Ideen ihres Trainers verinnerlicht hat und mittlerweile nahezu perfekt umsetzt.

Das Augsburger Pressing ist eines der besten der gesamten Liga. Beim Rückrundenauftakt in Dortmund gab es eine zweistellige Anzahl an Spielszenen, in denen der FCA seinen Gegner mit dessen eigenen Waffen schlug. Dortmunder Angriffe wurden bereits im Aufbau über die Innenverteidiger so geschickt gelenkt, dass dem Spitzenteam der Borussia nur Sekunden später ein neutraler Ball aus der Umklammerung helfen konnte.

Im Umschalten von Defensive auf Angriff verbesserte sich die Mannschaft in den letzten Monaten rasant. Der Siegtreffer in Gladbach steht exemplarisch: Vom defensiven Mittelfeld aus hieß die Reihe Moravek-Altintop-Hahn-Werner. In sieben Sekunden spielte sich Augsburg bis zum Torabschluss, ohne dass ein Gladbacher Spieler die Chance auf einen Ballgewinn oder ein taktisches Foul gehabt hätte.

Hahn ist der Zielspieler für Diagonalbälle oder hohe Zuspiele hinter die gegnerische Abwehrlinie, auf der linken Seite hat Tobias Werner nicht die hohe Endgeschwindigkeit, aber ein gutes Gespür für den Raum und einen sehr ordentlichen Torabschluss. Im Zentrum ist Halil Altintop das Scharnier, frei beweglich und in der Mitte - und noch wie bei etlichen Klubs davor auf den Flügeln - vor dem Tor und aus der zweiten Reihe sehr gefährlich.

Augsburg zeigt viel von dem, was der moderne Fußball einfordert. Und trotzdem hat sich die Mannschaft auch herkömmliche Stilmittel bewahrt. Alle Angreifer im Kader sind körperlich robuste Spieler, bis auf Raul Bobadilla auch groß gewachsen.

Augsburg vertraut mit seinen energisch nachschiebenden Außenverteidigern auf das klassische Mittel der Flanke. Oft ist es gar nicht gewünscht, dass ein Angriff bis zur gegnerischen Grundlinie durchbricht. Im letzten Heimspiel gegen Hannover segelten etwa 27 Flanken in den Strafraum der Gäste. 25 davon in der zweiten Halbzeit - eine Reaktion des Trainers auf das Hannoveraner Bollwerk im Zentrum in Tornähe.

Das eigentliche Ziel bleibt bescheiden

In den letzten zwei Jahren schaffte es jeweils mindestens ein Klub überraschend in die Europa League. Erst Borussia Mönchengladbach, letzte Saison der SC Freiburg und Eintracht Frankfurt. Davor waren es mit Hannover 96 und dem FSV Mainz 05 auch zwei Teams. Mit jedem weiteren Sieg wachsen in Augsburg das Selbstvertrauen und der Glaube an die große Überraschung.

"Wir bekommen jetzt ein paar Knaller vor die Nase gesetzt. Wir wollten nicht absteigen, das ist uns gelungen. Jetzt haben wir nichts mehr zu befürchten und können ganz frei aufspielen. Und dann schauen wir mal, wo das endet", sagt Hahn. Sein Trainer Markus Weinzierl will sich nicht mehr dagegen wehren, als neues Saisonziel den Einzug in einen europäischen Wettbewerb auszurufen.

Er und Manager Stefan Reuter sind zwei "Glücksgriffe", wie Geschäftsführer Peter Bircks es ausdrückt. Ein Glück, dass Reuter schon vor Augsburgs Serie einige Verträge mit wichtigen Spielern verlängert hat.

"Einen Ausverkauf wie etwa beim SC Freiburg am Ende der vergangenen Saison wird es bei uns wohl nicht geben. Da haben wir schon vorgesorgt", sagt Bircks. "Eckpfeiler wie Paul Verhaegh, Jan-Ingwer Callsen-Bracker, Daniel Baier oder Tobias Werner haben wir längerfristig an uns gebunden."

Und natürlich den Trainer selbst. Markus Weinzierl bleibt noch bis 2017. Das Augsburger Ziel bleibt bei aller Euphorie derzeit ein nüchternes: Der FCA soll ein stabiler Erstligist werden.

Das ist der FC Augsburg

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung