Montag, 10.02.2014

Krisensitzung beim Hamburger SV

Noch keine Mehrheit für Magath

Die Krisensitzung des Aufsichtsrats des Hamburger SV ist beendet, eine Entscheidung steht aus. Sämtliche Positionen stehen offenbar zur Disposition. Werden Oliver Kreuzer und Carl-Edgar Jarchow noch entlassen? Der Aufsichtsrat konnte sich aber offenbar nicht auf eine Installierung von Felix Magath einigen.

Felix Magath ist offenbar Wunschkandidat für die HSV-Rettung
© getty
Felix Magath ist offenbar Wunschkandidat für die HSV-Rettung

Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, gab es in der Sitzung nicht die nötige Zweidrittelmehrheit für Magath; acht von elf Aufsichtsräten müssten für eine Neubesetzung des Vorstands stimmen.

Schon am Donnerstag sollen Gespräche zwischen Teilen des elfköpfigen Kontrollgremiums und Magath stattgefunden haben, laut Informationen der "Bild" wurde dem Meistertrainer dabei sogar ein erster Vertragsentwurf vorgelegt.

Magath: "HSV kaum noch sichtbar"

Magath könnte die bisherige Vorstandsspitze um Carl-Edgar Jarchow und Sportvorstand Oliver Kreuzer ablösen und gleichzeitig die Aufgaben des Cheftrainers Bert van Marwijk übernehmen. Dies sei jedoch nur eine kurzfristige Lösung, da er plane ab Sommer das Amt des Klub-Vorsitzenden einzunehmen.

Zuvor hatte er mehrmals ausgeschlossen, als Übungsleiter in der aktuellen Struktur des HSV zu arbeiten. "In Hamburg ist der HSV hinter undurchschaubaren Strömungen, Gruppen- und Einzelinteressen kaum noch sichtbar", schrieb Magath am Sonntag auf seiner Facebook-Seite.

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Während Jarchow und Kreuzer die Sitzung im Hamburger Grand-Elysee-Hotel bereits nach 75 Minuten durch den Hinterausgang wieder verließen, wurde Magath nach Informationen von "Sport Bild" bei der Krisensitzung des Aufsichtsrates telefonisch zugeschaltet. Sein früherer Assistenztrainer Bernd Hollerbach soll sich bereits in der Hansestadt aufhalten.

Kreuzer: "Ich weiß nicht, was passiert"

"Ich weiß nicht, was passiert", teilte Kreuzer dem "Hamburger Abendblatt" mit, nachdem er die aktuelle sportliche Führung vor dem Elferrat verteidigt hatte. Seinen für Sonntagabend geplanten Auftritt im "NDR Sportstudio" sagte er kurzfristig ab.

Magath hatte zuvor schon einschneidende Veränderungen gefordert: "Beim HSV muss ab sofort auf allen Ebenen der Fußball wieder im Vordergrund stehen. Es geht jetzt nur noch um den Klassenerhalt. Es bedarf nun endlich einer Lösung im Sinne unseres Vereins. Der HSV muss Einigkeit nach innen und außen demonstrieren, ein starkes Zeichen setzen und eine Einheit werden."

Schon bei der Mitgliederversammlung im Januar, auf der vom HSV beschlossen wurde, die Ausgliederung der Profiabteilung zu planen, galt Magath als möglicher Nachfolger für Jarchow. Er steht dem Milliardär Klaus-Michael Kühne nahe, der den Neuaufbau aus privaten Mitteln als Investor unterstützen will.

Interesse bei Magath vorhanden

Magath hat Interesse an dem neuerlichen Engagement in Hamburg signalisiert. "Wenn mir jemand so eine Aufgabe anbieten würde, könnte ich mir Gedanken darüber machen. Bis jetzt ist es nicht passiert", sagte er dem Radiosender "WDR 2" am Sonntag: "Es ist fürchterlich, wie sich die Dinge da entwickelt haben."

Vorerst gibt es jedoch keine Veränderungen. Der HSV-Mediendirektor teilte den wartenden Journalisten kurz nach 22.30 Uhr mit, dass der Rat keinen Entschluss gefasst habe. "Die Tagung ist beendet. Es ist mir nicht bekannt das eine weitere Sitzung angesetzt ist", so Jörn Wolf.

Die Aufsichtsräte hatten das Hotel zuvor nach ihrer achtstündigen Sitzung durch die Tiefgarage verlassen. Vorerst bleiben Trainer van Marwijk und der Vorstand um Jarchow und Kreuzer im Amt. Am Mittwoch treten die Hamburger dann im DFB-Pokal gegen den FC Bayern München an (20.30 Uhr im LIVE-TICKER), am Sonntag folgt das Duell gegen Eintracht Braunschweig.

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