Werder-Ikone Marco Bode im Interview

"Es wird ein Nervenspiel werden"

Von Stefan Rommel
Freitag, 28.02.2014 | 12:59 Uhr
Marco Bode absolvierte 379 BL-Spiele für Werder und erzielte dabei 101 Tore
© getty
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Vor dem 100. Nordderby (Sa., 15.30 Uhr im LIVE-TICKER) spricht Bremens Ehrenspielführer über die stockende Entwicklung, die Tücken des Abstiegskampfs und Werders Identität.

SPOX: Herr Bode, wie viel Spaß macht Ihnen diese Saison?

Marco Bode: So richtig Spaß habe ich nicht. Wir sind auf der einen Seite enttäuscht über den Verlauf und dass wir unten drin stecken. Wir sind wie einige andere auch bedroht, abzusteigen. Auf der anderen Seite wussten wir vor der Saison, dass es nicht einfach werden wird. Es hat sich auch personell vieles verändert, dazu gab es gewisse wirtschaftliche Herausforderungen. Unsere Hoffnung, eine nachhaltige Entwicklung zu sehen, ist bisher nicht aufgegangen, aber wir müssen diesen Weg trotzdem weiter gehen.

SPOX: Wie gelingt der Spagat zwischen den alten, erfolgreichen Zeiten und der Realität, die Abstiegskampf heißt?

Bode: Wir müssen es akzeptieren, dass wir ein oder zwei Schritte zurückgehen mussten. Trotzdem gehören die Erfolge zu Werder, zu unserer Identität und Geschichte, darauf dürfen die Fans stolz sein!

SPOX: Wofür steht Werder im Frühjahr 2014?

Bode: An unseren Leitlinien und an unserer Philosophie hat sich nichts verändert. Wir halten weiter an gewissen Werten fest, auch wenn sich einige Dinge im Verein verändert haben. Werder steht für Kontinuität, Zusammenhalt, eine Familie oder ein verschworenes Team. Und für ruhiges Arbeiten. Ich halte es auch in der heutigen Zeit nicht für falsch, als sympathischer und menschlicher Klub zu gelten.

SPOX: Kritiker wenden ein, dass es im Klub teilweise an der nötigen Reibung fehlt.

Bode: Es ist natürlich leichter, seine Linie in Zeiten des Erfolgs zu rechtfertigen. Wir waren in den 90ern und auch Mitte der Nullerjahre für viele Vereine ein Vorbild. Jetzt müssen wir Lösungen finden für unsere Probleme. Wir müssen innovativ sein und kreativ. Unsere Werte bewahren, aber gleichzeitig auch offen sein für neue Ideen.

SPOX: Was ist zuletzt schief gelaufen?

Bode: Wir waren immer gut darin, Spieler zu entwickeln und Talente aufzubauen. Auch unsere Transferpolitik war lange sehr erfolgreich. Vor drei, vier Jahren fingen dann die Probleme an, zu einer Zeit als wir noch Champions League spielten. Teure Transfers, die nicht aufgingen, deutlich geringere Einnahmen ohne die Champions League, auch geringere Durchlässigkeit eigener Talente, das war der Beginn eines Teufelskreises, aus dem wir bis heute nicht herausgekommen sind.

SPOX: Wie kann der Verein dem entgegenwirken?

Bode: Ein wichtiger Punkt ist der Fokus auf den Nachwuchsbereich. Wir brauchen eine hohe Qualität in der Ausbildung und eine gute Durchlässigkeit in den Profibereich. Wir sind sehr gut aufgestellt in diesem Bereich - und wir sehen ja schon viele hoffnungsvolle Spieler am Horizont!

SPOX: Ist es auf mittelfristige Sicht realistisch, wieder an die großen Erfolge anzuknüpfen?

Bode: Die Bundesliga ist ein enormer Wettbewerb. Erfolg zu haben ist nicht leichter geworden, weil viele Klubs inzwischen sehr viel richtig machen. Aber schauen Sie sich Werder Ende der 90er Jahre an und was sich daraus entwickelt hat. Es konnten sich wenige vorstellen, dass wir ein paar Jahre später das Double holen würden. Es gibt keine Garantie dafür, aber man muss an sich und seine Pläne glauben. Wir leben in der Realität, aber wir verfolgen auch unsere Visionen.

SPOX: Werder leistet sich den Luxus, die Namensrechte am Weserstadion noch nicht veräußert zu haben. Ist das noch zeitgemäß?

Bode: Es ist ein Luxus, und das wissen wir auch. Für unsere Fans hat der Name 'Weserstadion' eine große Bedeutung. Wir sollten mit dem Thema auf gar keinen Fall leichtfertig umgehen. Man darf den Namen nicht einfach so verscherbeln, auf der anderen Seite darf es auch kein Tabu sein, sich damit auseinanderzusetzen, aber dann müssen wir die Fans mitnehmen.

SPOX: Große Teile der Fans feiern die Mannschaft auch nach heftigen Niederlagen. Zu Recht verweist der Klub auf die besondere Mentalität seiner Anhänger - aber ist das nicht auch in gewissem Sinne gefährlich: Hand in Hand dem Abstieg entgegen?

Bode: Also zunächst mal ist diese Unterstützung der Fans grandios und wenn wir Punkte holen können sich deshalb die Fans auch definitiv mit als Sieger fühlen! Natürlich kann zu viel Harmonie möglicherweise auch gefährlich sein, wenn man die Augen vor den Problemen verschließt. Aber das passiert ja nicht, es gibt auch sehr viele kritische Stimmen im Umfeld. Die Fans sind aber sehr sensibel dafür, wann es angebracht ist zu pfeifen und wann die Mannschaft Unterstützung benötigt.

SPOX: Oft hat man das Gefühl, dass die großen Erfolge nur an Thomas Schaaf festgemacht werden - die schwierige Zeit danach soll aber zu großen Teilen auf das Konto von Klaus Allofs gehen. Woran liegt das?

Bode: In der Wahrnehmung der Fans ist Thomas Schaaf den Menschen näher geblieben. Er hat nur für Werder gespielt und bis zuletzt alles versucht und sein Bestes gegeben und ist - plakativ ausgedrückt - nicht mitten in der Saison verschwunden. Klaus Allofs hat ein sehr gutes Angebot angenommen, das muss man vielleicht verstehen. Aber nicht nur Romantiker hätten sich vielleicht eine andere Entscheidung gewünscht und dass er seinen Vertrag erfüllt und seinen Job bis zum Ende erledigt. So kommt wohl die unterschiedliche Einschätzung zustande.

Seite 2: Marco Bode über die Arbeit beim HSV, den Umbruch und das Nordderby

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