Lewandowski trabt in die Normalität

SID
Sonntag, 05.01.2014 | 18:45 Uhr
Robert Lewandowski hat bereits 11 Saisontore auf dem Konto
© getty
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Robert Lewandowski hat nach seinem Kurztrip zu Medizincheck und Vertragsunterschrift bei Bayern München wieder das Training bei Borussia Dortmund aufgenommen. Der BVB intensiviert seine Bemühungen, einen Ersatz zu finden.

Robert Lewandowski trabte im Sonnenschein über den Platz, als sei nichts gewesen. Keine 20 Stunden nach seinem vielbeachteten Kurztrip zwecks Medizincheck und Vertragsunterschrift beim FC Bayern München nahm der polnische Torjäger am Sonntag bei Borussia Dortmund die Rückrundenvorbereitung auf - wohlwollend begleitet von etwa 200 Zaungästen am Trainingsplatz in Dortmund-Brackel.

Zugleich wurde er im Internet heftigst beschimpft von enttäuschten Fans. "Verräter" und "Judas" waren auf Lewandowskis Facebook-Seite noch die harmloseren Ausdrücke.

Der 25-Jährige versuchte am späten Nachmittag auf der Webseite des Vereins die Schärfe aus dem Thema zu nehmen und wandte sich direkt an die Anhänger: "Auch wenn es unter Euch einige Fans gibt, die mit meiner Entscheidung nicht einverstanden sind, hoffe ich auf Eure Unterstützung", wurde Lewandowski zitiert. Bis Saisonende wolle er "jedenfalls alles für den BVB geben".

Kollektiv wichtiger als Einzelspieler

Trainer Jürgen Klopp gab sich nach dem Training gelassen. "Wir wissen schon relativ lange, dass Robert ab Sommer für einen anderen Verein spielen wird. Jetzt ist es offiziell, für uns ändert sich aber gar nichts", sagte Klopp und betonte: "Wir sind nicht von einzelnen Spielern abhängig." Doch klar ist: Die Suche nach einem Nachfolger wird intensiviert.

"Unser Sportdirektor Michael Zorc arbeitet mit Hochdruck daran, eine Alternative zu finden", sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Fans, die nun glauben, die BVB-Welt bekomme tiefere Risse, beruhigte er mit dem Hinweis, Borussia Dortmund werde "weiter Fußball spielen".

Allerdings räumte Watzke ein, einen Spieler des Kalibers Lewandowski "ungern" zu verlieren - so war es schließlich schon mit Mario Götze geschehen. Aber es breche jetzt "nicht alles zusammen".

Überhaupt war die Borussia ebenso wie der FC Bayern auffällig darum bemüht, den Wechsel herunterzuspielen. Alles sei klar gewesen, der Transfer ohnehin ein "ganz normaler Vorgang" und alles andere als überraschend.

"Wir sind rechtzeitig informiert worden"

Nachdem im vergangenen April die Bekanntgabe des Wechsels von Götze noch große Empörung auf Dortmunder Seite ausgelöst hatte, sei diesmal "alles korrekt" gelaufen: "Wir sind rechtzeitig informiert worden, alle Beteiligten haben sich ausgetauscht." Er hege "nicht den geringsten Zweifel" daran, dass sich Lewandowski bis zum letzten Tag für den BVB zerreißen werde.

Zorc ist nun gefordert, und man vertraut ihm. Einige richtig starke Transfers hat der langjährige BVB-Profi bereits getätigt, nun soll er den nächsten Volltreffer landen - in der extraschwierigen Kategorie "bezahlbar mit Potenzial für Weltklasse". Für die Suche hat er Zeit, Forderungen, es müsse umgehend gehandelt werden, weist Watzke scharf zurück.

"Ich rege mich ehrlich gesagt manchmal über die ganzen Besserwisser auf, die uns erzählen, unser Kader müsste noch breiter sein", sagte er der "Bild".

Leistungsträger lange verletzt

Stattdessen setzt die Borussia auf die heilende Wirkung der Winterpause, die besten "Neuzugänge" sollen aus dem hauseigenen Lazarett kommen.

Ein halbes Dutzend Leistungsträger war lange verletzt, neben der Stamm-Innenverteidigung Mats Hummels/Neven Subotic fehlte am Sonntag noch Lukasz Piszczek (Infekt).

Eine komplette Viererkette plus zwei Sechser zu ersetzen - das schafft selbst Bayern nicht", sagte Watzke.Zumindest finanziell etwas einfacher wäre die Suche nach einem Lewandowski-Ersatz, hätte der BVB seinen Star-Torjäger schon im Winter gegen eine üppige Ablöse ziehen lassen.

In dieser Situation stark geblieben zu sein, nennt Watzke eine "goldrichtige Entscheidung": "Er schießt für uns Tore, arbeitet wahnsinnig hart", sagte er. Allerdings nur noch fünf Monate lang.

Robert Lewandowski im Steckbrief

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