Samstag, 18.01.2014

Rangnick glaubt nicht an Vorhersehbarkeit der Liga

"Bundesliga ist nicht langweilig"

Am Samstagnachmittag testet der FC Bayern München gegen Red Bull Salzburg. Im Stadion wird dabei auch Ralf Rangnick sein, der als Sportdirektor neben Salzburg auch noch RB Leipzig betreut. Vor der Partie äußerte sich der 55-Jährige zur Lage der Liga, dem System von Pep Guardiola und den eigenen Ambitionen mit Salzburg und Leipzig.

Seit 2012 ist Rangnick im Amt des Sportdirektors bei Red Bull Salzburg und Leipzig
© getty
Seit 2012 ist Rangnick im Amt des Sportdirektors bei Red Bull Salzburg und Leipzig

Guardiola pflügt mit Bayern derzeit durch die Bundesliga - und wird dafür allerorts gefeiert. Ist die höchste deutsche Spielklasse damit vorhersehbar geworden? "Finde ich nicht", erklärte Rangnick im Interview mit der "Bild". Vereine wie Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen, Schalke 04 oder auch der VfL Wolfsburg könnten den Bayern wieder Paroli bieten, auch wenn sich der Rekordmeister "eine Sonderstellung erarbeitet" hat: "Ich glaube, dass Dortmund wieder neue Lösungen finden wird, um darauf zu reagieren.

Dabei sei auch die Taktik des Spaniers, der vor allem auf ein 4-1-4-1 setzt, keine Revolution, merkt er in der "tz" an: "Nein, das habe ich in Teilen schon in Dortmund gesehen, auch damals bei uns in Hoffenheim." Philipp Lahm habe zudem schon in der Jugend auf der Sechs gespielt.

Am faszinierendsten sei das Spiel der Bayern ohne Ball: "Die blitzschnelle Balleroberung, wenn der Gegner den Ball hat." Schon Barca sei "mit Abstand am gefährlichsten" gewesen, wenn der Gegner am Ball war.

"Spielern geht es um die Perspektive"

Aufgrund der tiefen Taschen von Sponsor Dietrich Mateschitz müssen die Red-Bull-Klubs immer wieder Kritik einstecken. "Wir haben fast ausschließling junge Spieler verpflichtet", widerspricht Rangnick in punkto Leipzig, das sich auf dem besten Weg in die 2. Liga befindet.

"Ohne gewisse finanzielle Voraussetzungen geht es im Profi-Fußball einfach nicht", gibt er zu, die Spieler würden aber nicht nur des Geldes wegen zu seinem Klub wechseln. "Es geht vor allem um die sportliche Weiterentwicklung und Perspektive."

Das Ziel in Salzburg ist für ihn mit dem Meistertitel und dem Einzug in die Champions League klar definiert. Derzeit führt man die Tabelle souverän mit neun Punkten Vorsprung an. "Wir wollen gegen Bayern jetzt sehen, wo wir stehen, auch wenn wir in der Vorbereitung noch nicht so weit sind", kündigt er an.

Gisdol rettete Hoffenheim vor dem Abstieg

1899 Hoffenheim ist nach starkem Saisonstart ins Trudeln geraten, mit 18 Punkten geht der Blick derzeit nach unten. Lob gibt es von Rangnick für Trainer Markus Gisdol trotzdem. Mit ihm "hat man wieder einen, der die Spielweise und die Philosophie trägt, für die Hoffenheim bekannt worden ist." Ohne ihn "wäre man wahrscheinlich abgestiegen."

Zieht es ihn auch selbst wieder auf die Trainerbank? "Vorstellen kann ich es mir schon", sagte er der "tz". Er sei noch zu jung, um das definitiv auszuschließen. Derzeit fühle er sich aber in Salzburg und Leipzig sehr wohl.

SPOX

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