Mittwoch, 18.12.2013

Inside Bundesliga: 5 Klubs - 5 Personalien

Wieder steht ein Youngster bereit

Borussia Dortmund freut sich über die positive Entwicklung seines Offensivtalents Tammo Harder, der VfB ruft für sein Trainingslager sogar den Jugendwahn aus. In Hannover hat Sebastien Pocognoli dagegen keine schönen Aussichten.

Tammo Harder spielte bis zu Saisonbeginn noch in der Jugend des FC Schalke 04
© getty
Tammo Harder spielte bis zu Saisonbeginn noch in der Jugend des FC Schalke 04

Borussia Dortmund: Bereits vor seinem ersten Spiel sorgte Tammo Harder für einiges Aufsehen. Der 19-Jährige wechselte im Revier die Fronten, von Königsblau zu Schwarz-Gelb. Schalke war nicht eben amüsiert darüber, dass eines seiner größten Talente beim Sprung in den Seniorenbereich die Seiten wechselte - und dann auch noch zum verhassten Nachbarn. Dass sich der Tausch für Harder aber offenbar zu lohnen scheint, zeigen die letzten Wochen eindrucksvoll. Der Offensivspieler hat sich mittlerweile an das schnelle Tempo und die härtere Gangart im Herrenbereich gewöhnt, sein Trainer David Wagner von Borussias U-23-Mannschaft bescheinigt ihm "eine richtig tolle Entwicklung". Beim Pokalspiel in Saarbrücken, als dem BVB gleich mehr als ein halbes Dutzend Stammspieler fehlten, schaffte es Harder sogar in den Kader bei den Profis. Mit fünf Toren in 15 Spielen in der 3. Liga hat er auf sich aufmerksam gemacht, Trainer Jürgen Klopp soll sich regelmäßig nach Harders Werdegang bei der Reservemannschaft informieren. Zu hoch will sein Trainer die Erwartungen an das überdurchschnittlich begabte Talent aber noch nicht hängen. "Tammo muss noch viel arbeiten, aber er ist total offen und wissbegierig - das beschleunigt den Prozess." Momentan scheint es, als könnte der U-19-Nationalspieler der nächste sein, der bei den Profis reinschnuppern darf...

Hannover: Für Sebastien Pocognoli wird die Lage in Hannover zunehmend unbehaglich. Zu Beginn der Saison war der Belgier links in Hannovers Viererkette noch gesetzt, Trainer Mirko Slomka schob Zugang Edgar Prib eher ins Mittelfeld, Konkurrent Christian Pander war mal wieder verletzt und Christian Schulz musste einige Male in der Innenverteidigung aushelfen. Einsätze über die volle Distanz waren gewissermaßen ein Selbstläufer für den 26-Jährigen, der zumindest ordentliche Leistungen zeigte. Dann aber schlidderte Pocognoli wie die gesamte Mannschaft in ein Formtief, gegen den HSV und beim VfB Stuttgart spielte er richtig schwach, zuletzt gegen Nürnberg gab es dann von Trainer Mirko Slomka die Quittung: Pocognoli wurde aus dem Kader gestrichen. "Wir entscheiden uns nicht gegen, sondern für einen Spieler", sagt Slomka zwar. Das zeichen dürfte Pocognoli allerdings erkannt haben und richtig deuten. Zumal derzeit Prib eher links hinten den Vorzug bekommt und Pander nach Oberschenkelproblemen und einem grippalem Infekt in die Mannschaft drängt. Im kommenden Sommer steht für Pocognoli das Highlight seiner bisherigen Karriere an, wenn er mit Belgien bei der WM teilnehmen will. Geht der Abwärtstrend in Hannover aber so weiter, wird es eng werden mit einer Berufung durch Nationaltrainer Marc Wilmots. Vielleicht trennen sich die Wege von 96 und Pocognoli in der Winterpause schon wieder. Dabei war der erst vor zwei Jahren von Lüttich nach Hannover gewechselt.

Werder Bremen: Vor der Saison ernannte der neue Trainer Robin Dutt Sebastian Prödl zum Abwehrchef und einer Korsettstange für den umgekrempelten Kader. Von beidem ist der Österreicher kurz vor der Winterpause und nach einem enttäuschenden Halbjahr aber meilenweit entfernt. Nach einem ordentlichen Start, bei dem Prödl in seiner Funktion als Innenverteidiger auch vom defensiv geordneten Auftreten seiner Mannschaft profitierte, verletzte er sich gegen Wolfsburg und fehlte Werder nun fast zwei Monate. Die Statistik, wenngleich auch verfälscht durch die veränderte Spielausrichtung der Mannschaft, macht aus Prödl aber wirklich so etwas wie einen Hoffnungsträger.

Mit ihm kassierte Werder in neun Spielen zehn Gegentore. In den Spielen ohne ihn waren es 24. Sein Vertreter Assani Lukimya fiel in dieser Phase nicht unbedingt als gleichwertiger Ersatz auf und konnte Nebenmann Luca Caldirola nicht führen. Auch deshalb hofft Trainer Dutt auf eine baldige Rückkehr des Österreichers. Dass es für die Partie am Samstag gegen Bayer Leverkusen reichen könnte, glaubt Prödl selbst indes nicht. Zumindest nicht für einen Platz in der ersten Elf. Mir fehlt einfach die spielspezifische Ausdauer", sagte Prödl am Mittwoch. Für ein paar Minuten könnte es aber reichen.

Hamburger SV: Dennis Diekmeier war drei Monate weg vom Fenster, ein Kahnbeinbruch im linken Fuß setzte den 24-Jährigen außer Gefecht. In der Zeit hat sich allerhand getan beim HSV, unter anderem durfte Diekmeier am Dienstag mit Bert van Marwijk den gar nicht mehr so neuen HSV-Trainer hautnah bei der Arbeit verfolgen. Diekmeier durfte nach Wochen der individuellen Schufterei endlich wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Vor ein paar Wochen hat er sich nun doch wieder für den HSV entschieden und seinen Vertrag vorzeitig bis 2016 verlängert. Davor gab es reichlich Gerüchte um einen Abschied aus Hamburg.

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Nun will Diekmeier aber spätestens nach der Winterpause in der Hansestadt wieder voll durchstarten. "Endlich bin ich wieder dabei", sagte er nach seiner ersten Einheit. "Auf diesen Augenblick habe ich lange hingearbeitet." Überstürzen will es Diekmeier trotz aller zarten Euphorie aber nicht. Zu kurz ist die Strecke bis zur Winterpause, als dass sich ein voreiliger Einsatz lohnen würde. "Mein Ziel ist es, zur Vorbereitung auf die Bundesliga-Rückrunde wieder voll einzusteigen", setzt sich Diekmeier ein realistisches Ziel. Erreicht er dann sein normales Leistungsniveau wieder, sollte er auf seiner angestammten Position rechts in der Viererkette nahezu konkurrenzlos sein. In seiner Abwesenheit konnten jedenfalls weder Heiko Westermann, noch Zhi Gin Lam oder Michael Mancienne überzeugen.

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VfB Stuttgart: Der Weg ins Trainingslager führt den VfB in diesem Winter bekanntlich in die Sonne Kapstadts, in Südafrika will Thomas Schneider seine erste längere Pause nutzen, um gezielt an den Defiziten der Vorrunde zu arbeiten. Bereits im Vorfeld haben er und Sportvorstand Fredi Bobic aber schon mal klar aufgezeigt, in welche Richtung es in der Rückrunde gehen könnte.

Seit Jahren ist Stuttgart nur noch in der Liga am Ball und da im gesicherten - Spötter würden behaupten belanglosen - Mittelfeld platziert. Mit dem Abstieg sollte der VfB wenig zu tun haben, der Sprung auf die internationalen Plätze erscheint zu groß. Es bliebe also Zeit für ein paar Experimente. Dass Cristian Molinaro, Benedikt Röcker, Tunay Torun und Patrick Funk nicht mit nach Südafrika dürfen, ist schon eine Ansage. Allen vieren wird dadurch ein Vereinswechsel in der Winterpause klar und deutlich nahegelegt. Dass es im Gegenzug mit Tim Leibold (20), Marvin Wanitzek (20) und Robin Yalcin (19) drei Spieler aus der zweiten Mannschaft ins Trainingslager geschafft haben, war vielleicht noch zu erwarten. Die Einladung für die beiden A-Jugendlichen Timo Baumgartl (17) und Arianit Ferati (16) erstaunt dann aber selbst Insider. Beide dürften noch für die U 17 der Schwaben spielen, wurden aber bereits eine Altersstufe nach oben gezogen. Jetzt erfolgt eine erste große Bewährungsprobe bei den Profis. Selbst für den VfB, einem der Vorzeigeklubs in Sachen Jugendarbeit in Deutschland, sind diese Personalien nicht alltäglich. Und einen 16-Jährigen an Stelle gestandener Profis mit in ein Trainingslager zu nehmen, zeugt von Mut und Entschlossenheit."Es entspricht der Vereinsphilosophie, dass wir junge Spieler in der Bundesliga etablieren wollen", sagt Schneider. Der Trainer lässt den Worten, die er bei seinem Amtsantritt getätigt hat, nun offenbar die entsprechenden Taten folgen.

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