Freitag, 29.11.2013

Wutrede auf der Bayer-Pressekonferenz

Völler: "Vizekusen war schwachsinnig“

Nach dem 0:5 gegen Manchester United am Mittwoch in der Champions League musste sich Bayer Leverkusen einiges anhören. Sportdirektor Rudi Völler hat offenbar genug: Auf der Pressekonferenz am Freitag teilte der Weltmeister von 1990 so richtig aus. Neben Reiner Calmund und dem früheren Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser bekam auch die Marketing-Abteilung ihr Fett weg - und der 1. FC Köln.

Rudi Völler kennt sich mit Wutreden bestens aus
© getty
Rudi Völler kennt sich mit Wutreden bestens aus

Nach den drei zweiten Plätzen in der Saison wurde Bayer Leverkusen zum "Vizekusen" - ein Spitzname, der dem Verein so lange nachhing, dass dieser ihn 2010 schließlich patentierte und sich so höchstpersönlich zu eigen machte.

Ist das der Grund dafür, warum es in großen Spielen oft nicht klappt? Rudi Völler hat zumindest genug davon. "Die ganzen internen Diskussionen über unser Image sind der absolute Blödsinn.Wir machen uns kleiner als wir sind", wettert er am Freitagnachmittag.

Die Wurzel allen Übels: "Ich habe ja gern mit Wolfgang Holzhäuser zusammengearbeitet - aber Vizekusen zu patentieren, war schwachsinnig. Das passt nicht zu Bayer."

Brandt-Verpflichtung bestätigt

Der Klub sei schlicht und ergreifend die "Werkself", so Völler: "Die Werkself-Kampagne war die Beste, die wir je hatten."

Überhaupt stelle der Klub sein Licht zu oft unter den Scheffel. Nicht umsonst habe man Megatalent Julian Brandt vom Vfl Wolfsburg verpflichtet. Der "kommt zu uns, weil wir ein Top-Klub sind. Dafür brauchen wir nicht irgendwelche Marketing-Agenturen oder Theoretiker", schimpft Völler.

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Völler wettert gegen Calmund

Die Leistung am Mittwoch will er nicht schönreden, aber: "Auch nach einem 0:5 gegen ManUnited können wir mit breiter Brust durch Köln gehen." Eine Spitze gegen den Effzeh kommt hinterher: "Wir spielen halt gegen die, der FC verliert gegen Ingolstadt."

Kultfigur Reiner Calmund hatte kein gutes Haar am Auftritt des Teams gelassen ("Das war zum Kotzen!"). Von der Vereinsikone hat Völler ebenfalls langsam die Nase voll. "Ich gebe auch Reiner Calmund einen guten Tipp: Er ist im Moment auch vom Beruf her Reiner Calmund." Der ehemalige Manager solle "der Calli bleiben und nicht den Calli spielen".

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