"Es ist ein Vertrauensbruch"

Von Marco Nehmer
Mittwoch, 27.11.2013 | 20:27 Uhr
Franz Beckenbauer hätte als Trainer genauso gehandelt wie Pep Guardiola
© getty
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Bei Bayern München sorgt seit dem Wochenende die Maulwurf-Affäre für Aufsehen. Ehrenpräsident Franz Beckenbauer beklagt den Vertrauensbruch - beim Rekordmeister gehörten solche Schlagzeilen allerdings dazu. Matthias Sammer drängt die Spieler zu mehr Vorsicht bei der Auswahl der Gesprächspartner.

"Ich glaube nicht, dass der Inhalt der ganzen Geschichte das Entscheidende ist. Es ist ein Vertrauensbruch", sagte Beckenbauer dem Pay-TV-Sender "Sky". Der 68-Jährige betonte, er hätte als Trainer "genauso reagiert". Jedoch "vielleicht ein bisschen anders, nicht so in der Öffentlichkeit."

Hintergrund sind die Ereignisse vor dem Topspiel der Bayern bei Borussia Dortmund (3:0). So war unter anderem die Mannschaftsansprache des Trainers sowie die Aufstellung vorab an die Öffentlichkeit geraten. "Egal, wer es ist, es werden Köpfe rollen. Denjenigen schmeiße ich raus. Er wird nie wieder unter mir spielen", zitierte "Bild" den Spanier daraufhin.

"Bei Bayern ist immer alles überzogen"

Beckenbauer betonte jedoch, dass solche Nebenkriegsschauplätze in München dazugehörten: "Bei Bayern ist immer alles überzogen. Man macht aus einer Mücke einen Elefanten. Von außen wird es aufgebauscht", so der Ehrenpräsident, der den Verein selbst zwei Mal als Trainer betreute.

"Für den Verein mag es auf der einen Seite hinderlich sein, auf der anderen Seite kommt da auch die Popularität her. Der Verein kann machen was er will, er steht immer in den Schlagzeilen", so Beckenbauer.

Sammer: Spieler müssen aufpassen

Sportvorstand Matthias Sammer äußerte sich ebenfalls gegenüber "Sky" zu dem brisanten Thema. "Es ist für meine Begriffe etwas überinterpretiert worden. Ich bin jetzt 18 Monate bei Bayern, jede Woche war irgendetwas, was du interpretieren könntest", pflichtete er Beckenbauer hinsichtlich des unruhigen Umfelds bei.

"Am besten sind wir immer gefahren, wenn wir das gar nicht groß bewertet haben und trotzdem muss man intern ein wenig auf die Sensibilität hinweisen, mit wem man auch spricht", forderte er die Spieler auf, gewisse Dinge unter Verschluss zu halten. Allerdings betonte er: "Ich erkenne keine Böswilligkeit."

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