Henrikh Mkhitaryans Zwischenbilanz beim BVB

Hin zur armenischen Eröffnung

Mittwoch, 20.11.2013 | 20:00 Uhr
Henrikh Mkhitaryan wechselte für 27,5 Millionen Euro von Schachtjor Donezk zum BVB
© getty
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In seinen bislang 15 Partien bei Borussia Dortmund hielten sich die starken und schwachen Leistungen von Neuzugang Henrikh Mkhitaryan bislang die Waage. Dennoch scheint Dortmund den idealen Spielertypen für sein Offensivspiel gefunden zu haben.

Ob es nun beabsichtigt lustig oder ungewollt respektlos von Joachim Löw war, ist letztlich unerheblich. Der Bundestrainer kam am Dienstag in London vor Medienvertretern nach einer Weile darauf zu sprechen, dass Borussia Dortmund nicht nur von deutschen Nationalspielern getragen werde.

Es gebe auch Ausländer wie Nuri Sahin oder Robert Lewandowski, die eine entscheidende Rolle im Spiel des BVB einnehmen würden, meinte Löw. Als dritten Spieler dieser Kategorie zählte er "Mkhi-nochwas" auf. Diese Wortschöpfung findet derzeit einen erstaunlichen Nachhall, nicht jeder konnte Löws flapsigen Ausspruch mit einem Schmunzler quittieren.

Feintuning verletzt verpasst

Henrikh Mkhitaryan heißt der Mann, dessen vollständigen Namen Löw abkürzte. Der teuerste Spieler, den die Borussia je verpflichtete, hat nun seine ersten 15 Pflichtspiele für Dortmund absolviert - und es ist nicht falsch, dass Löw ihn in seiner Aufzählung erwähnte.

Henrikh Mkhitaryan: Der gebildete Schauspieler

Allerdings hielten sich Mkhitaryans starke und schwache Auftritte bisher in etwa die Waage. Das hängt auch mit seinen Problemen in der Startphase zusammen.

Der Armenier hatte das Pech, sich bei einem erfolgreichen Torschuss während eines Vorbereitungsspiels in Luzern einen Teilriss im vorderen Syndesmoseband am rechten Sprunggelenk zuzuziehen. Daraufhin fiel er vier Wochen lang aus und musste just in jener Zeit untätig zusehen, in der das Feintuning der Mannschaft in Richtung Saisonstart auf dem Arbeitsplan stand.

10 Spiele, 3 Tore, 5 Assists

Trainer Jürgen Klopp stellte ihn seit seiner Rückkehr am 2. Spieltag bis auf die Partie in Nürnberg (1:1), als sich Mkhitaryan über 90 Minuten Schonung freuen durfte, in allen Spielen in die Startelf. Die Belastung für ihn war also hoch, die Durchschnaufphasen gering. Mkhitaryan war nach der Pleite in Wolfsburg der Erste, der von einer gewissen Müdigkeit bei den BVB-Spielern berichtete.

Schaut man sich die nackten Zahlen an, die seine bislang zehn Spiele in der Bundesliga zutage fördern, liest sich die Zwischenbilanz des 24-Jährigen mehr als ordentlich. Mit drei Toren, fünf Assists und einer Passquote von über 80 Prozent stellt Mkhitaryan die gewünschte Verstärkung für den BVB dar.

Vielmehr als die Statistik ist es aber der Spielertyp Mkhitaryan, der ideal in Dortmunds Offensivkonzept passt. Ein klassischer Spielmacher, den man hinter seiner Grundposition zentral im Rücken von Lewandowski vermuten könnte, ist Mkhitaryan nicht. Vielmehr ist er als umtriebiger Umschalt- und Konterspieler zu betrachten, der diese Dortmunder Paradedisziplin bereits in einigen Szenen so ideal interpretierte, dass es unter den Eindrücken des bisherigen Saisonverlaufs nicht übertrieben erscheint, vom phasenweise besten Umschaltspiel des BVB unter Klopp zu sprechen.

Hohe Beweglichkeit auch ohne Ball

Auch wenn beide mit durchschnittlich knapp über 50 Ballkontakten pro Spiel ähnlich oft die Kugel berühren, folgt daraus bei Mkhitaryan eine etwas geringere Dominanz am Ball als beim Zehner von außen Marco Reus (Reus mit 34, Mkhitaryan mit 17 Torschussvorlagen), da sich der Armenier dank einer überdurchschnittlichen Spielintelligenz sehr gut ohne Ball bewegt.

Mkhitaryans hohe Beweglichkeit im vorderen Drittel verwickelt ihn nur selten in Zweikämpfe. Er besetzt die Räume zwischen den Linien, die für Dortmunds Offensivspiel gerade auf den Halbpositionen von zentraler Bewegung sind, entweder effektiv selbst oder schafft durch intelligente Läufe Platz für seine Mitspieler, damit diese dort in hohem Tempo hineinstoßen können. Damit erschwert er gegnerischen Defensivspielern die Entscheidung, ihn im Raum zu verteidigen oder doch seine Fährte aufzunehmen.

"Das ist halt, wenn es funktioniert, mein Spiel. Ich bin ständig in Bewegung, weil ich der Mannschaft so am besten helfen kann", sagt er.

Spiele ohne prägnanten Einfluss

Hinzu kommt ein kontinuierlicher Zug zum Tor, den man sich manches Mal auch von den anderen Mittelfeldspielern des BVB wünschen würde. Nur Mkhitaryans Genauigkeit im Abschluss passt noch nicht, er müsste längst doppelt so viele Tore auf dem Konto haben.

Neben seinen besten Vorstellungen in Frankfurt (2 Tore), gegen Hamburg (1 Tor, 1 Assist) und auf Schalke (2 Assists) gab es jedoch auch einige Begegnungen, in denen Mkhitaryan kaum Einfluss auf das Spiel nehmen konnte und es ihm am Rhythmus sowie der Handlungsschnelligkeit bei der Ballverarbeitung mangelte.

Das ist einerseits der stetigen Belastung gerade nach seiner mehrwöchigen Verletzungspause geschuldet. Andererseits befindet sich auch der allen Einflüssen sehr offen gegenüberstehende Mkhitaryan ("Ich will alles, was es gibt, im Fußball lernen") noch in der Anpassungsphase auf die Grundtugenden des Dortmunder Spiels.

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In Donezk mehr Ballbesitz als Pressing

Zwar war bei den Champions-League-Spielen von Schachtjor Donezk ein durchaus ähnlicher Umschaltreflex wie in Dortmund zu beobachten, im Alltag der ukrainischen Liga resultierte Schachtjors Dominanz jedoch mehr aus dem Ballbesitzspiel als aus einer Vielzahl an Pressingsituationen.

An die schnellen Tempowechsel im Gegenpressing der Borussia muss sich Mkhitaryan noch akklimatisieren. "Hier wird mal offensiv und dominant gespielt, mal mit verstärktem Pressing, und mal sind wir auf Konter ausgerichtet", beschreibt er die Unterschiede zu seiner Zeit in Donezk.

Seine noch schwankenden Leistungen täuschen aber nicht darüber hinweg, dass er für einen Neuzugang schon relativ weit ist, was das Verinnerlichen seiner Rolle im BVB-Konstrukt angeht. Diesbezüglich taten sich einige andere vor ihm bereits deutlich schwerer.

"Ich spiele Fußball wie Schach"

Das mag neben der außerordentlichen individuellen Qualität wohl auch an Mkhitaryans Selbstreflexion liegen.

"Ich spiele Fußball wie Schach. Man muss viel denken und vorausahnen, was passieren könnte, nachdem man sich bewegt hat. Im Fußball ist das Zentrum das gefährlichste Gebiet, das entweder attackiert oder verteidigt werden muss - wie beim Schach", sagt er.

Bei diesem Brettspiel wird die Startphase als Eröffnung bezeichnet. Sie umfasst per Definition etwa die ersten 10 bis 15 Züge und endet nach der Entwicklung der Figuren.

Übertragen auf Mkhitaryans Situation bei den Westfalen und die Sichtweise seines eigenen Spiels lässt sich behaupten: Mkhitaryan befindet sich derzeit noch im Prozess, das BVB-Spiel durch die armenische Eröffnung zu bereichern.

Henrikh Mkhitaryan im Steckbrief

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