Freitag, 29.11.2013

Kaiser-Aussagen zur Zwangsarbeit in Katar

DGB-Chef kritisiert Beckenbauer


Mit harscher Kritik hat Michael Sommer, der Bundesvorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes, auf die verharmlosenden Äußerungen von Deutschlands Fußball-Lichtgestalt Franz Beckenbauer zu den Bedingungen der Wanderarbeiter an den Bauten für die WM 2022 in Katar reagiert.

Auch ein Kaiser ist vor Kritik nicht sicher, schon gar nicht wenn es um Sklavenarbeit geht
© getty
Auch ein Kaiser ist vor Kritik nicht sicher, schon gar nicht wenn es um Sklavenarbeit geht

"Wenn ich mich im Emirats-Palast umschaue, dann werde ich sie wahrscheinlich auch nicht sehen", sagte Sommer in einem Interview mit dem "SID".

Beckenbauer hatte sich zum jüngst aufgekommenen Thema der Sklavenarbeit in Katar seine eigene Meinung geäußert: "Ich habe noch keinen einzigen Sklaven in Katar gesehen. Ich weiß nicht, woher diese Berichte kommen. Ich war schon oft in Katar und habe deshalb ein anderes Bild, das glaube ich realistischer ist."

Baustellenbesichtigungen kaum möglich

Sommer, der sich für menschenwürdige Arbeitsbedingungen in Katar einsetzt und auch international um Unterstützung wirbt, ergänzte: "Ich habe meinem russischen Amtskollegen empfohlen, mal mit Herrn Putin darüber zu reden. Aber warum soll der Putin besser sein als Beckenbauer, der sagt, er habe in Katar keine Zwangsarbeiter gesehen."

Vermutlich liege es auch daran, dass die internationalen Arbeitsorganisatoren immer nur mit den katarischen Inspektoren reden, aber nie die Baustellen besichtigen können. "Vielleicht ist das der Grund, warum Herr Beckenbauer niemanden gesehen hat, weil er nicht da war", so Sommer.


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