Der Negativtrend bei Borussia Dortmund

BVB: Eine neue Zeit

Sonntag, 24.11.2013 | 22:07 Uhr
Gegen Stuttgart (1:4), Frankfurt (2:3) und die Bayern (1:3) verlor der BVB letztmals drei Mal in Folge
© getty
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Zwei Monate nach dem besten Saisonstart der Vereinsgeschichte befindet sich Borussia Dortmund plötzlich in einer ungewohnten Phase. Die restliche Hinrunde wird für den BVB happig - und die Winterpause eine der intensivsten der Ära Jürgen Klopp.

Das Timing hat nicht gepasst. Es wäre auf der Mitgliederversammlung von Borussia Dortmund eindeutig der Moment des Tages gewesen. Nur acht Jahre nach der Fast-Insolvenz des BVB hat der Verein die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditanstalten auf "0,0 Euro" reduziert, wie es Schatzmeister Dr. Reinhold Lunow ausdrückte. Die liquiden Mittel (80 Millionen Euro) sind wieder höher als die Gesamtverbindlichkeiten (56 Millionen) - die Borussia ist schuldenfrei.

Doch in Lunows Worte platzte die Mannschaft des BVB durch einen Seiteneingang herein. Der Applaus, der eigentlich für Lunows Worte vorgesehen war, verwandelte sich in stehende Ovationen für das Team, das am Samstag dem FC Bayern München mit 0:3 unterlag. Es lag an diesem Sonntagmittag keine bittere Enttäuschung über der Westfalenhalle, doch den Gesichtern der Spieler konnte man eine gewisse Leere entnehmen.

"Ungewöhnlich, aber kein Riesenproblem"

Dortmund macht nach drei Pflichtspielniederlagen in Serie eine schwere Phase durch, obwohl noch vor wenigen Wochen der beste Saisonstart aller Zeiten aufgestellt und ausgebaut wurde. Zuletzt hagelte es im Januar/Februar 2010 drei Pleiten in Folge für die Borussen, auch damals waren die Bayern unter den Gegnern.

"Dass wir drei Spiele in Folge verlieren, ist ungewöhnlich, aber kein Riesenproblem", erklärte Trainer Jürgen Klopp: "Ich habe meinen Spielern gesagt, dass sie jetzt fünf Minuten zur Depression haben, danach geht es weiter."

Schwer enttäuscht waren Spieler und Verantwortliche am Samstagabend durch die Katakomben des Signal Iduna Parks gerauscht. Nur ganz wenige hatten Lust, über die Geschehnisse zu sprechen. Das Ziel, in diesem Jahr die Meisterschaft bis zum Ende spannend zu halten, scheint momentan nicht besonders realistisch.

Rahmenbedingungen "deutlich verschlechtert"

Der BVB hat sich innerhalb von gut drei Wochen einige Problemfelder ins Haus geholt. Neben dem Dämpfer in der Bundesliga sind das die erheblichen Verletzungsprobleme sowie die Partie gegen den SSC Neapel in der Champions League, die einem Endspiel um die Sicherung lukrativer Einnahmen und Ambitionen gleicht.

Die Debatte, ob der Borussia die Dominanz der letzten Jahre nun abhandengekommen sei, erscheint ein wenig verfrüht. Doch die Rahmenbedingungen dieser Spielzeit haben sich jetzt "in relativ kurzer Zeit deutlich verschlechtert", wie Sportdirektor Michael Zorc zugibt.

Es ist eine neue, eine nach dem Daueraufschwung der letzten Jahre auch ungewohnte Zeit, die für Dortmund nun angebrochen ist. Der Verein ist mit einer atemlosen Rasanz auf einem Level angekommen, auf dem man von sich größtmöglichen Erfolg erwarten muss - weil das mittlerweile eben auch eine realistische Einschätzung darstellt.

Zweite Kraft - aber auch erster Bayern-Jäger

Als sich Watzke in der Westfalenhalle 3B erstmals vom Podium erhob, sprach er auf Anhieb davon, dass sich sein Klub nicht nur über den Vergleich mit dem Branchenführer aus München definieren solle. "Wir haben auch den Abstand zu den anderen hinter uns deutlich ausgebaut. Borussia Dortmund ist, das kann man mit Fug und Recht behaupten, die zweite Kraft im deutschen Fußball", betonte Watzke den deutlichen Vorsprung, der durch die Triumphe auf die Verfolger entstanden ist.

Doch auch der 54-Jährige selbst parliert immer wieder über das Duell mit den Bayern, wenn er auch häufig wie nun auch vor den Mitgliedern darauf hinweist, dass der BVB nicht vorrangig am Thron des Rekordmeisters zu rütteln gedenkt.

Das Streben des Vereins und somit die Krux kann es 2013 aber nur sein, den Rückstand dorthin weiter zu verringern. "Man konnte noch nie von einem Duell auf Augenhöhe sprechen. Die Zahlen lügen nicht. Die Bayern geben 203 Millionen Euro fürs Gesamtpersonal aus, wir 99", sagt Watzke. Diese Kategorien sind zwar für beide Klubs ein Höchstmaß in ihrer Geschichte, doch besonders in Dortmund sind diese finanziellen Aufwendungen in den vergangenen Jahren zu einer neuen Größenordnung angewachsen - und haben sich auch in Richtung der Bayern entwickelt.

Wenige Rotationsmöglichkeiten

So erwähnt auch Watzke in seiner Rede das Märchenbuch, das die Renaissance des BVB beinhaltet. Es seien darin "noch einige Kapitel frei, da können sie sicher sein." Neben jenem, den Status des zweitstärksten deutschen Fußballvereins zu zementieren, muss demnach auch eines angedacht sein, das die weitere Annäherung an die Dimensionen des FC Bayern thematisiert. "Wir nehmen aber mit, dass wir nicht so weit weg sind von Bayern", sagte Klopp am Samstagabend auf der Pressekonferenz.

Ob diese neue Zeit bereits am Dienstagabend nach dem Showdown mit Napoli auch die Teilnahme an der Europa League bereithält, ist noch offen. Auch so kann man den Westfalen eine bis Weihnachten happige Situation prognostizieren. "Die kommenden Wochen werden sehr schwierig", prophezeite bereits der verletzte Mats Hummels.

Dortmund spielt noch in Mainz und Hoffenheim und empfängt zu Hause Leverkusen und Hertha BSC. Aufgrund der angespannten personellen Situation werden sich die Rotationsmöglichkeiten, um die ohnehin bereits hohe Belastung zu verteilen, für Klopp in engen Grenzen halten. Das Gros der Mannschaft wird durchspielen müssen.

Intensive Winterpause

Dortmund ist im Grunde gezwungen, diese Partien allesamt zu gewinnen, wenn man den Titelkampf nicht schon wie im Vorjahr nach der Hinrunde (damals zwölf Punkte Rückstand auf die Bayern) für beendet erklären möchte.

Neapel könnte also bei einem erfolgreichen Ausgang auch ein wichtiger Wendepunkt werden, der noch einmal die letzten Körner für die restlichen vier Wochen freisetzt und den BVB aus der Negativspirale befreit. So viel falsch hatte man in den drei verlorenen Begegnungen auch nicht gemacht, am Ende entschied unter anderem die mangelnde Effektivität zu Ungunsten von Schwarzgelb.

Die dann folgende Winterpause dürfte unter den Parametern der letzten 18 Tage wohl eine der intensivsten in der Ära Klopp werden. Es stehen zahlreiche Entscheidungen an, das Führungstrio wird rund um den Jahreswechsel viel zu tun haben. Am dringlichsten ist die Frage nach Zukäufen.

Wie geht es mit Gündogan weiter?

"Wir müssen nicht umdenken", sagt Watzke hinsichtlich einer Vergrößerung des Kaders zwar, fügt aber an: "Wir werden in Ruhe gucken, wie der Status ist im Winter. Aber einen Innenverteidiger kriegen wir schon noch gestemmt."

Klopp kündigte an, die Planungen so voranzutreiben, dass man in der Rückrunde auf alle personellen Eventualitäten vorbereitet sei. Ein Transfer eines weiteren Innenverteidigers erscheint somit durchaus wahrscheinlich, wird jedoch durch die Tatsache erschwert, dass es ein Kandidat mit langfristiger Perspektive und ohne internationale Einsätze in dieser Saison sein müsste.

Daneben werden die Gespräche über die Vertragsverhandlungen mit Kapitän Sebastian Kehl und allen voran Ilkay Gündogan auf der Agenda stehen. Der Austausch mit dem Nationalspieler, bis 2015 an den BVB gebunden, wurde während seiner Verletzungspause auf Eis gelegt.

"Wir benötigen irgendwann Klarheit"

Der Ausgang scheint weiter offen, einige Klubs wollen Gündogan verpflichten. "Tatsache ist aber auch, dass wir als BVB irgendwann Klarheit benötigen. Ilkay wird irgendwann sagen, ob er bereit ist zu verlängern oder nicht. Intern haben wir da auch klare Vorstellungen, was den Zeithorizont angeht", lautet Watzkes Ansage.

Noch dazu dürften die ewigen Diskussionen um Robert Lewandowski neues Feuer entfachen, der ab dem 2. Januar seinen Wechsel zum FC Bayern verkünden könnte - das Thema München wird der BVB also ganz sicher nicht los.

Ein neuer Spieler, die ungewisse Zukunft des Mittelfeld-Strategen, der sichere Abgang des besten Torschützen - die Verantwortlichen werden den Winter mit einiger Sicherheit auch dazu nutzen, um sich über die künftige Konzeption des Kaders auszutauschen und die Frage zu erörtern, wie man grundsätzlich noch besser auf Situationen wie die momentane reagieren könnte.

Die neue Stärke des FC Bayern sei auch dadurch entstanden, dass er vom BVB "zu Höchstleistungen getrieben" wurde, sagte Watzke. Borussia Dortmund ist jetzt gefragt, ob die neue Zeit langfristig denselben Reflex auslösen kann.

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