Montag, 21.10.2013

Andreas Rettig skeptisch

Toleranz bei Torlinientechnik zu groß

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) wird ihre Einstellung zur Torlinientechnik auch nach dem Phantom-Tor von Sinsheim nicht grundlegend überdenken.

Andreas Rettig hat seine Zweifel an der Torlinientechnologie
© getty
Andreas Rettig hat seine Zweifel an der Torlinientechnologie

"Wir sind in der DFL nicht gegen den technischen Fortschritt, aber wir sprechen hier über ein hochkomplexes System, das möglicherweise noch störanfällig ist. Eine Fehlertoleranzgrenze von drei Zentimetern, die die FIFA derzeit zulässt, ist für uns nicht annehmbar", sagte Geschäftsführer Andreas Rettig der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und der "Bild".

Rettig verwies zudem auf die unterschiedlichen Vorlieben der internationalen Verbände: Die UEFA ist für das Torrichter-System, die FIFA wird dagegen bei der WM 2014 in Brasilien die Torlinientechnik der deutschen Firma GoalControl einsetzen.

Viele Fragen offen

Laut Rettig sind außerdem verschiedene Fragen noch nicht beantwortet. "Rüsten wir dafür nur die Stadien der ersten oder auch die der 2. Liga um? Nach welchen Kriterien soll der klassenübergreifende Pokalwettbewerb oder die Relegation über die Bühne gehen?", sagte der 50-Jährige.

FCB nur Vize? Mit dem HYUNDAI Bundesliga Tippspiel die Saison durchtippen!

Das "K.o.-Kriterium" für die DFL seien aber nicht finanzielle Erwägungen oder Schnittpunkte in nationalen Wettbewerben, "es sind die drei Zentimeter Toleranz, die wir nicht akzeptieren können. Erst, wenn diese Toleranz deutlich abgemindert wird, könnten wir uns dem technischen Oberschiedsrichter anvertrauen."

Get Adobe Flash player

"Fair-Play-Gedanke beste Kontrolle"

Nach Informationen Rettigs solle diese Grenze im Februar oder März des kommenden Jahres auf den Prüfstand kommen, dann wolle die DFL "gegebenenfalls neu entscheiden".

Rettig appellierte zudem an die Beteiligten auf dem Platz, Situationen wie in Sinsheim künftig zu vermeiden. "Die beste Kontrolle ist der Fair-Play-Gedanke", sagte der Funktionär: "Wenn jeder, der Verantwortung für das Spiel trägt, auch Fehler zugeben und falsche Entscheidungen revidieren kann, ist diese Grundhaltung besser als jede Technik."

Der Leverkusener Stefan Kießling hatte am Freitag beim 2:1 von Bayer Leverkusen bei 1899 Hoffenheim den Ball durch ein Loch im Außennetz ins Tor geköpft. Schiedsrichter Felix Brych (München) übersah dies und gab den Treffer, der keiner war.

Reaktionen auf das Phantomtor

Das könnte Sie auch interessieren
Christian Seifert gab die Kooperation bekannt

DFL kooperiert mit China-Konzern

Andreas Rettig ist momentan Geschäftsführer bei St. Pauli

Rettig kritisiert DFL und DFB: "Mir fehlt da die Fußballseele"

Christian Seifert ging auch auf die Probleme der Übertragung bei der Handball-WM ein

Seifert: "Andere Sportarten müssen mutiger werden"


Diskutieren Drucken Startseite
26. Spieltag
25. Spieltag

Bundesliga, 26. Spieltag

Bundesliga, 25. Spieltag

Die Bundesliga in Zahlen - Alle Opta-Daten zur Saison 2015/2016
Trend

Welche Mannschaft steigt direkt ab?

Hamburger SV
Werder Bremen
Darmstadt 98
FC Schalke 04
FC Augsburg
FC Ingolstadt
VfL Wolfsburg

www.performgroup.com

Copyright © 2017 SPOX. Alle Rechte vorbehalten.