Mittwoch, 30.10.2013

Inside Bundesliga: 5 Klubs - 5 Personalien

Das bayerische Karussell

Der FC Bayern musste im Jugendbereich schon wieder einen neuen Trainer installieren. Wolfsburg präsentiert erneut einen Youngster. In Hamburg drohen zwei Spieler mit Weggang. Und: Nürnbergs trauriger Routinier.

Künftig in den gleichen Farben: Heiko Vogel (r.) ist Bayerns neuer U-19-Trainer
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Künftig in den gleichen Farben: Heiko Vogel (r.) ist Bayerns neuer U-19-Trainer

FC Bayern München: Die Trainersuche beim Rekordmeister, die schließlich mit der Verpflichtung von Josep Guardiola ein glückliches Ende fand, verlief im Frühjahr 2013 äußert unkompliziert. Der Wunschkandidat wurde kontaktiert und nach ersten Verhandlungen war schnell klar: Pep wird's. Dass die Bayern in dieser Disziplin äußerst erfolgreich sind, beweist auch die Verpflichtung von Heiko Vogel für die U 19. Nur einen Tag nach der Bekanntgabe, dass Marc Kienle zum SV Wehen Wiesbaden wechselt, wurde der frühere Basel-Trainer installiert. Ein guter Fang für die Bayern, einen potenziellen Bundesliga-Trainer für die Jugend zu gewinnen.

Dennoch müssen sich die Münchener Fragen gefallen lassen, weshalb die Nachwuchsabteilung eine derart große Fluktuation erlebt: Erik ten Hag ist der fünfte U-23-Trainer in der fünften Saison in Folge, in der U 19 war Vogel-Vorgänger Kienle nicht mal einundeinhalb Jahre im Amt, auch in der U 17 ist Heiko Herrlich der dritte Trainer seit 2012. Nicht unwesentlich war auch der plötzliche Weggang Jörg Butts, der schon zu aktiver Zeit im Nachwuchs eingearbeitet wurde, dann aber aufhörte. Sportvorstand Matthias Sammer erklärte bei seiner Verpflichtung 2012 die Jugendarbeit für eine seiner Hauptaufgaben. Die größte Aufgabe heißt jetzt: Kontinuität bewerkstelligen.

VfL Wolfsburg: Ein Kasache, der für Deutschland spielt, den Sprung zu den Profis aber in Österreich geschafft hat. Diese Kombination genügt eigentlich schon, sich für den Fußballer Willi Evseev zu interessieren. Der 21-Jährige spielt seit Beginn dieser Spielzeit beim VfL Wolfsburg, wurde aber in erster Linie für die U 23 verpflichtet. Die kleine sportliche Talfahrt in den letzten Wochen veranlasste Trainer Dieter Hecking allerdings, auf die Suche nach neuen Impulsen zu gehen: Beim Sieg in Augsburg saß also Evseev auf der Bank, gegen Bremen folgte dann die erste Einwechslung und prompt die erste Duftmarke: Schöner Sololauf, noch besserer Pass in den Lauf von Ivan Perisic, der das 3:0 markierte. Der technisch versierte und kreative Mittelfeldspieler hatte selbst damit kaum gerechnet: "Als ich den Vertrag unterschrieben habe, habe ich einmal kurz daran gedacht. Aber so richtig habe ich es mir nicht vorstellen können." Dass der VfL auf die Jugend setzt, bewies zuletzt nicht nur Max Arnold, sondern auch Robin Knoche, der Neuzugang Timm Klose auf die Bank verdrängt hat. Dass Evseev sich aber noch etwas gedulden muss, zeigt der Sonntag nach dem Highlight in der Bundesliga: Da musste der Youngster gegen Cloppenburg für die Zweite ran.

Borussia Mönchengladbach: Ab der 77. Minute war es soweit: Die Borussia spielte die letzten Minuten gegen Eintracht Frankfurt ohne gelernten Innenverteidiger in der Viererkette. Rechts verteidigte erstmals in der Startelf Youngster Julian Korb, links etatmäßig Oscar Wendt, innen spielten Tony Jantschke und Thorben Marx bei seinem ersten Saisoneinsatz. Denn gegen die Hessen verletzte sich mit Roel Brouwers auch der letzte verfügbare Innenverteidiger, nachdem Martin Stranzl (gesperrt), Alvaro Dominguez und Filip Daems (beide verletzt) ohnehin schon ausfielen. Zwar kehrt nun Stranzl in Hamburg zurück, aber dennoch probte Trainer Lucien Favre in der Woche mit ein paar Alternativen. So verteidigte Lukas Rupp im Training rechts, Marx wieder in der Mitte. Auch Jantschke, der Favre auf der Innenposition gefiel, durfte sich dort weiter versuchen. Nicht ausgeschlossen, dass der polyvalente Außenverteidiger demnächst öfter neben Stranzl spielt.

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Hamburger SV: Der Hamburger SV hat sich gerade erst wieder sportlich aufgerappelt und klettert in der Tabelle allmählich nach vorne, aber schon stehen die nächsten Probleme vor der Tür. Am Saisonende enden nicht nur die Leihverträge von Pierre-Michel Lasogga und Johan Djourou, sondern auch die Vollzeitverträge von Sven Neuhaus, Robert Tesche, Valmir Nafiu, Dennis Diekmeier und Tomas Rincon. Zumindest mit beiden Letzteren hat der HSV Bereitschaft signalisiert, zu verlängern, doch beide Spieler lehnten die Angebote bisher ab. Der Klub will die Bezüge nicht eklatant erhöhen, die Spieler dagegen schon. "Wenn ein Vertrag ausläuft ist das keine Garantie für eine Gehaltserhöhung", sagt Kreuzer deutlich. Rincon ließ seinem Umut bereits öffentlich freien Lauf, sagte offen, dass man weit auseinander liege in den Vorstellungen. Sollte sich die Situation in Hamburg nicht grundlegend ändern, sind beide Spieler im Sommer ablösefrei weg.

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1. FC Nürnberg: Gewöhnt hat sich Hanno Balitsch an die Regionalliga ganz sicher nicht, auch wenn er am Wochenende schon sein viertes Spiel über die komplette Distanz absolviert hat und den dritten Sieg im vierten Spiel feierte. Eine Serie, von der seine immer noch sieglosen Bundesliga-Kollegen derzeit nur träumen können. Aber: "Die Regionalliga ist auf Dauer keine Lösung", sagte der Routinier nach dem 3:1 gegen Aschaffenburg vor knapp 300 Zuschauern im Grundig-Stadion. Der Amateurbereich erfüllt den ehrgeizigen Mittelfeldspieler nicht. Bisher blieb auch der erhoffte Ruf des neuen Trainers Gertjan Verbeek aus. Auch von Vereinsseite gibt's keine neuen Verlautbarungen - zumindest öffentlich nicht. "Intern ist alles ganz klar besprochen", sagt Balitisch vielsagend. Was er damit genau meint, will der 31-Jährige nicht sagen. Bloß keine Fehler machen, heißt die Devise. Die Tendenz geht aber weniger dahin, dass Balitsch bald wieder das Nürnberger Trikot in der Bundesliga trägt, sondern vielmehr die Reise bei einem anderen Klub weitergeht.

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