Die Fans gegen die "totale Kontrolle"

Von Ben Barthmann
Die Südkurve ist ein großer Bestandteil der Fankultur beim FC Bayern München
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Was hat man bisher versucht?

Trotz der zuletzt verhärteten Fronten kam es in letzter Zeit zum Dialog zwischen Ultras und Verein. Die Bayern hatten mit dem in der Fanszene heftig umstrittenen Wolfgang Salewski einen Berater in Sachen Fandialog eingestellt. Dass der ehemalige Polizeipsychologe in seiner Vita Stichworte wie "GSG9" und "Anti-Terror" stehen hat, verhinderte aber das eigentlich angepeilte Glätten der Wogen. Beide Seiten sind jedoch in den letzten Wochen offensichtlich um Kompromissversuche bemüht. Auch die aktiven Fangruppierungen befinden sich derzeit mehr denn je in einem produktiven Austausch, der erste Früchte trägt.

So hat der FC Bayern jetzt die Initiative "Jugendticket" ins Leben gerufen, die unter Münchner Jugendlichen pro Heimspiel 100 Karten für die Südkurve verteilt, des Weiteren wurde eine genaue Analyse bestehender Jahreskarten angekündigt. "Jahreskartenbesitzer, die sich vorstellen können, in einen anderen Bereich des Stadions zu wechseln, um in der Südkurve Platz für junge, stimmungsbereite Fans zu schaffen, bitten wir darum, sich bei uns zu melden", heißt es auf der Homepage des FC Bayern.

Im Heimspiel gegen Mainz sollen erstmals von Seiten der Fan-Gruppen auch vor den angrenzenden Blöcken 114 bis 117 der Südkurve weitere Vorsänger postiert werden, um diese besser in die Stimmung einzubinden. Dabei seien auch die "Interessen der gemäßigteren Blockbesucher zu achten", wie das Fanblog "miasanrot" ermahnt.

Karl-Heinz Rummenigge stellte sogar eine Erweiterung des Stehplatzblockes in Aussicht, sollte der FC Bayern nicht weiterhin hohe Strafsummen von Seiten der UEFA und des DFBs begleichen müssen. Die meisten erarbeiteten Vorschläge der Ultras wurden aber bisher abgelehnt. So werden beispielsweise leergebliebene Plätze in der Südkurve auch weiterhin über die gesamte Laufzeit der Partie freigehalten. Die Idee war gewesen, die Plätze nach Beginn des Spiels zu einem bestimmten Prozentsatz weiterzugeben. Dies sei allerdings laut Pressesprecher Markus Hörwick nicht möglich, da man auch abwesende Dauerkartenbesitzer zu den Zuschauern zählen würde, es würde zu einer virtuellen Überfüllung kommen.

Seite 1: Was bisher geschah

Seite 2: Standpunkt der Ultras

Seite 3: Standpunkt des Klubs

Seite 4: Was versucht wurde

Seite 5: Was gegen Hannover passierte

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