Donnerstag, 11.07.2013

Bayern-Trainer kritisiert Ex-Verein

Guardiola: "Das ist schlechter Stil"

Das Tischtuch zwischen Pep Guardiola und der Führungsriege seines Ex-Vereins Barcelona ist offenbar zerschnitten. Auf einer Pressekonferenz am Donnerstag übte der neue Trainer von Bayern München heftige Kritik an der Vereinsführung der Katalanen. In Spanien sorgten die Aussagen des Bayern-Coaches für viel Wirbel.

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Einem Journalisten aus Argentinien gab Guardiola tiefe Einblicke in sein Innenleben: Barca hat offenbar versucht, den krebskranken Vilanova durch seinen Vorgänger zu ersetzen - und dabei Grenzen überschritten.

"Ich war 6000 Kilometer weg und hatte die Vereinsspitze gebeten, mich in Ruhe zu lassen. Doch sie haben das nicht befolgt, sie haben ihr Wort gebrochen", erklärte er auf Katalanisch. "Im vergangenen Jahr sind zu viele Dinge passiert, die eine gewisse Grenze überschritten haben. Dass sie Tito Vilanovas Krankheit benutzt haben, um mir zu schaden, werde ich niemals vergessen."

Vilanova im Krankenhaus besucht

Zudem gab es Vorwürfe, wonach er seinen früheren langjährigen Co-Trainer während der Behandlung nie besucht habe. "Ich habe Tito Vilanova in New York gesehen", wies der 42-Jährige die Vorwürfe zurück. "Und wenn ich ihn nicht sehen konnte, dann nur, weil es nicht möglich war. Wie können sie nur glauben, dass ich ihm so etwas antun würde, nachdem wir so lange Seite an Seite bei Barca gearbeitet haben? Das ist schlechter Stil."

Vilanova sei der richtige Trainer für die Blaugrana, betonte Guardiola. "Wenn man sieht, was er im vergangenen Jahr geleistet hat, nämlich die Liga mit dem besten Ergebnis in der Geschichte Barcelonas zu gewinnen, zeigt das doch eindeutig, ob er dazu fähig ist oder nicht."

Guardiola: Neymar wollte nur zu Barca

Gerüchte, wonach er Vilanova nicht zutrauen würde, Messi und Neymar optimal zusammen spielen zu lassen, dementierte er ebenfalls. "Vor drei Jahren habe ich Neymar auf Wunsch von Präsident Rosell angerufen, um zu sehen, ob es die Chance gibt, ihn nach Barcelona zu holen. Danach haben wir uns einmal zufällig auf einer FIFA-Gala in Zürich getroffen. Wir sprachen dabei über Fußball und seine Karriere bei Santos. Als ich wusste, dass ich Bayern-Trainer werden würde, habe ich noch einmal mit ihm gesprochen, um zu erfahren, ob sich seine Situation geändert habe."

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Das sei aber nicht der Fall gewesen: "Ich traf ihn und seinen Vater in New York und nach fünf Minuten wusste ich, dass er nach Barcelona gehen wollte." Über Vilanova habe er mit Neymar aber nicht gesprochen, stellte er klar: "Bei diesen Treffen nahm ich aber nie Tito Vilanovas Namen in den Mund, niemals."

"Lasst mich in Ruhe"

Er habe genug von den Angriffen aus Barcelona: "Ich muss niemandem etwas beweisen, sie sollen mich einfach in Ruhe lassen." Er werde sich auch nicht verbieten lassen, seine Freunde im Klub zu treffen: "Wenn ich mit Johann Cruyff essen gehen möchte, dann tue ich das. Ich schulde niemandem etwas. Sie sollen sich auf ihre Arbeit konzentrieren."

Seine Liebe zum Klub tut das keinen Abbruch, aber die Wunden sitzen tief: "Ich hoffe, dass Barcelona immer erfolgreich sein wird, aber es sind Dinge vorgefallen, die ich nie vergessen werde."

Aufschrei in Spanien

In der spanischen Presse sorgten die Aussagen für viel Wirbel. "Anpfiff von Pep überrascht den Vorstand von Barca. Pep erklärt den Krieg und nimmt auch noch Thiago mit", titelte die Zeitung "Sport" am Freitag, nachdem Guardiola auch noch seinen ausdrücklichen Wunsch nach einer Verpflichtung von Barca-Jungstar Thiago Alcantara publik gemacht hatte.

Auch die Vereinsführung der Katalanen reagierte verwundert auf die überraschend deutlichen Statements Guardiolas. Er sei "sehr überrascht" und könne die Kritik auch nicht verstehen, bisher sei das Verhältnis immer "sehr freundschaftlich gewesen", sagte Jordi Cardoner, einer von Barcelonas Vizepräsidenten, der "Mundo Deportivo".

Weiteres Öl wollte er deswegen auch nicht ins Feuer gießen. "Wir haben die Krankheit nicht benutzt, um ihm zu schaden. Wer so etwas tun würde, ist ein schlechter Mensch", sagte Cardoner und ergänzte: "Pep wird immer ein Mythos bei Barca bleiben." Er hoffe nun, dass Guardiola mit Präsident Sandro Rosell sprechen wird, "um alles aufzuklären".

Pep Guardiola im Steckbrief

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Der neue Trainer der Bayern tritt auf einer Pressekonferenz kräftig gegen seinen früheren Verein nach. Die gute Beziehung zu den Katalanen war einmal.

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