Michael Reiziger im Legenden-Interview

"Guardiola ist halber Holländer"

Von Interview: Haruka Gruber
Sonntag, 23.06.2013 | 15:18 Uhr
Der FC Barcelona anno 1999: Mit Michael Reiziger (u.l.) und Kapitän Pep Guardiola (o.r.)
© imago
Advertisement
Serie A
Corinthians -
Gremio
Ligue 1
Saint-Etienne -
Montpellier
Premier League
West Ham -
Brighton
J1 League
Kobe -
Tosu
A-League
Sydney FC -
Sydney Wanderers
Primera División
Levante -
Getafe
Premier League
Chelsea – Watford
Premier League
Huddersfield -
Man United
Primera División
Real Betis -
Alaves
Ligue 1
Monaco -
Caen
Serie A
Sampdoria -
Crotone
Premier League
Southampton -
West Brom
Primera División
Valencia -
Sevilla
1. HNL
Hajduk -
Dinamo Zagreb
Ligue 1
Amiens -
Bordeaux
Ligue 1
Angers -
Toulouse
Ligue 1
Metz -
Dijon
Ligue 1
Nantes -
Guingamp
Ligue 1
Rennes -
Lille
Premier League
Man City -
Burnley (DELAYED)
Primera División
Barcelona -
Malaga
Serie A
Neapel -
Inter
Primeira Liga
Porto -
Pacos de Ferreira
Premier League
Stoke -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Crystal Palace (Delayed)
Primera División
Villarreal -
Las Palmas
Eredivisie
PSV – Heracles
Serie A
Chievo Verona -
Hellas Verona
Championship
Ipswich -
Norwich
CSL
Evergrande -
Guizhou
Eredivisie
Feyenoord -
Ajax
Premier League
Everton -
Arsenal
Ligue 1
Nizza -
Strassburg
Serie A
Atalanta -
Bologna
Serie A
Benevento -
Fiorentina
Serie A
Milan -
Genua
Serie A
Ferrara -
Sassuolo
Serie A
FC Turin -
AS Rom
Premier League
ZSKA Moskau -
Zenit St Petersburg
Primera División
Celta Vigo -
Atletico Madrid
Ligue 1
Troyes -
Lyon
Premier League
Tottenham -
Liverpool
First Division A
Anderlecht -
Genk
Serie A
Udinese -
Juventus
Premier League
Dynamo Kiew -
Schachtjor Donezk
Primera División
Leganes -
Bilbao
Primera División
Real Madrid -
Eibar
Serie A
Lazio -
Cagliari
Ligue 1
Marseille -
PSG
Allsvenskan
Malmö -
AIK
Primera División
Real Sociedad -
Espanyol
Primera División
La Coruna -
Girona
Copa del Rey
Saragossa -
Valencia
Serie A
Inter -
Sampdoria
League Cup
Arsenal -
Norwich
League Cup
Leicester -
Leeds
League Cup
Swansea -
Man United
League Cup
Man City -
Wolves
Copa del Rey
Murcia -
Barcelona
Copa Libertadores
River Plate -
Lanus
Serie A
Atalanta -
Hellas Verona
First Division A
Genk -
Brügge
Serie A
Bologna -
Lazio
Serie A
Cagliari -
Benevento
Serie A
Chievo -
Milan
Serie A
Florenz -
FC Turin
Serie A
Genua -
Neapel
Serie A
Juventus -
SPAL
Serie A
AS Rom -
Crotone
Serie A
Sassuolo -
Udinese
Premiership
Aberdeen -
Celtic
League Cup
Chelsea -
Everton
League Cup
Tottenham -
West Ham
Coupe de la Ligue
Strasbourg -
Saint-Etienne
Copa del Rey
Elche -
Atletico Madrid
Copa Libertadores
Barcelona SC -
Gremio
Copa Sudamericana
Fluminense -
Flamengo
Copa del Rey
Fuenlabrada -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Nice
Championship
Leeds -
Sheff Utd
A-League
Adelaide Udt – Melbourne City
Primera División
Alaves -
Valencia
Premier League
Man Utd -
Tottenham
Premiership
Hearts -
Rangers
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Rijeka
Premier League
Arsenal v
Swansea
Premier League
Liverpool -
Huddersfield
Championship
Cardiff -
Millwall
Primera División
Sevilla -
Leganes
Ligue 1
Bordeaux -
Monaco
Premier League
Bournemouth -
Chelsea
Championship
Hull -
Nottingham
Ligue 1
Caen -
Troyes
Ligue 1
Dijon -
Nantes
Ligue 1
Guingamp -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Rennes
Ligue 1
Strasbourg -
Angers
Premier League
Arsenal -
Swansea (DELAYED)
Primera División
Bilbao -
Barcelona
Primeira Liga
Boavista -
Porto
Premier League
Watford -
Stoke
Premier League
West Bromwich – Man City (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
West Ham
CSL
Hebei -
Guangzhou Evergrande
J1 League
Kofu -
Kobe
Primera División
Getafe -
Real Sociedad
Eredivisie
Vitesse -
Eindhoven
Serie A
Benevento -
Lazio
Championship
Birmingham -
Aston Villa
Premier League
Zenit -
Lok Moskau
Premier League
Brighton -
Southampton
Ligue 1
Lyon -
Metz
Serie A
Crotone- Florenz
Serie A
Neapel -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
Chievo
Serie A
SPAL -
Genua
Serie A
Udinese -
Atalanta
Primera División
Girona -
Real Madrid
Ligue 1
Toulouse -
Saint-Etienne
Premier League
Leicester -
Everton
Primera División
Eibar -
Levante
Primera División
Malaga -
Celta Vigo
Ligue 1
Lille -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Belgrano
Serie A
Hellas Verona – Inter Mailand
Premier League
Burnley -
Newcastle
Primera División
Espanyol v
Real Betis
Primera División
Las Palmas -
Deportivo

Mit der Antritts-Pressekonferenz am Montag (10 Uhr im LIVE-TICKER) beginnt die Ära Pep Guardiola - doch wird es für die Bayern eher eine Oranje-Renaissance? Wegbegleiter Michael Reiziger über gemeinsame Fußball-Wurzeln und Louis van Gaals weitreichenden Einfluss.

SPOX: Wenn Pep Guardiola am Montag mit der Auftakt-Pressekonferenz seine Arbeit bei den Bayern beginnt, kehrt nach München der Geist von Louis van Gaal zurück. Stimmt das?

Michael Reiziger: Pep ist das Resultat einer Sozialisation im Barcelona-Universum. Und dieses Barcelona-Universum entstand aus den Ideen der niederländischen Schule, die in den 70er Jahren führend war im Weltfußball. Es begann mit Rinus Michels und später Johan Cruyff, dann führte Louis van Gaal es Ende der 90er Jahre fort. Der dominante Barca-Fußball der Moderne kam nicht über Nacht, sondern war eine jahrelange Verschmelzung von spanischer Leichtigkeit und Spielfreude mit niederländischer Technik und Taktik. Es ist die perfekte Mischung - und Pep nahm es in sich auf, als Spieler und als Trainer. Er ist von der fußballerischen Erziehung her ein halber Holländer.

SPOX: Sie spielten mit Guardiola vier Jahre zusammen und leben seit dem Karriereende wieder in Barcelona und verfolgen den Klub intensiv. Ahnten Sie früher, welchen Weg Guardiola geht?

Reiziger: Ich besuche bis heute sehr häufig die Spiele der zweiten Mannschaft und der Jugendteams, um mir die nächste Generation von Barca anzuschauen. Als damals Pep die Zweite übernahm und er mit ihr gleich zurück in die dritte Liga aufstieg und einen wundervollen Fußball spielen ließ, wusste ich, dass ich seinen Weg weiterverfolgen muss. Aber das beschränkt sich nicht nur auf Pep. Mit Frank de Boer gibt es einen weiteren ehemaligen Mitspieler von damals, der bei Ajax Amsterdam einen ähnlich grandiosen Job leistet.

SPOX: Sie arbeiteten wie de Boer mit den namhaftesten niederländischen Trainern: Louis van Gaal, Guus Hiddink, Dick Advocaat. Wer beeindruckte Sie am meisten?

Reiziger: Bei Hiddink ist es erstaunlich, wie er es schafft, aus einer Gruppe von Individuen eine Einheit zu formen. Er hat das gewisse Etwas, so dass das Miteinander immer positiv und konstruktiv wird. Van Gaal sticht als Taktiker heraus. Auch Johan Cruyff beeinflusste mich nachhaltig. Er war zwar nie mein Trainer, allerdings spielte ich mit seinem Sohn Jordi bei Barcelona und wir kamen oft in Kontakt und philosophierten über Fußball. Seine Art, Fußball zu lesen, ist einzigartig.

SPOX: Cruyff und van Gaal prägten Barca - dennoch sind sie sich spinnefeind. Kennen Sie den Ursprung der Fehde?

Reiziger: Großartige Charaktere sind häufig schwierige Charaktere, das trifft auf beide zu. Wir in den Niederlanden akzeptieren das mittlerweile, zucken mit den Schultern und denken uns unseren Teil.

SPOX: Wie haben Sie und Guardiola den Menschen van Gaal erlebt? Stimmen die Beschreibungen in den Medien?

Reiziger: Die Dinge, die man über ihn liest, sind schon gerechtfertigt. Er ist im Umgang kein einfacher Mensch. Er ist eben so, wie er ist, und das kann ihm keiner mehr austreiben. Das ist okay, denn sein Training ist methodisch das beste auf der Welt. In der Menschenführung ist Hiddink die Koryphäe, in der Taktikschulung ist van Gaal die Koryphäe. Die Wahrheit: Ich habe es in meiner Karriere noch nie erlebt, dass ein Trainer in beiden Kernfächern herausragt. Entweder so oder so.

Bayern gegen Milan, ManCity und Sao Paulo: Sichere dir jetzt Tickets für den Audi Cup 2013 in München!

SPOX: Ihre Erklärung dafür?

Reiziger: Ich habe keine Ahnung. Nehmen wir Hiddink: Er ist taktisch natürlich gut, sonst hätte er nicht bei so vielen Weltklasse-Klubs arbeiten können. Dennoch sind seine Man-Management-Skills das, was ihn besonders macht. Überall lieben ihn die Menschen.

SPOX: Könnte Guardiola derjenige sein, der in der Menschenführung und Taktikschulung höchsten Ansprüchen genügt?

Reiziger: Es könnte sein, ich traue ihm das zu. Dass sein taktisches Wissen exzellent ist, wissen wir alle. Zugleich legt er einen großen Wert auf Harmonie. In Spanien ist es beispielsweise normal, dass man selbst in der Nacht vor einem Heimspiel ins Hotel geht. Pep war eine Ausnahme und erlaubte es den Spielern, dass sie nach einem gemeinsamen Abendessen zu Hause schlafen dürfen. Es klingt wie eine Kleinigkeit, doch genau so etwas hält die Moral in einer Gruppe. Er hat Fingerspitzengefühl. Die große Frage: In Barcelona wusste er alles - wie schnell aber findet er den Zugang zu einem ihm fremden Klub wie Bayern? Und das in einer fremden Sprache?

SPOX: Zahlreiche etablierte Trainer scheiterten in München, weil Sie sich mit den Verantwortlichen überwarfen.

Reiziger: Das ist ein Risiko. Fußballerisch mache ich mir keine Gedanken, menschlich wird er sich hingegen einfinden müssen. Er kennt Barcelona in- und auswendig und spürte jede politische Strömung innerhalb einer Mannschaft oder des gesamten Klubs. Bayern ist genauso groß und komplex wie Barca - nur dass das für ihn Neuland ist. Andererseits: Wenn ich mich mit Bayern-Offiziellen unterhalte, bekomme ich immer eine Ahnung dessen, wie gut organisiert der Klub ist und wie professionell es zugeht. Entsprechend gibt es eine gewisse Berechenbarkeit. Pep wird die richtigen Töne treffen, er ist intelligent und schafft das. Er ist ohnehin kein Typ, der nur um des Konflikts willen einen Konflikt sucht.

Hier geht's weiter: "Die Dreier-Kette als neue Bayern-Waffe"

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung