Heckings Treffen mit Ex-Klub ohne böses Blut

Von Martin Grabmann
Freitag, 29.03.2013 | 11:21 Uhr
Im Hinspiel stand Dieter Hecking noch für Nürnberg an der Seitenlinie - der Club siegte 1:0
© getty
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Der VfL Wolfsburg empfängt den 1. FC Nürnberg in der Volkswagen-Arena. Nach seinem umstrittenen Vereinswechsel trifft Wolfsburg-Trainer Dieter Hecking am Sonntag zum ersten Mal auf seinen ehemaligen Arbeitgeber.

Das erste Sonntag-Spiel verspricht Brisanz. Dieter Hecking empfängt mit dem VfL Wolfsburg seinen ehemaligen Verein aus dem Frankenland (So., 15.30 Uhr im LIVE-TICKER).

Drei Jahre war Dieter Hecking Trainer des 1. FC Nürnberg, bevor er kurz vor Weihnachten von einer Ausstiegsklausel in seinem Vertrag Gebrauch machte und zum Konkurrenten nach Wolfsburg wechselte. Vor dem Spiel gegen seinen Ex-Klub rückt der 48-Jährige dadurch automatisch in den Mittelpunkt.

Hecking betont allerdings, dass die Konzentration auf den Mannschaften und den wichtigen Punkten liegen sollte. "Es wäre ein Fehler, wenn man sagt, Hecking spielt gegen Nürnberg. Es spielt der VfL und ich bin jetzt hier der Trainer. Das zählt für mich", erklärte er. Milde Gaben aus alter Verbundenheit solle niemand erwarten: "Zu verschenken haben wir nichts. Die Vergangenheit ist abgeschlossen."

Wolfsburg gegen den Abstiegskampf

Im Duell mit Nürnberg geht es für die Wolfsburger weiterhin darum, den direkten Abstiegskampf zu vermeiden. Mit 31 Punkten liegen die Niedersachsen auf Tabellenplatz 13, sieben Punkte vor dem Relegationsplatz. Die fehlende Konstanz in den Leistungen und Ergebnissen verhindert, dass Wolfsburg sich bereits sicher fühlen kann. Vor allem zuhause ist die Mannschaft alles andere als souverän, in den letzten vier Spielen im eigenen Stadion gelang dem Vorletzten der Heimtabelle kein Sieg.

Um den Trend gegen Nürnberg zu ändern, kann Hecking abgesehen von Ivan Perisic, der mit einem Innenbandanriss weiter ausfällt, auf sein gesamtes Stammpersonal zurückgreifen. Abwehrchef Naldo meldete sich nach überstandener Verletzung zurück und wird voraussichtlich Simon Kjaer in der Startaufstellung ersetzen. Sollte Jan Polak kurzfristig wegen seiner Bauchmuskelzerrung nicht einsatzbereit sein, könnte Makoto Hasebe beginnen.

Nürnberg kann ganz nach oben

Die Gäste aus Nürnberg geben sich vor dem Spiel in Wolfsburg bescheiden, was ihre Ziele für den Sonntag betrifft. "Wir wollen den Abstand auf Wolfsburg weiter ausbauen und der 40-Punkte-Marke näher kommen", erklärte Stürmer Sebastian Polter, der vom VfL an den Club ausgeliehen ist. Tatsächlich bestünde bei einem Sieg der zuletzt starken Franken jedoch die Chance, den Anschluss an die internationalen Plätze herzustellen. Nach sieben Spielen ohne Niederlage scheint durch die enge Tabelle sogar Platz vier noch möglich zu sein.

Zum letzten Mal konnte Nürnberg vor zwei Jahren noch unter Dieter Hecking mehr als sieben Spiele in Folge ohne Niederlage beenden. Das achte Spiel war damals ein 2:1-Sieg in Wolfsburg. Die Ansetzung der Partie könnte aber ein schlechtes Omen sein, denn die Nürnberger gewannen nur eins ihrer letzten 15 Sonntagsspiele im fremden Stadion. Elf Mal konnten sie keinen Treffer erzielen, insgesamt gelangen ihnen nur fünf Tore.

Keine Änderungen zu erwarten

Trainer Michael Wiesinger wird nach den guten Leistungen in den letzten Wochen vermutlich trotzdem auf größere Änderungen seiner Mannschaft verzichten. Nach zwei Siegen in den letzten beiden Spielen sollen auch gegen den Ex-Trainer drei Punkte geholt werden.

Vor allem aber fiebern die Spieler dem Treffen mit ihrem langjährigen Übungsleiter entgegen. "Natürlich freue ich mich auf das Wiedersehen. Schließlich sind wir nicht im Bösen und bei Misserfolg auseinandergegangen", betonte Torhüter Raphael Schäfer.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Wolfsburg: Benaglio - Fagner, Naldo, Madlung, Rodriguez - Polak, Träsch, Vieirinha, Diego, M. Schäfer - Olic

Nürnberg: R. Schäfer - Chandler, Nilsson, Klose, Pinola - Simons, Kiyotake, Feulner, Balitsch, Esswein - Pekhart

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