Fussball

Born: "Ich mache mir Sorgen"

Von Adrian Bohrdt
Werder Bremen - rechts Eljero Elia - rutschte in der Tabelle bis auf den 14. Platz ab
© getty

Jürgen L. Born sieht Werder Bremen an einem schwierigen Punkt. Die Erwartungen für die kommenden Jahre müsse man drosseln, meint der frühere Vorstandsvorsitzende, Trainer Thomas Schaaf habe sich aber Kredit verdient.

"Ich mache mir Sorgen - wie alle Fans des SV Werder. Im Abstiegskampf sind wir noch nicht, aber auch nicht mehr weit davon weg. Man sagt zwar immer: 'Fünf vor zwölf'. Aber für mich ist es zwanzig vor zwölf - eine gute Uhrzeit, um in zwanzig Minuten einiges zu regeln", erklärte Born im Gespräch mit "Sport1".

Gleichzeitig appellierte er an die Fans, geduldig zu bleiben: "Es wird schwer, wieder nach oben zu kommen, weil dazu die Mittel fehlen. Werder wird in die nächste Saison ohne große Erwartungen gehen - das müssen die Fans so runterschlucken."

Grund für die derzeitige Situation sei das mehrmalige Verpassen der Champions League, für die sich Werder zuletzt in der Saison 2010/11 qualifizierte.

"Wir hatten damals gute Einnahmen. Die sind nun weggebrochen, während die Kosten nicht so schnell abzubauen sind", so Born: "Man kauft ja Spieler auf drei oder vier Jahre ein und setzt Verträge fest. Um diese an die neue Einnahmesituation anzupassen, braucht man etwas Zeit."

Strukturelle Änderungen nötig

Zudem haben die fehlenden Einnahmen einen hohen Einfluss auf die Neuverpflichtungen. "Für die Spieler, die in den letzten drei Jahren geholt wurden, stand nicht das Geld zur Verfügung, was wir vorher hatten. Deswegen waren früher auch mal fertige Stars dabei", sagte Born und erklärte den Unterschied zur heutigen Praxis: "Nun kaufen wir Material, was wir selbst ausbilden und fördern wollen."

Um die Trendwende einzuleiten, seien auch Veränderungen im personellen Bereich nötig: "Es ist kein gutes System, dass ein Sportdirektor weniger verdient als ein Trainer - und das trifft nicht nur bei Werder Bremen zu. Der Trainer muss eine andere Behandlung erfahren."

Weiter solle der Sportdirektor nicht allein dafür verantwortlich sein, ob ein Trainer bleiben kann oder nicht: "Da muss die Führungsriege mit ins Boot genommen werden."

Born schützt Schaaf und Eichin

Entsprechend schwierig sei die Situation für Thomas Eichin, seit diesem Jahr Geschäftsführer Sport bei Werder: "Es ist ein ungünstiger Moment für ihn, aber jetzt lernt er gleich das raue Fußballgeschäft kennen. Er macht auf mich einen stabilen Eindruck, so dass er diese Situation überstehen kann."

Trainer Schaaf genießt bei Born nach wie vor höchstes Ansehen: "Er hat 14 Jahre vernünftig gearbeitet, steht bei Wind und Wetter jeden Morgen um 9 Uhr auf dem Trainingsplatz und hat noch nie wegen Krankheit gefehlt. Das muss man berücksichtigen", erklärte Born: "Er hat dazu gelernt und jetzt noch mehr Erfahrung, aber nicht das Spielermaterial."

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