Klopp warnt vor Stuttgarter "Schweinereien"

Von Marco Nehmer
Freitag, 29.03.2013 | 13:48 Uhr
In der Hinrunde trennten sich BVB und VfB in Dortmund 0:0
© getty
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Der VfB Stuttgart empfängt am 27. Spieltag den Noch-Meister aus Dortmund - gewinnt die Borussia nicht und der FC Bayern punktet am Abend gegen den Hamburger SV dreifach, ist der Titelträger bereits am Ostersamstag entthront. Die Vorbereitung des VfB wird indes von internen Störfeuern begleitet.

"Natürlich ist es momentan unruhiger als in den letzten Wochen", macht VfB-Keeper Sven Ulreich keinen Hehl aus der schwierigen Situation bei den Schwaben, die unter der Woche in eine Führungskrise schlitterten.

Vereinspräsident Gerhard Mäuser steht massiv in der Kritik und soll spätestens auf der Mitgliederversammlung am 22. Juli vorzeitig abgelöst werden.

"Wir als Mannschaft versuchen, uns auf uns zu konzentrieren", so Ulreich, der trotz seiner erst 24 Jahre aus Erfahrung spricht, wenn er sagt: "Es gibt immer Unruhe, es wird auch wieder Ruhe reinkommen." Drei Punkte gegen Dortmund würden zumindest sportlich für ein wenig mehr Harmonie im Ländle sorgen.

Ulreich fordert "geiles Spiel"

Mit dem wichtigen 2:1-Sieg in Frankfurt hat sich Stuttgart bereits etwas befreien können. Ulreich fordert nun, vor eigenem Publikum nachzulegen: "Wir sind in der Pflicht, die Fans wieder mit ins Boot zu holen. Durch ein geiles Spiel müssen die Fans merken: 'hoppla, es geht um Fußball'."

Verzichten muss der VfB bei diesem Unterfangen allerdings auf Cristian Molinaro und William Kvist, die ihre Gelbsperren absitzen. Shinji Okazaki ist angeschlagen von der WM-Qualifikation mit Japan in Jordanien zurückgekehrt und fällt aus. Kapitän Serdar Tasci ist grippegeschwächt. Sein Einsatz entscheidet sich erst kurz vor dem Spiel.

Beim BVB beherrschte unter der Woche ein anderes Reizthema die Schlagzeilen. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge wird Dortmund-Trainer Jürgen Klopp die Auftritte seiner zu den Nationalteams abgestellten Profis verfolgt haben.

Kuba-Verletzung als BVB-Wermutstropfen

Die deutschen und polnischen BVB-Internationalen trafen am Dienstag für ihre Mannschaften insgesamt sieben Mal in Netz - Klopp wird es wohlwollend als Warmschießen für die Auswärtsaufgabe Stuttgart empfunden haben. Doch wie so oft sorgte die Abstellung auch wieder für ein Ärgernis: Jakub Blaszczykowski kehrte verletzt nach Dortmund zurück.

"Vielleicht ist es ein Muskelfaserriss im Adduktorenbereich", sagte der 27-Jährige im Anschluss an das Spiel der Polen gegen San Marino (5:0). Eine Kernspin-Untersuchung am Mittwoch sorgte jedoch für Entwarnung. "Kuba" hatte sich lediglich eine Zerrung zugezogen. Fehlen wird er beim VfB jedoch ebenso wie Mats Hummels (Sprunggelenksverletzung), der zumindest wieder ins Lauftraining einsteigen konnte.

Klopp will sich lieber mit dem kommenden Gegner beschäftigen. "Es ist stimmungstechnisch ein bisschen stressig in Stuttgart und unser Auftrag ist jetzt, dafür zu sorgen, dass sich das nicht dramatisch verbessert", so Klopp, der aber weiß: "Es ist eine schwere Aufgabe gegen einen weitaus besseren Gegner, als es diese Anfangsphase der Rückrunde hat erscheinen lassen."

Klopp erwartet "kleinere und größere Schweinereien"

Die Borussia hat die letzten vier Spiele gegen Stuttgart nicht gewonnen, kam jeweils nur zu einem Remis - darunter das fast schon legendäre 4:4 in Dortmund, das sich ausgerechnet am Samstag zum ersten Mal jährt. Klopp erwartet dementsprechend einen "taktisch gut organisierten Gegner, der zu allem bereit sein wird. Kleinere und größere Schweinereien - alles wird dabei sein. Und wir müssen darauf gefasst sein."

Gefasst sein muss der BVB auch darauf, dass am Samstagabend die Meisterschale möglicherweise nach München wandert. "Wenn es etwas zu gratulieren gibt, werde ich es von Herzen tun", so Klopp, den daran hinsichtlich der Ausgangslage etwas anderes stören würde: "Das einzige Problem wäre, dass wir nicht in Stuttgart gewonnen hätten."

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

VfB Stuttgart: Ulreich - Sakai, Tasci, Niedermeier, Boka - Gentner, Holzhauser - Harnik, Maxim, Traore - Ibisevic

Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Santana, Schmelzer - Gündogan, Sahin - Großkreutz, Götze, Reus - Lewandowski

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