Fussball

Heim- trifft Auswärtsfluch

Von Marco Heibel
Im Hinspiel siegte der VfL Wolfsburg mit 4:1gegen die Fortuna - Bas Bost (M.) traf doppelt
© getty

Im Freitagsspiel der Bundesliga treffen mit dem VfL Wolfsburg und Fortuna Düsseldorf zwei Mannschaften aufeinander, die das Heimrecht vermutlich gerne tauschen würden. Denn während nur Greuther Fürth eine schlechtere Heimbilanz aufweist als die Wölfe, haben die Rheinländer acht ihrer letzten neun Gastspiele verloren.

Um den dritten Heimsieg der Saison zu realisieren und die mickrige Ausbeute von bislang zehn Punkten in der Volkswagen-Arena auszubauen, muss VfL-Trainer Dieter Hecking seine mit 5:2 beim SC Freiburg siegreiche Mannschaft gleich auf mehreren Positionen verändern.

Besonders schwer wiegt die Gelbsperre von Spielmacher Diego, für den es im Wolfsburger Kader kaum einen adäquaten Ersatz gibt. Winter-Neuzugang Ivan Perisic, der ein möglicher Vertreter gewesen wäre, hatte sich in Freiburg einen Innenbandriss zugezogen und fällt mindestens bis Mitte April aus.

Hecking bleibt dem 4-2-3-1 treu

"An eine Systemumstellung denke ich nicht", sagte Hecking trotzig. Im Training testete der Coach den 18-jährigen Maximilian Arnold auf der Zehner-Position im 4-2-3-1-System. Sollte sich Hecking gegen den Nachwuchsspieler (45 Minuten Bundesliga-Erfahrung) entscheiden, dürfte wohl Jan Polak, der eigentlich im defensiven Mittelfeld beheimatet ist, die Diego-Rolle zufallen.

In der Innenverteidigung wird Alexander Madlung nach abgesessener Rotsperre den Platz des grippekranken Sotirios Kyrgiakos einnehmen. Einzige Alternative für das Abwehrzentrum ist Robin Knoche, da die Rückkehr von Naldo (Muskelfaserriss) noch auf sich warten lässt.

"Den nächsten Schritt machen"

Mit einem Sieg könnten die Wolfsburger den Abstand auf den vom FC Augsburg belegten Relegationsplatz zumindest vorübergehend auf zwölf Zähler ausbauen und das Kapitel Abstiegskampf damit vorerst abschließen.

Obgleich Wolfsburg das mit nur zehn Punkten zweitschlechteste Heimteam der Liga ist, will Trainer Hecking nichts von einem Heimkomplex wissen. Er setzt darauf, dass sich die Mannschaft endlich mit Punkten belohnt: "Wir hatten auch in den Heimspielen immer mal wieder gute Phasen, waren bisher aber nicht konstant genug. Am Freitag wollen wir diesen nächsten Schritt machen."

Unruhe in Düsseldorf

Aufsteiger Fortuna steht gemessen an den eigenen Ansprüchen nach wie vor gut da: Die Rheinländer belegen derzeit Tabellenplatz 15 und weisen ein Polster von sieben Zählern auf den Relegationsplatz auf. Dennoch würde der erste Auswärtssieg seit September (2:0 in Fürth) die Gemüter nach fünf Niederlagen in acht Rückrundenspielen ein wenig beruhigen.

Vor allem die Gerüchte um mögliche Abgänge von diversen Leistungsträgern sorgen seit Wochen für Unruhe. So räumte Manager Wolf Werner gegenüber dem "Kicker" unlängst ein, dass mit Torhüter Fabian Giefer, Sechser Adam Bodzek und Stürmer Robbie Kruse gleich drei Schlüsselspieler von finanzstärkeren Klubs umworben werden und den Verein womöglich verlassen. "Für einzelne Spieler werden wir den Etat nicht überreizen", stellte Werner klar.

Mut schöpfen die Fortunen derweil aus dem Spiel bei Tabellenführer Bayern München, wo man zweimal in Führung lag, aber letztlich mit 2:3 unterlag. "Wir müssen das Positive aus dem Spiel mitnehmen. Wir haben dort zwei Tore erzielt, das haben noch nicht so viele Mannschaften geschafft", unterstreicht Trainer Norbert Meier.

"Ausfälle mit mannschaftlicher Geschlossenheit kompensieren"

In Wolfsburg rechnet sich der Aufsteiger jedoch mehr aus. Erschwert wird die Aufgabe jedoch durch die Ausfälle von Kapitän Andreas Lambertz (Muskeleinriss am Oberschenkel), Mittelfeldspieler Oliver Fink (Magen-Darm-Infekt) und Verteidiger Juanan (Bauchmuskelzerrung).

Für Mittelfeldspieler Axel Bellinghausen allerdings kein Grund, an den Siegchancen zu zweifeln: "Wir haben es bisher immer geschafft, Ausfälle mit mannschaftlicher Geschlossenheit zu kompensieren. Das müssen wir am Freitag auch wieder zeigen."

Mut dürfte der Fortuna auch die Bilanz in Freitagsspielen machen: Bei drei Auftritten in dieser Saison holten die Rot-Weißen sieben Punkte (2:2 gegen Schalke, 2:0 gegen Hamburg, 4:0 gegen Frankfurt).

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

VfL Wolfsburg: Benaglio - Fagner, Madlung, Kjaer, Schäfer - Träsch, Josue - Vieirinha, Polak (Arnold), Rodriguez - Olic

Fortuna Düsseldorf: Giefer - Balogun, Malezas, Latka, van den Bergh - Kruse, Bodzek, Tesche, Bellinghausen - Bolly, Reisinger (Schahin)

Der 26. Spieltag im Überblick

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