Horst Köppel im Legenden-Interview

"Auf einen Absacker ins Lovers Lane"

Von Interview: Jochen Tittmar
Montag, 25.03.2013 | 10:00 Uhr
Horst Köppel (r.) mit dem damaligen Gladbacher Trainer Hennes Weisweiler
© getty
Advertisement
Allsvenskan
Malmö -
AIK
Primera División
Real Sociedad -
Espanyol
Primera División
La Coruna -
Girona
Copa del Rey
Saragossa -
Valencia
Serie A
Inter Mailand -
Sampdoria
League Cup
Arsenal -
Norwich
League Cup
Leicester -
Leeds
League Cup
Swansea -
Man United
League Cup
Man City -
Wolverhampton
Copa del Rey
Murcia -
Barcelona
Copa Libertadores
River Plate -
Lanus
Serie A
Atalanta -
Hellas Verona
First Division A
Genk -
Brügge
Serie A
Bologna -
Lazio
Serie A
Cagliari -
Benevento
Serie A
Chievo -
Milan
Serie A
Florenz -
FC Turin
Serie A
Genua -
Neapel
Serie A
Juventus -
SPAL
Serie A
AS Rom -
Crotone
Serie A
Sassuolo -
Udinese
Premiership
Aberdeen -
Celtic
League Cup
Chelsea -
Everton
League Cup
Tottenham -
West Ham
Coupe de la Ligue
Strasbourg -
Saint-Etienne
Copa del Rey
Elche -
Atletico Madrid
Copa Libertadores
Barcelona SC -
Gremio
Copa Sudamericana
Fluminense -
Flamengo
Copa del Rey
Fuenlabrada -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Nizza
Championship
Leeds -
Sheffield Utd
A-League
Adelaide Udt – Melbourne City
Primera División
Alaves -
Valencia
Premier League
Man United -
Tottenham
Premiership
Hearts -
Rangers
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Rijeka
Premier League
Liverpool -
Huddersfield
Championship
Cardiff -
Millwall
Primera División
Sevilla -
Leganes
Ligue 1
Bordeaux -
Monaco
Serie A
Milan -
Juventus
Premier League
Bournemouth -
Chelsea
Primera División
Atletico Madrid -
Villarreal
Championship
Hull -
Nottingham
Ligue 1
Caen -
Troyes
Ligue 1
Dijon -
Nantes
Ligue 1
Guingamp -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Rennes
Ligue 1
Strasbourg -
Angers
Premier League
Arsenal -
Swansea (DELAYED)
Primera División
Bilbao -
Barcelona
Serie A
AS Rom -
Bologna
Primeira Liga
Boavista -
Porto
Premier League
Watford -
Stoke (Delayed)
Premier League
West Bromwich – Man City (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
West Ham (Delayed)
Super Liga
Cacak -
Partizan
CSL
Hebei -
Guangzhou Evergrande
J1 League
Kofu -
Kobe
Primera División
Getafe -
Real Sociedad
Eredivisie
Vitesse -
PSV
Serie A
Benevento -
Lazio
Championship
Birmingham -
Aston Villa
Premier League
Zenit -
Lok Moskau
First Division A
Brügge -
Sint-Truiden
Premier League
Brighton -
Southampton
Ligue 1
Lyon -
Metz
Serie A
Crotone- Florenz
Serie A
Neapel -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
Chievo Verona
Serie A
SPAL -
Genua
Serie A
Udinese -
Atalanta
Primera División
Girona -
Real Madrid
Ligue 1
Toulouse -
St. Etienne
Premier League
Leicester -
Everton
Primera División
Eibar -
Levante
Serie A
Ponte Preta -
Corinthians
Primera División
Malaga -
Celta Vigo
Serie A
FC Turin -
Cagliari
Ligue 1
Lille -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Belgrano
Serie A
Hellas Verona – Inter Mailand
Premier League
Burnley -
Newcastle
Primera División
Espanyol -
Real Betis
Primera División
Las Palmas -
La Coruna
Copa Libertadores
Lanus -
River Plate
Championship
Preston -
Aston Villa
Copa Libertadores
Grêmio -
Barcelona
Copa Sudamericana
Flamengo -
Fluminense
A-League
Melbourne City -
Sydney
Ligue 1
Rennes -
Bordeaux Begles
Primera División
Real Betis -
Getafe
Primera División
Valencia -
Leganes
Championship
Bristol -
Cardiff
Premiership
St Johnstone -
Celtic
Championship
Aston Villa -
Sheffield Wednesday
Primera División
Deportivo -
Atletico Madrid
Ligue 1
Angers -
PSG
Serie A
Bologna -
Crotone
Primera División
Alaves -
Espanyol
Championship
Brentford -
Leeds
Ligue 1
Metz -
Lille
Ligue 1
Monaco -
Guingamp
Ligue 1
Montpellier -
Amiens
Ligue 1
Nantes -Toulouse
Ligue 1
Troyes -
Straßburg
Primera División
Barcelona -
Sevilla
Serie A
Genoa -
Sampdoria
Primeira Liga
Porto -
Belenenses
Primera División
Levante -
Girona
Serie A
Inter Mailand -
FC Turin
Championship
Middlesbrough -
Sunderland
Ligue 1
Nizza -
Dijon
Serie A
Cagliari -
Hellas Verona
Serie A
Chievo Verona -
Neapel
Serie A
Florenz -
AS Rom
Serie A
Juventus -
Benevento
Serie A
Lazio -
Udinese
Primera División
Celta Vigo -
Bilbao
Eredivisie
PSV -
Twente
Ligue 1
Marseille -
Caen
Serie A
Atalanta -
SPAL
Primera División
Real Sociedad -
Eibar
Primera División
Villarreal -
Malaga
Primera División
Real Madrid -
Las Palmas
Serie A
Sassuolo -
AC Mailand
Ligue 1
Saint-Étienne -
Lyon

Die Meistermannschaft von Borussia Mönchengladbach der Saison 1970/1971 hat sich beim SPOX-Voting zum besten Team aus 50 Jahren Bundesliga im Viertelfinale gegen die Fohlen-Elf 1974/1975 durchgesetzt. Horst Köppel, der 1989 als Trainer von Borussia Dortmund den DFB-Pokal gewann, absolvierte damals alle 34 Saisonspiele und schoss neun Tore. Im Interview spricht der heute 64-Jährige über das dramatische Saisonfinale, den Pfostenbruch am Bökelberg, den Bundesligaskandal sowie feuchtfröhliche Partys in Günter Netzers Diskothek Lovers Lane.

SPOX: Herr Köppel, es ist der 33. Spieltag der Saison 1970/1971. Bayern München und Borussia Mönchengladbach stehen mit jeweils 48:18 Zählern an der Tabellenspitze. Bayerns Tordifferenz: 74:34. Gladbachs Tordifferenz: 73:34. Und Sie fahren mit der Borussia gegen Schlusslicht Rot-Weiss Essen nach einer 4:1-Führung nur noch ein 4:3 ein. Die Bayern siegen mit 4:1 gegen Eintracht Braunschweig...

Horst Köppel: Jaja, ich weiß. Wir haben da noch zwei blöde Tore kassiert. Es gab kein Handy oder eine Ergebnisanzeige im Stadion. Uns war also nicht klar, dass die Bayern plötzlich so im Vorteil liegen würden. Der Glaube an die Titelverteidigung war trotzdem noch da. Wir waren selbstbewusst genug und uns sicher, dass wir am letzten Spieltag in Frankfurt gewinnen würden. Andererseits waren wir uns genauso sicher, dass die Bayern das Ding beim MSV Duisburg schon schaukeln werden.

SPOX: Am 5. Juni 1971 kam es dann zum Fernduell.

Köppel: Die Ausgangslage für die Bayern war deutlich besser: Duisburg war längst gerettet, für die ging es nur noch ums Prestige. Frankfurt dagegen kämpfte noch gegen den Abstieg, hat es am Ende dann aber doch geschafft.

SPOX: Und zwar trotz der 1:4-Pleite gegen Ihre Gladbacher, die Sie mit dem Treffer zum 2:1 in der 70. Minute auf die Siegerstraße brachten. Die Bayern verloren überraschend 0:2 in Meiderich. Ihre Erinnerungen bitte!

Köppel: Ich weiß leider nicht mehr detailliert, wie das genau ablief. Wir wurden aber von der Bank aus informiert, dass die Bayern zurück liegen. Da wird wohl jemand draußen gestanden haben, der eine Telefonleitung nach Duisburg gelegt hatte. Fast zeitgleich mit meinem Tor zum 2:1 ist im Wedaustadion der zweite Treffer für Duisburg gefallen. Ab dann wussten wir, dass uns der Titel nicht mehr zu nehmen sein wird.

SPOX: Beide Buden für den MSV markierte Rainer Budde. Was gab's für ihn als Dankeschön?

Köppel: Ich habe ihn erst einmal angerufen und mich bedankt. Ich glaube, ich habe ihm auch bei der nächsten Gelegenheit einen Sekt spendiert. Champagner konnten wir uns damals noch nicht leisten (lacht). Das Lustige war, dass wir 1963 zusammen in der deutschen Schülerauswahl gespielt haben und uns kennen, seit wir 15 Jahre alt sind. Wir waren richtig gute Kumpels.

SPOX: Es war die erste erfolgreiche Titelverteidigung in der Geschichte der Bundesliga. Wie wurde die Sau rausgelassen?

Köppel: Nachdem wir die Schale überreicht bekamen, haben wir es im Mannschaftshotel in Frankfurt krachen lassen. Unsere Frauen waren auch da. Wir haben erst gemeinsam gegessen und dann Gas gegeben. Wir haben eine weitere Nacht am Main verbracht und sind am nächsten Morgen mit dem Bus - wir waren übrigens der erste Verein, der einen eigenen Mannschaftsbus besaß - nach Mönchengladbach gefahren. Dort war natürlich der Teufel los, 150.000 Leute waren auf der Straße.

SPOX: Konnte man denn beim offiziellen Empfang überhaupt fit sein?

Köppel: Der Tag war anstrengender als der gesamte Samstag. Geschlafen wurde kaum. Und dann saßen wir ja alle in unserem Doppeldeckerbus. Da war es schwierig, pinkeln zu gehen. Eine harte Nummer.

SPOX: Sie selbst sind dann wieder zurück in Ihre Geburtsstadt Stuttgart gegangen. Wieso haben Sie sich damals für den VfB und gegen Gladbach entschieden?

Köppel: Meine damalige Freundin und heutige Frau kam aus Stuttgart zu mir nach Mönchengladbach und sie hat sich dort einfach nie so richtig wohl gefühlt. Da recht frühzeitig feststand, dass ich Gladbach verlassen werde, verhandelte ich mit Ajax Amsterdam, Feyenoord Rotterdam und Inter Mailand. Ich wäre gerne nach Mailand gewechselt, da kam aber eine Ausländersperre für die nächste Saison dazwischen. Am allerliebsten wäre ich jedoch zu Ajax gegangen, doch da hat meine Freundin nicht mitgespielt (lacht). Die holten daraufhin dreimal in Folge den Europapokal der Landesmeister...

Wer ist die beste Mannschaft aus 50 Jahren Bundesliga? Die Ergebnisse der 1. Runde

SPOX: Und dann also Stuttgart?!

Köppel: Der VfB kam an und da meine Freundin Heimweh hatte, war die Sache schnell erledigt. In Stuttgart tat sich schon auch einiges: Es kam mit Hans Weitpert ein neuer Präsident, Branko Zebec war Trainer und neben mir wurden Buffy Ettmayer sowie Egon Coordes geholt.

SPOX: Bleiben wir im Jahr 1971. Am 27. Spieltag brach beim Spiel zwischen der Borussia und Werder Bremen in der 88. Minute der Torpfosten. Das Spiel wurde abgebrochen und wenige Wochen später mit 2:0 für Bremen gewertet.

Köppel: Es stand 1:1. Wir waren damit natürlich überhaupt nicht zufrieden, die Bremer dagegen glücklich wie noch was. Da wir felsenfest davon ausgegangen sind, dass das Spiel wiederholt wird, haben wir auch keinen großen Aufstand gemacht, als das Tor nicht repariert oder durch ein neues ersetzt werden konnte. Nach dem Urteil standen wir dann natürlich da wie die Deppen. So ein einzelner Punkt war damals ja noch wertvoller als heute.

SPOX: Wussten Sie bereits auf dem Feld, dass das eine legendäre Nummer werden würde?

Köppel: Nein, das war nicht absehbar. Ich hielt es auch nicht für ausgeschlossen, dass das später irgendwann noch einmal passieren würde. Da waren plötzlich so viele Menschen auf dem Platz, dass eine Hektik entstand, in der für uns nur wichtig war: Was passiert jetzt heute noch? Für uns gab es nur zwei Varianten: Entweder wir schenken uns die zwei Minuten und es bleibt beim 1:1 oder das Spiel wird eben wiederholt.

SPOX: Stimmt es, dass Schiedsrichter Gerd Meuser, der damals erst sein viertes Bundesligaspiel pfiff, vorgeschlagen hatte, dass einfach irgendjemand die restlichen zwei Minuten den aufgerichteten Pfosten stützen solle?

Köppel: Ja. Es war aber irgendwie auch nicht vorstellbar. Da kann sich doch keiner hinstellen und den Pfosten halten. Stellen Sie sich vor, in den verbliebenen zwei Minuten hätte dann tatsächlich einer an den Pfosten geschossen. Im Prinzip wäre Meusers Vorschlag aber wohl das Beste gewesen.

Seite 2: Köppel über den Bundesligaskandal und Freigetränke in Netzers Lovers Lane

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung