Inside Bundesliga: 5 Klubs – 5 Personalien

Wohin mit Pizza?

Von SPOX
Mittwoch, 23.01.2013 | 12:17 Uhr
Claudio Pizarro wechselte vor der Saison von Werder Bremen zu den Bayern
© Getty
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Bei den Bayern scheint derzeit kein Platz für Claudio Pizarro, Stuttgart freut sich auf einen Zugang aus dem Rehazentrum. In Hamburg feiert ein beinahe Vergessener Wiederauferstehung. Gladbachs Marx freut sich über einen neuen Vertrag, Bremens Abwehrchef läuft seiner Form hinterher.

Bayern München: Am Samstag stand Claudio Pizarro gegen Greuther Fürth nicht im Kader. Der Peruaner meldete sich krank ab und musste mit ansehen, wie Trainer Jupp Heynckes in Arjen Robben, Mario Gomez und Xherdan Shaqiri drei (aktuellen) Ergänzungsspielern von der Bank aus Einsatzzeiten gab. Wenngleich Gomez ob der Fünf-Minuten-Almosen in einer längst entschiedenen Partie alles andere als erfreut war.

Das Problem für Heynckes: Mit Jerome Boateng, Anatolij Tymoschtschuk und Rafinha saßen noch drei Defensivspieler auf der Bank. Auf die wird Heynckes auch in Zukunft kaum für einen vierten Offensiven verzichten können. Außerdem wird er gemäß der Rotationsregel auch dem einen oder anderen ein bisschen Spielzeit geben, um alle bei Laune zu halten. Stellt sich die Frage: Wo ist dann noch Platz für Pizza? In naher Zukunft sieht es nicht wirklich rosig aus für den Routinier, zumal "leichte" Einsatzmöglichkeiten wie in den ersten DFB-Pokalrunden oder gegen schwächere Gegner in der Champions-League-Gruppenphase von jetzt an der Vergangenheit angehören.

Borussia Mönchengladbach: Thorben Marx räumten die Experten vor der Saison trotz des Weggangs von Roman Neustädter nur wenige Chancen auf eine dauerhafte Beschäftigung in Gladbachs defensivem Mittelfeld ein. Die ersten sechs Spieltage war er kaum im 18er-Kader - und seitdem spielt er nicht nur, sondern hat in den folgenden zwölf Spielen lediglich 20 Minuten verpasst, als er ausgewechselt wurde. Damit hat Marx den hochgehandelten Granit Xhaka und Tolga Cigerci längst den Rang abgelaufen. Als Belohnung winkt die Vertragsverlängerung, die noch diese Woche erfolgen soll. "Eigentlich sind wir uns einig. Es muss jetzt noch ein bisschen Papierkram erledigt werden - und dann werde ich demnächst unterschreiben", sagt der 31-Jährige.

Hamburger SV: Und noch einer, der fast aus dem Nichts wieder voll da ist. Jeffrey Bruma stand in Hamburg in der zweiten Reihe, kam an Heiko Westermann und Michael Mancienne nicht mehr vorbei.

Seine Bilanz bisher: Nachdem er an den ersten drei Spieltagen noch von Beginn an ran durfte - da aber überhaupt nicht überzeugen konnte - wurde er danach allenfalls noch eingewechselt. Durch Manciennes schwere Verletzung am Sonntag in Nürnberg (Bänderriss im Sprunggelenk) ist der Niederländer auf einmal wieder mittendrin im Team. Und soll jetzt auch noch länger beim HSV bleiben. Zuletzt rankten sich immer mal wieder Gerüchte um einen Weggang Brumas, der sich in anderthalb Jahren nie so recht durchsetzen konnte. "Unser Trainer und der Sportchef haben mir signalisiert, dass ich noch lange beim HSV spielen soll. Sie wollen, dass ich für mehrere Jahre unterschreibe", sagt Bruma. Und die Bosse? "Thorsten Fink und ich würden uns freuen, wenn wir Jeffrey verpflichten könnten und er noch lange bei uns bleibt", sagt Sportchef Frank Arnesen. Das Problem: Derzeit weiß niemand, was der FC Chelsea mit dem 21-Jährigen vor hat. "Ich muss erst bei Chelsea fragen, was sie für Vorstellungen haben. Es kann ja auch sein, dass sie ihn zurück haben wollen."

VfB Stuttgart: Den Dezember 2010 hat Johan Audel immer noch in Erinnerung. Da stand der Franzose zum letzten Mal im Bundesligakader des VfB, da riss er sich in der ersten Trainingseinheit von Bruno Labbadia das Kreuzband, sowie das Innen- und Außenband im rechten Knie. Sieben Mal wurde Audel seitdem operiert, sein Zuhause war monate-, fast schon jahrelang die Rehawelt beim VfB, während die Kollegen einen Katzensprung entfernt dem Mannschaftstraining nachgingen. Am Wochenende könnte es jetzt nach dieser nahezu unglaublichen Pechsträhne erstmals wieder so weit sein: Schon gegen Wolfsburg wäre der Franzose in den Kader gerückt, hätte ihn ein Magen-Darm-Infekt nicht außer Gefecht gesetzt. Jetzt warten am Sonntag die Bayern - reizvoller könnte der Gegner für ein Comeback kaum sein.

Und auch die Konstellation: Alles redet über die Harmlosigkeit im Sturm, wenn Vedad Ibisevic nicht auf dem Platz steht. Dabei liegt das eigentlich Grundübel in der Ideenlosigkeit im Mittelfeld, sowohl im Zentrum als auch über die Flügel. Deshalb soll auch noch personell nachgebessert werden. Im Prinzip hat der VfB aber bereits einen Offensiv-Zugang zu vermelden. Läppische dreimal ist er bis jetzt für die Profimannschaft aufgelaufen - alle drei Spiele hat der VfB übrigens verloren. Es wäre an der Zeit, daran was zu ändern.

Werder Bremen: In der vergangenen Saison war Sokratis so etwas wie der Aufsteiger im Bremer Team. Der Grieche war zunächst ja nur ausgeliehen, wurde dann auf Grund teilweise hervorragender Leistungen aber fest verpflichtet. In der proklamierten Saison des Umbruchs sollte Sokratis gerade nach dem Weggang von Naldo die (Defensiv-)Basis einer neuen Achse werden. Nur hinkt der 24-Jährige seit der Europameisterschaft seinen eigenen und der Erwartungen der Verantwortlichen hinterher. War er vor einem Jahr in einer ebenfalls schwach verteidigenden Mannschaft noch so etwas wie eine letzte Instanz, findet er nun kaum noch zu jener Form, die ihn zum Publikumsliebling machte. Sokratis' Einsatz und Einstellung stimmen immer noch, er lebt weiter von seinem sehr körperlichen Spiel. In der Ballverarbeitung und im Zweikampfverhalten unterliefen ihm nun aber schon einige schlimmer Fehler, zudem verursacht er durch seinen ungestümen Einsatz immer auch gefährliche Standardsituationen für den Gegner. Dass Sokratis trotz seiner bisher durchwachsenen Saison immer noch unangefochten ist, spricht nicht unbedingt für seine Kontrahenten. Sebastian Prödl spielt eine Saison mit Auf und Ab, Assani Lukimya konnte seine Chancen bei acht Einsätzen und zwei Platzverweisen nicht nutzen, Francois Affolter ist längst wieder weg und Winterzugang Mateo Pavlovic scheint für einen Startelfeinsatz noch nicht so weit.

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