Inside Bundesliga: 5 Klubs – 5 Personalien

Stuttgarts Diamant und die BVB-Dauerlösung

Von SPOX
Mittwoch, 16.01.2013 | 15:14 Uhr
Beerbt Rastko Suljagic (l.) eines Tages einmal VfB-Stammkeeper Sven Ulreich?
© Imago
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Bei Borussia Dortmund soll Nachwuchskraft Marcel Halstenberg längerfristig zu den Profis aufrücken, während sich der VfB Stuttgart das nächste große Torhütertalent großziehen will. A propos Torhüter: In Augsburg tobt gleich ein Dreikampf um die Nummer eins.

Borussia Dortmund: Eine Woche vor Weihnachten bekam Jonas Hofmann gewissermaßen sein größtes Geschenk überreicht: Einen Drei-Minuten-Einsatz gegen 1899 Hoffenheim. Es waren Hofmanns erste zaghaften Gehversuche in der Bundesliga. Der 20-Jährige schnuppert an der Profimannschaft, wenngleich sich die Konkurrenzsituation im Mittelfeld durch Nuri Sahins Rückholaktion noch einmal zugespitzt hat.

Richtig dabei ist jetzt bis auf weiteres Marcel Halstenberg. Zusammen mit Koray Günter verpasste er die Vorbereitung der U 23 in Belek und bleib stattdessen bei den Profis in Dortmund. Die Verletzungen von Neven Subotic und Felipe Santana sowie Chris Löwes Wechsel nach Kaiserslautern waren der Auslöser. Halstenberg hatte bereits während der Sommer-Vorbereitung einige Einsätze bei der ersten Mannschaft, konnte sich da aber nicht nachdrücklich empfehlen. Jetzt kann er sich unter Umständen sogar auf eine längere Verweildauer bei Jürgen Klopps Mannschaft einstellen. "Es ist nicht auszuschließen, dass Marcel Halstenberg bis zum Saisonschluss bei den Profis bleibt", sagt U-23-Coach David Wagner.

VfB Stuttgart: Rastko Suljagic war schon einmal in Stuttgart. Zwei Jahre ist das her, als der damals 15-Jährige für sechs Wochen bei den Schwaben reinschnuppern durfte. Jetzt hat ihn der VfB für 100.000 Euro fest verpflichtet - und damit schon ein wenig für Aufsehen gesorgt. Dass die Torhüterausbildung beim VfB exzellent ist, ist kein großes Geheimnis. Warum jetzt aber einen 17-jährigen Serben kaufen, wo doch in Andre Weis, Odisseas Vlachodimos und Kenan Mujezinovic drei hochveranlagte deutsche Keeper hinter Sven Ulreich platziert sind? Der VfB verfolgt mit Suljagic ein etwas abgewandeltes Konzept: Der "Torhüterdiamant, der nur geschliffen werden muss" (Torwarttrainer Andreas Menger) soll sich in den verschiedenen Jahrgängen in der Jugend bewähren, danach verliehen werden.

Als Nicht-EU-Ausländer besitzt Suljagic keine Spielerlaubnis für die U 23. In der Zeit will Menger ihn formen, seine Entwicklung leiten, "ohne dabei unsere Talente wie Vlachodimos zuzuparken." Für Suljagic gingen bei Roter Stern Berlgrad auch Offerten von Manchester United und Benfica Lissabon ein. "Aber er kannte den Verein und unsere Philosophie in der Torhüterförderung, das hat den Ausschlag für den VfB gegeben", so Menger.

FC Augsburg: Beim Tabellenvorletzten tobt wenige Tage vor dem vorentscheidenden Rückrundenauftakt bei Fortuna Düsseldorf der Konkurrenzkampf im Tor. Simon Jentzsch war einst Augsburgs Stammkraft, seine lange Verletzungspause hat den Routinier aber etwas aus der Bahn geworfen. Mohamed Amsif hat in Jentzsch' Abwesenheit seinen Job ordentlich erfüllt und jetzt sogar auf die Teilnahme am Afrika Cup verzichtet, um sich den Platz zwischen den Pfosten zu krallen. Und dann ist da noch Alex Manninger. Der zeigte in seinem ersten und bislang einzigen Einsatz im Pokal gegen die Bayern eine starke Leistung. Der Dreikampf geht in die entscheidende Phase, wobei sich Trainer Markus Weinzierl offenbar noch nicht final entschieden hat. "Alle drei genießen mein volles Vertrauen", sagt Weinzierl. Mit einer Hypothek geht Amsif in die letzten Tage, der beim Laktattest zu spät kam und von Weinzierl dafür mit Einzeltraining bestraft wurde. "Die Spieler muss spüren, dass sie sich Verfehlungen nicht erlauben dürfen. Nur Geldstrafen alleine reichen nicht aus." Die Chancen für Manninger, erprobt in über 200 Pflichtspielen unter anderem für den FC Arsenal und Juventus Turin, dürften gar nicht so schlecht stehen.

Werder Bremen: Die Sperre von Marko Arnautovic gegen Meister Borussia Dortmund lässt Trainer Schaaf grübeln. Im Trainingslager hat sich ein Eins-zu-Eins-Ersatz für den Österreicher nicht aufgedrängt. Die Alternative Niklas Füllkrug konnte Schaaf offenbar nicht in der Art überzeugen, dass der Youngster jetzt gegen den BVB im rechten offensiven Mittelfeld gesetzt wäre. Also plant Schaaf - wie übrigens schon im Hinspiel - mit einer abgeänderten Spielidee. Stoßstürmer Nils Petersen soll in der Defensive weite Wege gehen und das Mittelfeld hinter ihm zusätzlich verstärken. "Wir sind dadurch im Mittelfeld kompakter", sagt Routinier Clemens Fritz, der seine Chance von Beginn an erhalten dürfte. Im letzten Test beim VfL Osnabrück (2:1) testete Schaaf das Modell einigermaßen erfolgreich. Für die Nadelstiche in der Offensive soll neben Petersen der immer wieder in die Spitze rückende Kevin de Bruyne sorgen. Auch das eine kleine Parallele zum Spiel in Dortmund, als De Bruyne in Petersens Abwesenheit einen verkappten Mittelstürmer gab.

Eintracht Frankfurt: Aus drei mach einen - und der heißt in den ersten Spielen Marco Russ. Im Frühjahrr träumte der 27-Jährige noch den verwegenen Traum einer EM-Teilnahme mit Kroatien und fand sich nur Monate später beim VfL Wolfsburg in der Regionalliga wieder.

Und selbst dort wäre er gemäß Ex-Trainer Lorenz-Günther Köstner keine Stammkraft gewesen, was Russ als "Blödsinn" tituliert. Das alles ist Vergangenheit. Russ ist zurück bei der Eintracht und dort in der Innenverteidigung neben Stammkraft Carlos Zambrano gesetzt. Da Anderson zwar wieder mit der Mannschaft trainiert, aber noch einige Wochen braucht, bietet sich für Russ die große Chance. Sehr zum Leidwesen von Heiko Butscher. Der war fast die komplette Hinrunde weg vom Fenster, Trainer Armin Veh plante nicht mehr mit dem 32-Jährigen. Als er dann auf Grund mehrerer Verletzter an den letzten beiden Hinrunden-Spieltagen doch noch ran durfte, machte er seinen Job gegen Bremen (4:1) und in Wolfsburg (2:0) sehr stark. Umso ärgerlicher für Butscher also, jetzt wieder in den Status der Notlösung rücken zu müssen.

Der 18. Spieltag im Überblick

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