Zufriedenheit beim BVB trotz elf Punkten Rückstand

Dortmund und der alternative Bildungsweg

Von Jochen Tittmar
Sonntag, 02.12.2012 | 18:30 Uhr
Der deutsche Meister Borussia Dortmund ist mit der aktuellen Situation zufrieden
© Getty
Advertisement
NFL
Do18:30
Vikings@Lions: Erlebe den Thanksgiving-Auftakt
Premier League
Sa18:30
Liverpool - Chelsea - Der Kampf um die CL-Plätze
Indian Super League
Chennai -
NorthEast United
Copa Sudamericana
Flamengo -
Junior
Indian Super League
Kerala -
Jamshedpur
Ligue 1
St. Etienne -
Straßburg
Premiership
Dundee -
Rangers
Premier League
West Ham -
Leicester
Primera División
Celta Vigo -
Leganes
A-League
FC Sydney -
Brisbane
Primera División
Alaves -
Eibar
Championship
Barnsley -
Leeds
Serie A
Bologna -
Sampdoria
Championship
Norwich -
Preston
Primera División
Real Madrid -
Malaga
Ligue 1
Rennes -
Nantes
Serie A
Chievo Verona -
SPAL
Serie A
Sassuolo -
Hellas Verona
Premier League
Liverpool -
Chelsea
Primera División
Real Betis -
Girona
Championship
Sheff Utd -
Birmingham
Ligue 1
Caen -
Bordeaux
Ligue 1
Dijon -
Toulouse
Ligue 1
Metz -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Lille
Ligue 1
Troyes -
Angers
Premier League
Tottenham -
West Bromwich (DELAYED)
Primera División
Levante -
Atletico Madrid
Premier League
Swansea -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
Stoke (DELAYED)
Premier League
Man United -
Brighton (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Watford (DELAYED)
J1 League
Cerezo Osaka -
Kobe
J1 League
Kashima -
Kashiwa
Primera División
La Coruna -
Bilbao
Eredivisie
Excelsior -
PSV
Premier League
Southampton -
Everton
Super Liga
Cukaricki -
Roter Stern
Ligue 1
Nizza -
Lyon
Serie A
Genua -
AS Rom
Serie A
AC Mailand -
FC Turin
Serie A
Udinese -
Neapel
Primera División
Real Sociedad -
Las Palmas
Ligue 1
Marseille -
Guingamp
Premier League
Huddersfield -
Man City
1. HNL
Cibalia -
Rijeka
Serie A
Lazio -
Florenz
Primera División
Villarreal -
Sevilla
Premier League
Burnley -
Arsenal (DELAYED)
First Division A
Brügge -
Zulte-Waregem
Primera División
Valencia -
Barcelona
Serie A
Juventus -
Crotone
Ligue 1
Monaco -
PSG
Primeira Liga
Benfica -
Setubal
Superliga
River Plate -
Newell's Old Boys
Premier League
Spartak -
Zenit
Serie A
Atalanta -
Benevento
Championship
QPR -
Brentford
Primera División
Espanyol -
Getafe
Ligue 1
Amiens -
Dijon
Ligue 1
Straßburg -
Caen
Coppa Italia
Sampdoria -
Pescara
Ligue 1
Bordeaux -
St. Etienne
Premier League
Watford -
Man United
Copa del Rey
Real Madrid -
Fuenlabrada
Premier League
Brighton -
Crystal Palace (DELAYED)
Premier League
West Bromwich -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Leicester -
Tottenham (DELAYED)
Copa Sudamericana
Independiente -
Libertad
Coppa Italia
Chievo Verona -
Hellas Verona
Ligue 1
Angers -
Rennes
Ligue 1
Guingamp -
Montpellier
Ligue 1
Lyon -
Lille
Ligue 1
Metz -
Marseille
Ligue 1
Nantes -
Monaco
Ligue 1
Toulouse -
Nizza
Copa del Rey
Barcelona -
Murcia
Premiership
Rangers -
Aberdeen
Cup
Anderlecht -
Lüttich
Ligue 1
PSG -
Troyes
Premier League
Stoke -
Liverpool
Copa del Rey
Atletico Madrid -
Elche
Premier League
Bournemouth -
Burnley (DELAYED)
Premier League
Arsenal -
Huddersfield (DELAYED)
Premier League
Man City -
Southampton (DELAYED)
Premier League
Everton -
West Ham (DELAYED)
Premier League
Chelsea -
Swansea (DELAYED)
Copa Libertadores
Lanus -
Gremio
Indian Super League
Goa -
Bengaluru
Copa del Rey
Villarreal -
Ponferradina
Cup
Zulte-Waregem -
Brügge
Coppa Italia
Genua -
Crotone
Copa Sudamericana
Junior -
Flamengo
Indian Super League
Jamshedpur -
Kalkutta
Serie A
AS Rom -
SPAL
Primeira Liga
Sporting -
Belenenses
Ligue 1
Dijon -
Bordeaux
Serie A
Neapel -
Juventus
Championship
Leeds -
Aston Villa
Primera División
Malaga -
Levante
Primeira Liga
Porto -
Benfica
J1 League
Iwata -
Kashima
J1 League
Kobe -
Shimizu
A-League
Newcastle -
Melbourne City
Primera División
Barcelona -
Celta Vigo
Premier League
Chelsea -
Newcastle
Premier League
Lok Moskau -
Kasan
Premier League
Brighton -
Liverpool
Championship
Millwall -
Sheffield Utd
Primera División
Atletico Madrid -
Real Sociedad
Ligue 1
Straßburg -
PSG
Premier League
Arsenal -
Man Utd
Primera División
Sevilla -
La Coruna
Championship
Bristol City -
Middlesbrough
Ligue 1
Lille -
Toulouse
Ligue 1
Monaco -
Angers
Ligue 1
Nizza -
Metz
Ligue 1
Rennes -
Amiens
Ligue 1
Troyes -
Guingamp
Premier League
Watford -
Tottenham (DELAYED)
Eredivisie
Feyenoord -
Vitesse
Primera División
Bilbao -
Real Madrid
Serie A
FC Turin -
Atalanta
Premier League
Leicester -
Burnley (Delayed)
Premier League
Everton -
Huddersfield (DELAYED)
Premier League
West Brom -
Crystal Palace (DELAYED)
Primera División
Leganes -
Villarreal
Serie A
Benevento -
AC Mailand
Premiership
Aberdeen -
Rangers
Eredivisie
PSV -
Sparta
Premier League
Bournemouth -
Southampton
Ligue 1
St. Etienne -
Nantes
Serie A
Bologna -
Cagliari
Serie A
Florenz -
Sassuolo
Serie A
Inter Mailand -
Chievo Verona
Primera División
Getafe -
Valencia
Ligue 1
Caen -
Lyon
Premier League
Man City -
West Ham
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Inter Zapresic
Primera División
Eibar -
Espanyol
First Division A
Zulte-Waregem -
Gent
Primera División
Las Palmas -
Real Betis
Serie A
Sampdoria -
Lazio
Ligue 1
Montpellier -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Arsenal
Serie A
Crotone -
Udinese
Championship
Birmingham -
Wolverhampton
Primera División
Girona -
Alaves
Serie A
Hellas Verona -
Genua
FIFA Club World Cup
Al Jazira -
Auckland City

Die Titelverteidigung liegt für Borussia Dortmund nach dem 1:1 beim FC Bayern München in weiter Ferne. Dennoch herrscht beim BVB vollste Zufriedenheit. Warum eigentlich?

Die Mixed Zone eines Stadions ist nach den Partien oftmals ein Ort der Gleichheit. Alle Journalisten befinden sich dort auf der Jagd nach den aufschlussreichsten Aussagen der Protagonisten. Doch oft sagen viele Spieler dasselbe und kauen gemeinsam auf einem großen Haufen Einheitsbrei herum.

Auch die Angestellten von Borussia Dortmund taten dies am Samstagabend nach dem 1:1 beim FC Bayern. Was dabei herausstach, ob nun von Roman Weidenfeller, Michael Zorc oder einigen anderen formuliert, war ein Satz: "Wir sind zufrieden."

Dortmund beschreitet alternativen Bildungsweg

Für sich genommen ist dieser Satz für die Journaille nur ein maues Ergebnis ihrer Fragestellungen. Doch die Überzeugung, mit der die Dortmunder ihn aussprachen, lässt den Schluss zu: Sie sind mit dem Status Quo wirklich zufrieden. Und sagen dies eben nicht nur so dahin, um sich später im stillen Kämmerlein schwarz zu ärgern, dass der Rückstand auf die Tabellenspitze weiterhin bei beachtlichen elf Punkten liegt.

Dieser Abstand auf Platz eins ist für einen Titelverteidiger in der Bundesliga im Normalfall so gravierend, dass der Grad der Zufriedenheit gen Null tendiert. Doch warum scheint das bei den Borussen anders zu sein?

Dortmund beschreitet in dieser Spielzeit so etwas wie einen alternativen Bildungsweg. Die zwei Jahre der nationalen Extraklasse, in denen die Mannschaft zu einem organisch gewachsenen und in ihrer Qualität ideal austarierten Gebilde reifte, stellen für den Verein weiterhin keinen Grund dar, das eigene Selbstverständnis von der westfälischen Bescheidenheit zu lockern.

Watzke warnt vor Arroganz

Der klassische Meister fokussiert sich auch im Folgejahr auf die Wiederholung der Geschehnisse, den Dortmundern wirft man daher Understatement vor, wenn lediglich die Qualifikation zur Champions League als Saisonziel ausgegeben wird.

Auf der Mitgliederversammlung fiel von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke kürzlich der Satz: "Wir dürfen niemals so arrogant werden, dass man sagt: Auf Platz zwei fangen die Verlierer an."

Diese Aussage spiegelt das Selbstverständnis des Klubs ziemlich gut wider. Gerade trotz der zwei außergewöhnlichen Jahre soll bloß keiner auf den Gedanken kommen, den Erfolg des Klubs einzig über erste Plätze zu definieren. "Ich habe nie davon geträumt, dass wir jetzt zehn Mal in Serie die Deutsche Meisterschaft gewinnen", fügte Watzke hinzu. Dementsprechend regiert bei ihm derzeit auch nicht die Panik ob des Rückstands auf Rang eins.

Oberstes Ziel: sportliche Nachhaltigkeit

In den kommenden Jahren sieht Watzke die schwerste Aufgabe des BVB darin, neben einer wirtschaftlichen auch eine sportliche Nachhaltigkeit zu garantieren.

Doch die muss nicht zwangsläufig vorsehen - wie im vermeintlich klassischen Fall - , die Meisterschale erneut nach Dortmund zu holen. Den Maßstab dafür definiert der Verein selbst, immer im Hinblick auf eine ganzheitliche und fortwährende Entwicklung der Mannschaft.

Der teils krasse Widerspruch, den die Leistungen auf internationalem Parkett in den vergangenen Jahren zum eigentlichen Potential des Teams entstehen ließen, war für die Verantwortlichen vor der aktuellen Saison das am dringlichsten anzugehende Problem und so etwas wie das heimliche Saisonziel.

Fokus liegt auf Champions League

Auf diesem Terrain, das für viele Spieler auch weiterhin als Neuland bezeichnet werden muss, setzte die Entwicklung der Mannschaft nicht immer erklärbar aus. Sie hielt nicht Schritt mit dem Tempo jenes Wachstums, mit der das Team durch die Bundesliga walzte.

Der Fokus auf diesen Umstand erklärt auch ein wenig den bisherigen Saisonverlauf. Dortmund spielt eine gute, aber nicht mehr solch herausragende Runde wie zuletzt. Dazu fehlte es in manchen Partien an Stabilität - die das Team jedoch in der Champions League plötzlich auszeichnet.

Dort hat die Borussia den nächsten Schritt genommen auf dem Weg, der jugendlichen Unbekümmertheit auch eine gewisse Reife und Abgeklärtheit hinzuzufügen. Das Umsetzen dieses Vorhabens wiegt für die Entscheidungsträger in Schwarzgelb viel schwerer, als eine Herbstmeisterschaft bei gleichzeitigem Stillstand in Europa.

In den Spitzenspielen ungeschlagen

So hat Dortmund in den sechs Highlight-Spielen dieser Saison (CL plus die Partie in München) keine Niederlage einstecken müssen und gegen die hochkarätigen Kontrahenten bewiesen, auch bei variierenden Spielverläufen nicht naiv ins Verderben zu rennen, sondern aus der eigenen Stärke heraus konstant zu bleiben und einen vorgegebenen Plan durchzubringen.

Dass dieser auch nach spieltaktischen Variationen - in München griff Klopp wie bereits beim Beinahe-Sieg in Manchester auf ein Mittelfeld mit drei defensiv denkenden Akteuren zurück - greift, stellt zweifelsohne einen großen Fortschritt dar.

Diese Entwicklung klingt auch in Klopps Sicht nach dem 1:1 gegen den Rekordmeister an, wenn er davon spricht, dass für ihn das Hauptaugenmerk darauf lag "in diesem Spiel zu bestehen. Wir haben das ausgeklammert aus der Bundesliga und gesagt, wir gehen es an wie ein Champions-League-Spiel."

Watzke: "Bayern ist nicht merhr zu stoppen"

Geht man davon aus, dass sich bis zur Winterpause keine spürbaren tabellarischen Verschiebungen mehr ergeben, startet Dortmund unter Voraussetzungen in die Rückrunde, die man zuletzt so nicht kannte: Platz eins ist nicht omnipräsent, das Abenteuer Europa nicht schon beendet, die erneute Qualifikation für die Königsklasse machbar.

Trotz der "Neuheit" dieses Ist-Zustands liegt dieser innerhalb der sich selbst auferlegten Saisonvorgaben und hat das Team in seiner Entwicklung ein erneutes Stück nach vorne gebracht.

Und so legt man in Dortmund aktuell auch keinerlei Verbissenheit an den Tag, den Titelkampf mit harschen Kampfansagen zu befeuern. "Die Bayern werden dieses Jahr wahrscheinlich nicht zu stoppen sein. Das 1:1 ist für uns ein Erfolgserlebnis", sagte Watzke - und man kommt nicht umher, ihm dies auch abzunehmen.

Eben weil der Verlauf der Partie in München den Vorgaben des alternativen Bildungswegs entsprach.

Der Kader von Borussia Dortmund

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung