Alternative Liste - Spieltag 13

Kinderquatsch mit Kloppo

Von Patrick Völkner
Montag, 26.11.2012 | 16:28 Uhr
Experte bei der Zucht der Mentalitätsmonster: Der stets besonnene Jürgen Klopp
© Getty
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Wenn Allofs und Schaaf in diesen Tagen aufeinandertreffen, werden nostalgische Erinnerungen wach - an die gute alte Zeit des Eisernen Vorhangs. Und wenn der Maya-Kalender mit dem Weltuntergang Recht behalten sollte, müssen wir den Schuldigen wohl in der Bundesliga suchen. Die Alternative Liste versucht wieder einmal die mysteriösen Zusammenhänge zu decodieren - und scheitert erneut an sich selbst und den Folgewirkungen des Magath'schen Karmas.

Komplexe: Zweimal Remis in Folge - so etwas nagt bekanntlich am bayrischen Selbstbewusstsein. Doch im Kampf gegen den eigenen Minderwertigkeitskomplex geht jeder eben doch seinen ganz eigenen Weg. Während Matthias Sammer die Offensive suchte und SKY-Moderator Sebastian Hellmann ob seiner bohrenden Fragen eine Umschulung zum Zahnarzt vorschlug, orientierten sich die Bayern-Spieler lieber an den großen Idolen unserer Zeit. Was Ibrahimovic und Mexes können, können wir schon lange. Dachten sich Heynckes' Jungs und scheiterten erwartungsgemäß auf ganzer Linie. Mochte Javi Martinez mit seinem konventionellen Rückzieherchen zumindest noch eine passable Haltungsnote für sich verbuchen, ging Toni Kroos' Plagiatsversuch dann aber vollends in die Lederhose. Sein angetäuschter Ibrahimovic sah doch mehr aus wie stabile Seitenlage mit eingebautem Hüftgelenkschaden. Schlechte Kopien sind eben doch immer höchst peinlich. Oder wie es Sammer im verbalen Infight mit SKY-Hellmann ausdrückte: Wie ein zermatschter Kaugummi.

Mischdeckung: Ach Hoffenheim, das wird doch nichts: Jetzt waren die Ausgangsvoraussetzungen schon perfekt (lustloses Bayer, verletzter Wiese) und trotzdem hat's wieder nicht gereicht. Markus Babbel bezeichnet sich inzwischen schon selbst als Niete und muss sich jetzt sogar Ratschläge von Trainergott Jürgen Kohler gefallen lassen. Der nämlich hat das Hoffenheimer Grundsatzproblem messerscharf analysiert und schlug bei SKY90 vor, die komplette Manndeckung bei Standard-Situationen durch eine gemischte Mann-Raumdeckung zu ersetzen. Ja, genau das wird es gewesen sein. Mit einer gepflegten Mischdeckung hat es Barca ja auch seinerzeit von der der spanischen Ascheplatzliga zum CL-Sieg gebracht. Dietmar Hopp soll denn auch sofort ‚Heureka' geschrien und sich Kohlers Nummer besorgt haben. Bevor man auf Schildkröte Magath zurückgreift, sollte man eben doch alle Optionen ausloten.

Sag mir quando...: Fritz von Thurn und Taxis! Ist ja für sich genommen schon ein Lacher. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Schließlich gehört es zum Portfolio des ulkigen SKY-Reporters, auch belangloseste Szenen mit einem kindlich-verspielten "Höhö" wegzukommentieren. Zuweilen dient das alberne Gegiggel aber auch lediglich dazu, die eigene Unbeholfenheit unter dem Mantel des Humors zu verbergen. Als von Thurn und Taxis am Samstagnachmittag aber die rhetorische Frage in den Raum warf, wann Huntelaar endlich wieder mal treffen würde, um dann festzustellen, dass eben jener wenige Minuten zuvor für die Schalker eingenetzt hatte, wurde es plötzlich totenstill am Kommentatoren-Mikro. Bei so viel Fehlleistung vergeht selbst dem Grandmaster of Funny himself das Lachen. Uns übrigens auch.

In die Geschichtsbücher: Mehr als 15 Jahre lag Fortunas letzter Heimsieg in einem Bundesligaspiel vor diesem Spieltag also zurück. Irgendwann anno schnulle gab es zuletzt einen Dreier vor eigener Kulisse, genauer gesagt am 5. April 1997 - damals war Joanna Tuczynska gerade 13, Lothar Matthäus 36 und beide glaubten noch an die große Liebe. Gegner bei jenem letzten glorreichen Fortuna-Heimsieg war im Übrigen der FC St. Pauli. Und da es der HSV nun einmal nicht haben kann, wenn der Stadtrivale vor einem in den Geschichtsbüchern steht, entschloss sich die Fink-Truppe in Düsseldorf ganz lässig abzuschenken - aus rein historischen Gründen versteht sich. Anders ist der lustlose Auftritt, gegen den Magaths WWM-Performance ein Festival der Ekstase bildete, jedenfalls nicht erklärbar. Immerhin: Ein paar HSV-Sympathisanten (Fans wollen wir sie mal nicht nennen) waren ganz Feuer und Flamme. Verbuchen wir einfach mal unter Pyronie des Schicksals.

Eisenbahn: Wie wir ja alle wissen, verlief die erste deutsche Eisenbahnstrecke von Fürth nach Nürnberg. Vom 8. Dezember 1835 an fuhr stündlich ein pferdebespannter Zug von Nürnberg nach Fürth und wieder zurück. Was das mit Fußball zu tun hat? Überhaupt nichts - genauso wie das charmeresistente Gestümper zwischen den beiden Bahnhofsmannschaften am Samstagnachmittag, in das - dies überrascht angesichts der Vorgeschichte - zu keiner Zeit echter Zug reinkam. Weshalb Schiri Brych es dann auch sehr eilig hatte, dem elenden Treiben ein (vor)schnelles Ende zu bereiten. Stichwort: Höchste Eisenbahn. An dem lustlosen Rumgewürge hatte denn auch niemand so rechtes Vergnügen - bis aufs Fürths Sercan Sararer. Dem lief noch auf dem Spielfeld das Wasser im Munde zusammen.

Erkenntnis: Eine Alternative Liste, die etwas auf sich hält, kommt bekanntlich nicht ohne selbstverliebte Selbstreferenz aus. Aus diesem Grunde sei zugestanden: Es ist eben doch kein Zufall, dass sich diese Ausgabe liest wie eine dehydrierte Ausgabe der Liga-Lehren. Allein eine tiefschürfende, Horizonte eröffnende Erkenntnis fehlt noch. Deshalb also ein herzliches Dankeschön an Luiz Adriano, dem heldenhaften Exorzisten des dahinsiechenden Rest-Sportsgeists. Er hat für uns das größte Mysterium des modernen Profifußballs gelüftet. Denn schon immer haben wir uns gefragt, was Ball und Fairness eigentlich miteinander gemeinsam haben. Dank Adriano wissen wir es nun: Beide kann man mit Füßen treten - und zwar in ein und demselben Moment. Wer hätte das gedacht?!

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