Schalke womöglich 2019 schuldenfrei

Tönnies fordert DFB-Stammplatz für Höwedes

Von Marco Heibel
Dienstag, 30.10.2012 | 10:29 Uhr
Clemens Tönnies hält Benedikt Höwedes für den besten Innenverteidiger Deutschlands
© Getty
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Clemens Tönnies, Aufsichtsratschef von Schalke 04, und Horst Heldt, Sportdirektor bei den "Königsblauen", machen sich öffentlich für ihren Kapitän Benedikt Höwedes stark, der in der Nationalmannschaft trotz anhaltendender Defensivprobleme bislang nur eine untergeordnete Rolle spielt.

Bei der Aufzeichnung des Audi Star Talk, der am Dienstag auf Sport1 ausgestrahlt wird, bezog Tönnies eindeutig Position für die Schalker Nationalspieler. Vor allem für seinen Spielführer findet er lobende Worte.

"Ich finde, dass Benedikt Höwedes im Spiel gegen Schweden absolut gefehlt hat! Er ist der beste Innenverteidiger, den wir in Deutschland haben." Der 24-Jährige kam bislang in neun A-Länderspielen zum Einsatz, davon zweimal von Beginn an.

Auch die Schalker Mittelfeldspieler Lewis Holtby und Julian Draxler verdienten nach Tönnies Ansicht mehr Spielanteile in der Nationalelf. Allerdings schränkt der 56-Jährige auch ein, dass der Bundestrainer "jetzt nicht nur Schalker aufstellen" könne. Aber "einen gesunden Mix fände ich gut."

Sportdirektor Heldt kritisiert das generelle Auswahlverfahren von Bundestrainer Joachim Löw: Nicht nur Bayern München und Borussia Dortmund hätten sehr gute Spieler in ihren Reihen. "Da würde ich mir schon wünschen, wenn die Leistung im Verein vorhanden ist, dass dies auch berücksichtigt wird."

"Magath hat Schalke nicht verstanden"

19 Monate nach der Entlassung von Trainer und Sportdirektor Felix Magath erläuterte Tönnies erstmals die Gründe für die Trennung: "Im ersten Jahr hat er alles richtig gemacht, da war er ein Glücksfall. Danach hat er Schalke nicht richtig verstanden." Magath sei jemand, der die Leute eher anschiebe, anstatt sie zu ziehen. Ziehen sei jedoch besser als schieben: "Du musst Leute motivieren und verlässlich sein, dann folgen sie dir."

Ein weiterer Grund für die Trennung sei das angespannte Verhältnis Magaths zu Horst Heldt gewesen: "Wir sind über Kreuz gekommen, weil er den Horst nicht so behandelt hat, wie wir das vereinbart haben." Einen Seitenhieb kann sich Tönnies gegenüber dem früheren Trainer nicht verkneifen: "Wenn man ordentlich mit mir umgeht, kann man überhaupt keinen Streit bekommen."

Schalke womöglich 2019 schuldenfrei

Aktuell steht Schalke 04 sportlich und finanziell so gut da wie lange nicht mehr. Laut Tönnies könnten die einst hochverschuldeten Gelsenkirchener sogar bereits 2019 komplett schuldenfrei sein. Damit dies gelingt, müsse der sportliche Erfolg allerdings anhalten.

Die Voraussetzungen seien nicht zuletzt dank Sportdirektor Heldt geschaffen, wie Tönnies erläutert: "Unser Auftrag an Horst Heldt war, eine leistungsfähige Mannschaft zusammen zustellen. Das ist ihm hervorragend gelungen. Mein größtes Kompliment dafür."

"Gewaltbereite Fans ausgrenzen"

Auch zum Dauerthema Fangewalt äußerte sich Tönnies im Audi Star Talk. Für den 56-Jährigen kann es in dieser Frage nur eine radikale Lösung geben: "Wir haben das Problem in Deutschland, dass es gewaltbereite Fans gibt." Genau diese gewaltbereiten Fans gehörten aussortiert und konsequent ausgeschlossen, und zwar "nicht nur aus dem Stadion. Die müssen komplett ausgegrenzt werden!"

Wer Spaß an Prügeleien oder Sachbeschädigungen habe, "der gehört nicht in die Fußball-Familie." Hier seien die Vereine gefragt, mit aller Konsequenz vorzugehen: "Schalke hat bisher in den letzten Jahren jedes Stadionverbot durchgesetzt."

Weiteres Verbesserungspotenzial sieht Tönnies in der Zusammenarbeit mit der Polizei: "Wir müssen viel intensiver und schneller mit den Polizeibehörden sprechen und daraus Konzepte entwickeln."

Benedikt Höwedes im Steckbrief

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