"Mir wurden böswillig Steine in den Weg gelegt“

Von Sandra Specks
Montag, 24.09.2012 | 14:41 Uhr
Xhaka hat mit Mönchengladbach einen eher schleppenden Start in die neue Saison hingelegt
© Getty
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Während Granit Xhaka bei Borussia Mönchengladbach noch auf den Durchbruch wartet, konnte er zuletzt mit der Schweizer Nationalmannschaft Erfolge feiern. Das Herkunftsland seiner Eltern übersäte ihn dafür aber mit reichlich Kritik. Mit einem öffentlichen Brief wehrt sich der 19-Jährige jetzt.

Seine Eltern stammen ursprünglich aus dem Kosovo, doch Xhaka wurde in Basel geboren. Dies ist auch der Grund dafür, dass bei der Begegnung zwischen der Schweizer und der albanischen Nationalmannschaft sein Auftritt im roten Trikot für Aufsehen sorgte.

Denn genau wie seine Teamkollegen Xherdan Shaqiri vom FC Bayern München oder Valon Behrami (SSC Neapel) wurde der Neuborusse für seine Entscheidung für die Schweiz zu spielen, von albanischen Medien und Fans schwer beschimpft und sogar als Verräter hingestellt.

Nun wehrt sich Xhaka und stellt zudem klar, dass der Albanische Verband selbst zu seiner Entscheidung beigetragen hat. "Gegen mich und einige meiner Mitspieler wurde ein beispielloser Krieg von bestimmten Sportmedien und Kolumnisten geführt. Insbesondere aber von Herrn Armando Duka (Präsident des albanischen Fußballverbandes), der die Schuld für den Verlust zahlreicher Talente trägt", wird er von der "Welt" zitiert.

"Wünsche mir, dass diesen Jungs nicht dasselbe widerfährt"

Und weiter: "Albanien hat große Talente in aller Welt. Ich wünsche mir, dass diesen Jungs nicht dasselbe widerfährt wie mir, als mir der Verband meines Landes zu jener Zeit, als ich vom Schweizer Verband umworben wurde, unnötig und böswillig Steine in den Weg legte".

Harte Worte gegen das Land seiner Eltern. Dennoch scheinbar nötig. Denn das der Gladbacher sich nach wie vor für den Kosovo einsetzt, scheinen die Medien und Fans vergessen zu haben. Der 19-Jährige, Shaqiri und Behrami gehören nämlich zu den Spielern, die eine Deklaration an Präsident Sepp Blatter vom Weltverband Fifa unterschrieben haben, und so versuchen den Kosovo in den internationalen Fußball mit einzubeziehen und der möglicherweise bald eine eigene Nationalmannschaft bekommt.

Auch der Schweizer Coach Ottmar Hitzfeld kann die Reaktionen gegen seinen jungen Spieler nicht nachvollziehen: "Die Presse in Albanien hetzte gegen ihn und andere Spieler. Sie wurden als Verräter dargestellt. Logisch, dass das weh tut. Es ist für Außenstehende sehr schwer zu beurteilen, wie Menschen mit Migrationshintergrund fühlen."

Granit Xhaka im Steckbrief

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