Manager Christian Heidel hofft auf mehr Durchschlagskraft im Angriff

Klasnic: "Plan B" als letzte Hoffnung für Mainz

SID
Dienstag, 04.09.2012 | 14:39 Uhr
Für die Bolton Wanderers erzielte Ivan Klasnic (r.) 20 Tore in 78 Spielen
© Getty
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Ivan Klasnic ist zurück in der Bundesliga. Der FSV Mainz geht mit der Verpflichtung des Kroaten ein Risiko ein. Klasnic hat Trainingrückstand und gilt als als schwieriger Charakter.

Bei Werder-Fans ist die Szene unvergessen: Das drittletzte Spiel der Saison 2003/04, Bremen bei Bayern München, Ivan Klasnic umkurvt nach dessen Fehler Oliver Kahn und schiebt zum 1:0 ein. Die Aktion ebnet Bremen den Weg zum Sieg und zur Vorentscheidung um den Meistertitel.

Nun ist der Kroate zurück in der Bundesliga - die Mainzer erhoffen sich durch seine späte Verpflichtung endlich mehr Durchschlagskraft für den Angriff. "Er war von Anfang an unser Plan B", sagt Manager Christian Heidel. In welcher Verfassung der Profi ist, der seit fünf Jahren mit einer Spenderniere lebt, muss sich noch zeigen.

Die medizinische Untersuchung bestand er bereits am Montagabend. Vorgestellt wird Klasnic, der von 2001 bis 2008 für Werder kickte, nach Vereinsangaben erst zum Ende der Woche. Voraussichtlich trainiert der 32-Jährige am Freitag erstmals mit der Mannschaft.

"Ich werde sofort beginnen, meinen Trainingsrückstand aufzuholen, um der Mannschaft sehr schnell zu helfen", sagte Klasnic, der noch vier Tage nach Ende der Transferperiode verpflichtet werden konnte, da er knapp zwei Monate ohne Verein war.

Heidel: Qualitäten nachgewiesen

Der als nicht immer einfach geltende Profi hatte nach einem dreijährigen Engagement bei den Bolton Wanderers in der englischen Premier League keine Vertragsverlängerung bekommen. Zuvor hatte er nach seinem turbulenten Abschied aus Bremen 2008 ein Jahr beim französischen Erstligisten FC Nantes gespielt. In der kroatischen Nationalmannschaft kam er seit 2011 nicht mehr zum Zuge.

Klasnic' Karriere stand nach der Nierenerkrankung 2007 bereits vor dem Aus. Erst zwei Transplantationen machten eine Fortsetzung möglich. Im Anschluss verklagte er unter anderem Bremens Team-Arzt Götz Dimanski auf Schadenersatz. Dimanski habe die Erkrankung zu spät erkannt. Klasnic muss seither Medikamente nehmen, besucht regelmäßig seinen Vertrauensarzt in Bremen und spielt mit einem Nierenschutz aus Fiberglas.

Klasnic kam in den letzten drei Jahren Premier League auf insgesamt 20 Tore, jetzt soll er das Mainzer Sturmproblem lösen. Die Rheinhessen hatten sich vor der Saison mit Transfers sehr zurückgehalten. Nach den Abgängen von Anthony Ujah und Zoltan Stieber trugen Adam Szalai und Eric Maxim Choupo-Moting die Last im Sturm allein. Trainer Thomas Tuchel und Heidel wollten - anstatt auf spektakuläre Neuzugänge - auf eine eingespielte Mannschaft setzen, bei der "die Automatismen greifen", wie Tuchel gerne betont.

Höhepunkt der Karriere in Bremen

Bisher griffen sie nur bedingt. Ein Punkt und ein Tor (von Mittelfeld-Mann Andreas Ivanschitz) stehen zu Buche - zuletzt verlor Mainz zu Hause 0:1 gegen Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth. Der gewünschte Transfer von Adrian Ramos von Hertha BSC scheiterte. Man habe, sagt Heidel, einen "erfahrenen Stürmer gesucht, der die Bundesliga kennt."

In Klasnic habe man jemanden gefunden, "der seine Qualitäten, insbesondere beim Torabschluss, bei allen seinen bisherigen Stationen nachgewiesen hat." Wobei die Zeit in Bremen sicherlich die bedeutendste in seiner Karriere ist. Unter Trainer Thomas Schaaf bildete der Kroate gemeinsam mit dem brasilianischen "Kugelblitz" Ailton das Sturmduo, das Werder mit 41 Toren zur Meisterschaft schoss, den DFB-Pokal holten sie noch dazu. Später glänzte er im Tandem mit Miroslav Klose.

"Ich hatte eine ganze Reihe von Anfragen, aber die Möglichkeit, bei Mainz 05 und in der Bundesliga zu spielen, hat mich am meisten gereizt", sagte der gebürtige Hamburger Klasnic, der auch private Gründe abwog. Seine Tochter kommt in diesen Tagen in der Hansestadt zur Schule, er möchte ihr "näher" sein. Näher ist er nun auch wieder am FC St. Pauli. Dort wurde er zum Profi und gab danach mehrfach zu Protokoll, eines Tages seine Laufbahn auch am Millerntor beenden zu wollen.

Ivan Klasnic im Steckbrief

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