"Ich bin von Boateng provoziert worden"

Von Interview: Thomas Gaber
Tete-a-tete zwischen Ibisevic (r.) und Jerome Boateng. Ibisevic sah Rot, Boateng Gelb
© Getty

1:6 in München verloren und auch noch vom Platz geflogen - der Sonntag war nicht der Tag des Vedad Ibisevic. Bei SPOX spricht der Bosnier über die Pleite bei der Bayern, Stuttgarts schwachen Saisonstart und klärt die Szene mit Jerome Boateng aus seiner Sicht auf.

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SPOX: Vedad, der VfB hat die ersten 30 Minuten gut gespielt und sogar das Führungstor gemacht. Was ist danach passiert?

Ibisevic: Das ist schwer zu erklären, wir wissen es auch nicht. Wir haben die Bayern am Anfang gut bearbeitet, standen hinten sicher und sind in Führung gegangen. Dann kommt dieser Doppelschlag, das hat uns irgendwie das Genick gebrochen.

SPOX: Zur Pause stand es "nur" 1:3, nach 51 Minuten aber 1:6.

Ibisevic: Wir haben vor jedem Tor inidividuelle Fehler gemacht und die Bayern sind so stark, dass sie das dann auch ausnutzen. Es war wie im falschen Film, jeder Bayern-Angriff ein Treffer.

SPOX: Zu allem Überfluss sind Sie auch noch vom Platz geflogen. Wie beurteilen Sie die Szene?

Ibisevic: Eine blöde Szene. Es war ein harter Zweikampf und danach bin ich von Boateng ganz klar provoziert worden.

SPOX: Inwiefern?

Ibisevic: Verbal und von seiner Bewegung her. Ich stehe ganz normal auf und er geht mit seinem Körper in mich rein. Hätte der Schiedsrichter uns beiden die Gelbe Karte gegeben, würden wir jetzt nicht über diese Szene reden. Ich verstehe nicht, warum er Gelb und ich Rot bekomme.

SPOX: Schiedsrichter Kinhöfer meinte, es sei kein Kopfstoß gewesen.

Ibisevic: War es aber nicht, das hat doch jeder gesehen. Der Schiedsrichter hat zu mir gesagt, es sei trotzdem eine Tätlichkeit gewesen.

SPOX: War es überhaupt nötig, beim Stand von 6:1 für die Bayern so zu reagieren?

Ibisevic: Ich bin ein sehr emotionaler Fußballer, es spielt für mich keine Rolle, wie es steht. Andere würden bei 1:6 vielleicht nichts machen, aber ich bin Fußballer mit viel Herz.

SPOX: Letze Woche der verschossene Elfmeter, jetzt die Rote Karte. Ihr Saisonstart verlief sehr unglücklich.

Ibisevic: Absolut. Ich bin ganz froh, jetzt zur Nationalmannschaft zu fahren und etwas anderes zu erleben. Das geht den anderen Spielern, die zu ihren Teams reisen, genauso. Vor allem nach so einem Spiel wie in München. Ich hoffe, dass wir mit einem Erfolgserlebnis zurückkommen und dann mit dem VfB wieder angreifen. Es ist ja auch nicht alles schlecht, wir haben die Qualifikation für die Europa-League-Gruppenphase geschafft und sind im DFB-Pokal eine Runde weiter.

SPOX: Aber die Zahlen in der Bundesliga sind eindeutig: Stuttgart ist Tabellenletzter. Wie schätzen Sie die Situation ein?

Ibisevic: Es sind zwar erst zwei Spiele gespielt, aber wir müssen schon aufpassen. Man muss ganz klar sagen, dass es für uns dumm gelaufen ist. Gegen Wolfsburg hätten wir gewonnen, wenn ich mich bei der Elfmeterszene ein bisschen mehr konzentriert hätte. In München kann man verlieren, natürlich nicht 1:6, aber es waren auch diesmal wieder positive Dinge dabei, wie die ersten 30 Minuten. An diesen Dingen müssen wir uns aufrichten.

SPOX: Die Mannschaft ist noch sehr lange in der Kabine geblieben. Was gab es da zu besprechen?

Ibisevic: Was in der Kabine besprochen wird, bleibt in der Kabine. Darüber gebe ich keine Auskunft, aber wir haben dort sicher nicht Däumchen gedreht.

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