Frank Arnesen: "Ich bin nicht Superman"

Von Martin Grabmann
Dienstag, 04.09.2012 | 10:59 Uhr
Nach dem misslungenen Saisonstart wehrt sich Frank Arnesen gegen die Kritik an seiner Arbeit
© Getty
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Nachdem er im Transfer-Endspurt außen vor geblieben war und die Vorstandskollegen die Verhandlungen führten, reißt die Kritik an HSV-Sportdirektor Frank Arnesen nicht ab. Doch der Däne wehrt sich.

Die Rückkehr von Rafael van der Vaart brachte Joachim Hilke in trockene Tücher, für die Verpflichtung von Petr Jiracek war Carl-Edgar Jarchow verantwortlich. Manch einer fragt sich, wofür Frank Arnesen überhaupt noch zuständig ist. Doch Arnesen betont in der "Bild": "Ich bin der Sportchef und treffe die Entscheidungen mit Thorsten Fink. Alle Spieler, die geholt wurden, kamen von mir."

Es sei "Strategie", wer einen Vertrag zum Abschluss bringt. "Ich bin kein Jurist und kein Mann der Finanzen. Jeder muss seine Arbeit tun", zitiert die "Hamburger Morgenpost" den Dänen. Trotzdem steht Arnesen weiter unter Druck, wenn der sportliche Erfolg ausbleibt.

Der ursprüngliche Sparkurs bei den Rothosen wurde bereits geopfert. Insgesamt hat der HSV 27 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben, bei nur acht Millionen Euro Transfererlös. Ein größeres Transferminus hat in dieser Saison nur Bayern München.

Hamburger Kader überbesetzt

Statt der geplanten 25 Spieler stehen aktuell 29 im Kader, manche davon, wie Bankdrücker Robert Tesche, der 1,2 Millionen Euro pro Saison verdient, mit fürstlichen Gehältern. "Ich mache auch Fehler, nicht viele, aber ich mache sie", sagt Arnesen der "Hamburger Morgenpost: "Ich bin nicht Superman."

Durch die späten Transfers sieht der Hamburger Sportdirektor seinen Verein aber wieder auf dem richtigen Weg: "Wir sind nicht nur einen Schritt, sondern drei Schritte vorangekommen."

Auch Hamburgs Vorstandsvorsitzender Carl-Edgar Jarchow wollte sich der Kritik an Arnesen nicht anschließen. "Ich habe an der Arbeit von Frank Arnesen nichts auszusetzen. Auch in den Gesprächen mit dem Aufsichtsrat war das überhaupt kein Thema", sagte der Klubchef der "dapd": "Wir arbeiten im Vorstand alle gut zusammen."

Ziel bleibt guter Mittelfeldplatz

Dies soll sich nach dem verpatzten Saisonstart nun auch möglichst bald auf dem Platz widerspiegeln. Luftschlösser baut Jarchow trotz der im Umfeld bejubelten Verpflichtung von van der Vaart aber nicht.

"Das Ziel ist es, einen guten Mittelfeldplatz zu erreichen. Danach wollen wir uns jedes Jahr einen Schritt verbessern", sagte der 57-Jährige: "Es bringt jetzt aber nichts, über irgendwelche Plätze zu spekulieren. Solche Prognosen haben sich noch nie bewährt."

Nachlassen wird die Kritik wohl dennoch nur, wenn der HSV endlich auch sportlich überzeugen kann. Eine weitere Saison im Abstiegskampf würde wohl dazu führen, dass Arnesen die längste Zeit der bestbezahlte Vorstand der HSV-Geschichte war.

Der Kader des Hamburger SV in der Übersicht

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