Die Fans des FC Bayern feierten vor der Partie gegen Mainz die erste Meisterschaft vor 80 Jahren
Die Fans des FC Bayern feierten vor der Partie gegen Mainz die erste Meisterschaft vor 80 Jahren
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Bayern: Bester Saisonstart der Vereinsgeschichte

Samstag, 15.09.2012

Endlich grenzenloses Vertrauen

Jupp Heynckes ließ gegen Mainz freiwillig Franck Ribery und Arjen Robben draußen, weil er von der Qualität seines Kaders in dieser Saison voll überzeugt ist. Javi Martinez verzichtet demütig auf Ansprüche, deutet aber erstmals seine Klasse an.

Little Dombi war am Samstag in der Allianz Arena für kurze Zeit allgegenwärtig. Little Dombi, die kleine Eminenz, war der erste Meistertrainer des FC Bayern München im Jahr 1932. Sein richtiger Name lautete Richard Kohn, sein etwas zu kurz geratener Körper brachte ihm den Beinamen ein.

Vor 80 Jahren holte der Österreicher Kohn mit seiner Mannschaft durch einen 2:0-Sieg gegen Eintracht Frankfurt die erste deutsche Meisterschaft nach München. Das war den Bayern-Fans eine besondere Erinnerung wert; vor dem Anpfiff gegen Mainz 05 rollten sie in der Südkurve voller Stolz ein überdimensionales Banner aus: "Deutscher Meister 1932".

Kein Ribery, kein Robben

Bei der Bekanntgabe des 18er-Kaders, den Erben von Haringer, Nagelschmitz, Goldbrunner, Bergmaier und Breindl, warteten die Fans dann vergeblich auf die Namen Franck Ribery und Arjen Robben.

Beide waren mit kleineren Blessuren von ihren Länderspielreisen nach München zurückgekehrt und Trainer Jupp Heynckes sah keine Veranlassung, Ribery und Robben für das Manz-Spiel zu nominieren.

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"Arjen konnte wegen muskulärer Probleme fünf Tage nicht trainieren. Und er braucht seinen Rhythmus, um Topleistung zu bringen. Bei Franck ist der Rücken knochenhart - da war das Risiko zu groß, ihn spielen zu lassen", begründete Heynckes bei "Liga total!" seine Maßnahme.

Martinez auf der Bank

In der letzten Saison hätte Heynckes beide Spieler wohl mindestens in den Kader genommen; so dramatisch waren ihre Wehwehchen schließlich nicht. Doch Heynckes verfügt in dieser Spielzeit über deutlich mehr Optionen.

Neben Ribery und Robben fehlten weiterhin die Rekonvaleszenten Mario Gomez und David Alaba. Für einen Spieler wie Rafinha war gegen Mainz trotzdem kein Platz im Kader. Und auf die Dienste von Javi Martinez konnte Heynckes auch diesmal zu Beginn verzichten, weil Luiz Gustavo das Vertrauen des Trainers mit guten Leistungen rechtfertigt.

"In der Vergangenheit haben wir immer nur davon geredet, dass wir einen starken Kader haben. Jetzt sieht es so aus, als hätten wir tatsächlich einen", sagte Toni Kroos.

Neuer Vereinsrekord

Ribery-Ersatz Xherdan Shaqiri wirbelte in der ersten Halbzeit auf links, nach der Pause auf rechts und schoss gefährliche Standards. Mario Mandzukic erzielte nicht nur sein sechstes Tor im fünften Pflichtspiel für die Bayern, sondern war erneut auch als Anspielposition im Angriff zu gebrauchen, indem er sich fallen ließ oder auf die Seiten auswich. Und auch Innenverteidiger Dante konnte bis auf sein stümperhaftes, elfmeterreifes Foul an Julian Baumgartlinger bislang voll überzeugen.

"Es ist schön zu sehen, dass wir auch dann guten Fußball spielen können, wenn Spieler wie Arjen oder Franck fehlen", sagte Kapitän Philipp Lahm.

Zwölf Tore haben die Münchner in den ersten drei Saisonspielen geschossen - mehr als jede andere Bayern-Mannschaft zuvor. Und auch wenn kurz vor und kurz nach der Pause (Heynckes: "Da waren wir zu passiv") ein paar Dinge schief gingen, gelang im dritten Bundesligaspiel der dritte souveräne Sieg.

"Wenn es läuft, dann läuft es", fachsimpelte Mandzukic. "Es macht mir einfach Spaß, hier Fußball zu spielen mit diesen super Mitspielern."

Scorerpunkt für demütigen Martinez

Einer dieser super Spieler - vielleicht ja sogar der beste, in jedem Fall aber der teuerste - kommt allmählich in die Gänge. Javi Martinez kam zwar wegen des noch nicht abgeschlossenen Integrationsprozesses (Heynckes) erst nach 75 Minuten aufs Feld, deutete aber in der kurzen Spielzeit mit seiner Flanke zum 3:1 durch Kroos seine Klasse an. Martinez' erster Scorerpunkt in der Bundesliga.

"Das Spiel stand bei 2:1 Spitz auf Knopf, als Javi reinkam. Er hat dann einen sehr intelligenten Fußball gezeigt und das 3:1 in genialer Manier vorbereitet", lobte Heynckes.

Nach dem Spiel gab sich Martinez bescheiden und sogar demütig. "Ich muss noch warten, bis ich einen Stammplatz bekomme. Ich muss noch viel im Fitnessbereich arbeiten. Das ist jetzt quasi die Vorbereitung, die ich in Bilbao nicht hatte", so der Spanier.

Weil Spaniens Nationaltrainer Vicente del Bosque Martinez in Absprache mit Heynckes nicht für die Länderspielreise des Welt- und Doppeleuropameisters nominierte, konnte der 24-Jährige in München eifrig trainieren.

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Traumabewältigung gegen Valencia

Bastian Schweinsteiger, der ebenfalls nicht mit der Nationalmannschaft unterwegs war, ist beeindruckt vom neuen Mitspieler. "Ich habe ihn in den letzten zwei Wochen erlebt. Er hat sich sehr gut eingegliedert und macht täglich Fortschritte. Er fühlt sich sicherer und ist fitter geworden. Um unsere Ziele gnadenlos zu verfolgen, tut er uns sehr gut, wie jeder andere Spieler auch. Dabei ist es nicht wichtig, ob ich mit ihm zusammenspiele. Wichtig ist, dass die Mannschaft zusammenspielt und zusammenarbeitet."

Das Mainz-Spiel war der Aufgalopp für den FC Bayern in eine Reihe von englischen Wochen. Am Mittwoch soll der FC Valencia zur Traumabewältigung in der Champions League herhalten.

Es ist eher unwahrscheinlich, dass Martinez dann sein Startelfdebüt geben wird. Heynckes hat endlich grenzenloses Vertrauen in seinen Kader, dass er auch gegen Valencia nichts überstürzen wird.

Bayern München im Steckbrief

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Für SPOX in der Allianz Arena: Thomas Gaber

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Jupp Heynckes ließ gegen Mainz Ribery und Robben draußen, weil er von seinem Kader überzeugt ist. Javi Martinez veRzichtet auf Ansprüche und deutet erstmals seine Klasse an.

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