Fussball

"Kämpfen bis zum letzten Tag um Martinez"

SID
Javi Martinez: Die unendliche Geschichte um seinen Wechsel geht weiter
© Getty

Der Millionen-Poker geht weiter: Bayern München will trotz der stockenden Verhandlungen bis zur letzten Sekunde um Wunschspieler Javi Martinez kämpfen. "Ich bin da weder Pessimist noch Optimist. Ich bin Realist. Ich hoffe, dass es uns gelingt, den gordischen Knoten zu durchschlagen", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge dem "Münchner Merkur".

Präsident Uli Hoeneß bestätigte den Kampfeswillen des Rekordmeisters gegenüber "Sport1", warnte aber davor, den Transfer "zu erzwingen. Das ist nie gut."

Ein Zeitfenster gebe es nicht: "Wir haben nicht gesagt, bis zum ersten Bundesliga-Spieltag wollen wir ihn unter Vertrag haben", erklärte Rummenigge. Zum Auftakt bei Greuther Fürth am Samstag (15.15 Uhr im LIVE-TICKER) wird der 23 Jahre alte Mittelfeldspieler sicher nicht dabei sein.

In den vergangenen Tagen trainierte Martinez abseits der Mannschaft auf einem Nebenplatz in Bilbao, aus dem Kader für die Europa League wurde er kurzerhand gestrichen. Zumindest das ist ein positives Zeichen für die Bayern: Denn hätte der 23-Jährige am Donnerstag gegen HJK Helsinki gespielt, hätte er in der Champions League nicht im Bayern-Trikot auflaufen dürfen.

Hoeneß beeindruckt: "Diese Leute haben Prinzipien"

Die Taktik von Athletic Bilbao, Martinez trotz des Angebots von 40 Millionen Euro nicht frei zu geben, bewundert Rummenigge nicht: "Man tut Martinez mit dieser Hängepartie keinen Gefallen - aber vielleicht ist das der Grund, dass sie ihm keinen Gefallen tun wollen."

Hoeneß kann der baskischen Sturheit trotz unzähliger erfolgloser Kontaktversuche zu Bilbaos Präsident Josu Urrutia sogar etwas Gutes abgewinnen. "Ich muss ehrlich sagen: Auf der einen Seite ärgert es mich, dass wir es nicht geschafft haben. Auf der anderen Seite gefallen mir Leute, die Prinzipien haben", sagte der 60-Jährige.

Präsident Josu Urrutio verweigert nach wie vor jegliche Verhandlungen mit den Bayern. Juristen arbeiten nun an der komplexen Personalie, in der im Falle einer verweigerten Freigabe weitere Kosten in Millionenhöhe anfallen würden. "Dieses Risiko werden wir sicherlich nicht eingehen können", stellte Hoeneß klar. Heißt: Entweder Bilbao gibt den wechselwilligen Martinez frei - oder der schon seit einer Woche als fix geltende Transfer würde auf der Zielgeraden tatsächlich noch platzen.

Immer wieder neue Hürden

"Der Vorstand baut immer wieder neue Hürden auf", sagte Hoeneß. Die einzig tragbare Lösung sei, "dass Bilbao eine Rechnung an Bayern München stellt. Damit haben wir einen Transfervertrag. Und wenn es den nicht gibt, wird es schwierig, den Transfer zu realisieren."

Würde es nicht klappen, würde sich zumindest der ehemalige Bayern-Spieler Stefan Effenberg nicht grämen. "Ich sehe eine gewisse Gefahr. Martinez ist keine große Nummer wie Xavi oder Iniesta. Mir stellt sich die Frage: Steht das im Verhältnis?", sagte er der "tz".

Javi Martinez im Steckbrief

 

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