Bayern in China wie Real und Barca

SID
Montag, 23.07.2012 | 15:20 Uhr
Kaum aus dem Trainingslager im Trentino zurück, stiegen die Bayern ins Flugzeug Richtung China
© Getty
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Die Äuglein von Bayern Münchens Spielern waren noch klein, als der Sonderflug LH 2570 nach rund zehn Stunden am frühen Montagmorgen den Flughafen von Peking erreichte - lange allerdings durfte der Trance-Zustand nicht anhalten.

Sogar die strengen chinesischen Sicherheitsbeamten hatten sich mit Kameras ausgestattet, in der wuchtigen Ankunftshalle erwarteten Arjen Robben, Franck Ribery und Co. rund 1.000 jubelnde Chinesen in roten Trikots. Prompt lachten die Spieler wieder, machten Fotos, das ist ja ihr Job: Das "Projekt Globalisierung" ist von der ersten Sekunde an perfekt organisiert: Vier Tage China - und potenziell 1,3 Milliarden Bayern-Fans.

"Ich hatte mit so einem Zuspruch gerechnet. Chinas Markt hat für uns viel Potenzial. Und wir müssen diese Chance nutzen", sagte Marketingchef Andreas Jung. Die beiden Testspiele am Dienstag in Peking gegen Beijing Guoan und zwei Tage später in Guangzhou gegen Liga-Konkurrent VfL Wolfsburg sollen die Marke FC Bayern auf dem asiatischen Markt weiter stärken.

Allein in Peking leben mehr als 15 Millionen Menschen: "Für uns ist China eine Riesenherausforderung. Wir müssen uns zeigen, um überhaupt international konkurrenzfähig zu sein."

Madrid und Barca als Vorbilder

Für Klubs wie Real Madrid oder den FC Barcelona gehören Marketing-Trips zum jährlichen Standardprogramm. Auch Karl-Heinz Rummenigge wollte vor rund 150 Journalisten im noblen Hotels Westin daher gar keinen großen Hehl machen.

"Die Reise ist für uns sehr wichtig. Der FC Bayern ist ein globaler Klub, kein regionaler oder lokaler", sagte der Vorstandsvorsitzende. Ein Trip nach Indien hatte den Münchnern zu Beginn des Jahres einen Betrag in Millionenhöhe eingespielt.

"Das ist nicht das Hauptziel. Wir fahren nicht hier her, um den Gewinn x zu erzielen. Es geht um Nachhaltigkeit", sagt Jung zwar. Die großen Partner, gegenüber welchen sich die Bayern zu einer Reise mit dem besten Team verpflichtet haben, werden sich das Engagement aber auch dieses Mal mehrere Millionen Euro gekostet haben lassen.

Dafür versprach Trainer Jupp Heynckes vor dem ersten Test am Dienstagabend im Pekinger "Workers Stadium" vor wohl rund 40.000 potenziellen neuen Bayern-Fans "eine gute Darbietung. Die Jungs freuen sich. Man kann schon etwas erwarten."

Alle Nationalspieler im Training, Fans vermissen "Basti"

Ausgerechnet Robben war mit Abstand der gefragteste Mann der kreischenden Teenies am Flughafen, in der Hotelhalle und auch vor dem Stadion. "Aber auch die deutschen Nationalspieler sind hier sehr bekannt", sagt Jung.

Die Bundesliga wird im staatlichen Fernsehen CCTV übertragen, die Bayern haben ihre Homepage längst ins Chinesische übersetzen lassen. Enttäuscht wurden allerdings die große Fangruppe, die am Flughafen laut "Basti, Basti" schrie. Schweinsteiger war wie Kapitän Philipp Lahm und die verletzten David Alaba und Rafinha in München geblieben.

Heynckes war mit Bayer Leverkusen erst vor zwei Jahren in China und freut sich auf "die Kultur und die vielen Begegnungen" - obwohl es dafür wenig Zeit geben wird. Neben zahlreichen Sponsorenterminen und Autogrammstunden wartet auf dem Platz Arbeit.

Am späten Nachmittag stiegen die übrigen sechs bei der EM im Halbfinale gescheiterten Nationalspieler ins Mannschaftstraining ein. "Ich freue mich sehr. Wir haben große Ziele und wollen mit Vollgas loslegen", kündigte Torhüter Manuel Neuer an. Schon am Dienstag sollen alle Teammitglieder Spielpraxis sammeln.

Chinesen freuen sich auf "Wunder" und "große Party"

Die chinesischen Veranstalter sprachen von einem "Wunder" und einer "großen Party", wenn die Bayern am Dienstag zum ersten Mal seit fünf Jahren in China gegen einen heimischen Erstligisten auflaufen.

Immerhin Franck Ribery gab aber zu, nach dem Fitnesstest am Sonntag und dem zehnstündigen Flug "schwere Beine" zu haben. Daran wird auch der Mittagsschlaf, eine der wenigen Ruhestunden im viertägigen Mammut-Programm, wenig geändert haben.

Im hektischen Reich der Mitte bleibt nur die Chance, sich an Bekanntem festzuklammern. Und so wird es auch Ribery gefreut haben, dass er in dem mehrere hundert Seiten umfassenden chinesischen Pressebuch der Bayern genau einen deutschen Satz lesen konnte.

"Mia san mia" steht neben unzähligen Schriftzeichen auf der letzten Seite geschrieben. Daran soll in dieser Saison auch die Hektik nichts ändern - egal ob in China oder daheim.

Der FC Bayern München in der Übersicht

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