Hannover-Neuzugang Hiroki Sakai im Porträt

Olympia als Generalprobe

Von Christian Bolzer
Montag, 23.07.2012 | 15:03 Uhr
Deutsch spricht Hiroki Sakai (r.) noch nicht. Ein Dolmetscher hilft beim Training
© Getty
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Hannover 96 verpflichtete mit Hiroki Sakai den ersten Japaner in der Vereinsgeschichte. Für den jungen Defensivspezialisten ist es bereits die zweite Station im Ausland. Damit ihm der Durchbruch in der Bundesliga gelingt, stellt Slomka ihm einen "Dolmetscher" zur Seite. Davor geht es jedoch erst mal nach London.

Schon früh wusste Hiroki Sakai, wo seine Prioritäten liegen. Zwei Jahre an der Oberschule waren für den jungen Japaner genug: Von nun an sollte der Fokus auf die sportliche Karriere gelegt werden.

Nach Durchlaufen aller Jugendmannschaften des damaligen Zweitligisten Kashiwa Reysol wechselte er für ein halbes Jahr nach Brasilien, wo er auch die portugiesische Sprache erlernte.

Schon kurz darauf erfolgte jedoch die Rückkehr zu Kashiwa, wo Sakai erst den Aufstieg in die J-League und anschließend sogar die Meisterschaft feierte. Auf der rechten Seite der Reysols machte sich Sakai als zweikampfstarker Stammspieler schnell einen Namen und erregte auch die Aufmerksamkeit der Hannoveraner.

Defensiv top, Offensiv mit Potenzial

Neben Sakais sehr gutem Zweikampfverhalten zählt auch das Aufbauspiel zu seinen Stärken. Zwei Aspekte, auf die 96-Coach Mirko Slomka sehr viel Wert legt: "Hiroshi ist flexibel einsetzbar. Sowohl rechts in der Viererkette zur Stärkung der Defensive, als auch im rechten Mittelfeld zur Belebung unseres Angriffsspiels."

Den gelernten Außenverteidiger auch fit für die Bundesliga zu machen, wird die Aufgabe Slomkas sein. Gerade auf das temporeiche und kampfbetonte Spiel in Deutschland wird sich der U-23-Nationalspieler erst einstellen müssen. Sakai selbst gibt sich bescheiden. "Ich bin noch jung. In erster Linie möchte ich mich bei Hannover spielerisch verbessern. Erst wenn ich das erreicht habe, stecke ich mir neue Ziele", so Sakai.

Kurve geht steil nach oben

In der Meistersaison stand Sakai in der Elf der Saison und wurde zugleich zum besten Nachwuchsspieler gekürt. Auch im Nationalteam durfte er bereits ran. Die guten Leistungen ebneten dem 1,83m großen Verteidiger den Weg zu den Olympischen Spielen 2012 in London, wo er ebenso Teil der japanischen Auswahl sein wird, wie die Bundesliga-Legionäre Gotoku Sakai (VfB Stuttgart), Hiroshi Kiyotake (1. FC Nürnberg), Takashi Usami (1899 Hoffenheim) und Yuki Otsu (Mönchengladbach).

"Es macht mich natürlich stolz, dass ich mein Land bei diesem Großereignis vertreten kann. Andererseits ist es aber auch schade, dass ich die gesamte Vorbereitung bei Hannover verpasse. Das ist natürlich ein Vorteil für meine Mannschaftskollegen", sieht der 22-Jährige seine Absenz aber auch kritisch.

Durch das Fehlen Sakais in der Saison-Vorbereitung wird es wohl einige Wochen dauern, bis der Japaner bei den Niedersachsen zum Zug kommt. Slomka bleibt jedoch gelassen: "Zunächst einmal macht es uns stolz, dass ein Spieler unseres Vereins für so ein Turnier nominiert wird. Zudem war uns bei seiner Verpflichtung klar, dass er uns am Anfang wahrscheinlich fehlen wird."

Portugiesisch soll Start erleichtern

Slomka betonte zudem, dass seine Mannschaft sehr gut im Integrieren neuer Spieler wäre und es dadurch sehr schnell gehen könne.

"Da Hiroshi noch kein Deutsch kann und kaum Englisch spricht, stehen mit Sergio Pinto und Felipe zwei Spieler bereit, die dem Portugiesischen mächtig sind. Das wird ihm besonders am Anfang sehr helfen." Wie jeder Neuzugang müsse Sakai aber natürlich auch die die deutsche Sprache lernen. "Die Wahrscheinlichkeit, dass er Deutsch lernt ist ungleich größer, als dass ich Japanisch lerne", fügte der Coach schmunzelnd hinzu.

Mittel- und langfristig soll Sakai die rechte Seite der 96er verjüngen und wenn möglich Haudegen Steven Cherundolo beerben.

In jedem Fall ist Sakai bereits heiß auf die Bundesliga: "Ich hab bereits mit einigen Landsleuten gesprochen und sie waren begeistert von der Kulisse", sagte der Neu-Hannoveraner und ergänzte mit leuchtenden Augen: "Vor ausverkauftem Haus zu spielen war schon immer mein großer Traum." Davor geht es im Olympia-Auftaktmatch der Gruppe D erst einmal gegen Spanien um die Europameister Mata und Jordi Alba. Danach sollte auch die Bundesliga kein Problem mehr sein.

Hiroki Sakai im Steckbrief

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